Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Kambodscha

35 Jahre nach der Gründung der kambodschanischen Flüchtlingslager in Thailand kümmert sich Handicap International (HI) weiterhin um die Bedürftigsten. Hunderte sind Überlebende von Unfällen mit Minen oder anderen explosiven Kriegsresten.

Channa, 7 Jahre alt, wurde ohne linkes Bein geboren. Sie hat eine Prothese von HI bekommen.

Channa, 7 Jahre alt, wurde ohne linkes Bein geboren. Sie hat eine Prothese von HI bekommen. | ©Lucas Veuve/HI

Laufende Aktivitäten

Unsere Projekte in Kambodscha dienen unter anderem dazu, bleibende Behinderungen zu vermeiden, die zum Beispiel durch Verkehrsunfälle oder Unfälle mit explosiven Kriegsresten entstanden sind. Außerdem erleichtern wir Menschen mit Behinderung den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Rehabilitation und fördern deren soziale und wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Handicap International (HI) ist seit 1982 in Kambodscha tätig, allerdings arbeitete HI zwischen 1982 und 1986 unter dem Dach des American Friend Service Committee. Im Jahr 1987 begann HI unter eigenem Namen zu arbeiten. Heute ist HI im Land als wichtiger Akteur der Behindertenhilfe anerkannt. Obwohl es viele Erfolge gegeben hat, können wir die folgenden hervorheben:

  • Rehabilitationssektor 
  • Minensektor
  • Sicherheit im Straßenverkehr 
  • Gesundheit von Mutter und Kind

Heute unterstützen wir lokale Rehabilitationszentren wie in Kampong Cham und stellen dort die Qualität und Nachhaltigkeit sicher. Es gibt immer mehr Opfer von Verkehrsunfällen, Menschen, die mit einem Defizit geboren sind oder einen Schlaganfall erlitten haben, die in das Rehabilitationszentrum kommen. Zu diesem Zweck bilden wir Fachkräfte aus und optimieren das Management der Zentren. In Kampong Cham erhalten jedes Jahr mehr als 2.500 Menschen mit Behinderung die so dringend benötigte Unterstützung (Physiotherapie, Beratung, Mobilitätshilfen).

HI konzentriert sich auf den Zugang zu Rehabilitationsleistungen für alle und auf Entwicklung von Kleinkindern. Die frühe Kindheit ist ein entscheidendes Zeitfenster, um den Grundstein für lebenslanges Lernen und Teilhabe zu legen. Außerdem arbeiten wir auch daran, die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung zu fördern, um Armut und soziale Ausgrenzung nachhaltig zu reduzieren und fördern die Beteiligung der schutzbedürftigsten Menschen an der lokalen Verwaltung.

Neues aus den Projekten

Schulanfang für Sreyka
© Stephen Rae / HI
Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Schulanfang für Sreyka

Endlich beginnt bei uns in vielen Bundesländern wieder die Schule – nach monatelangen Schließungen bedingt durch die Corona-Pandemie. Doch was, wenn die Schulen zwar geöffnet sind, aber man sie trotzdem nicht besuchen kann, weil man wie Sreyka aus Kambodscha nur ein Bein hat?

Selbstgenähte Kleider von Srey Nuch
© Stephen Rae / HI
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

Selbstgenähte Kleider von Srey Nuch

Als Srey Nuch 13 Jahre alt war, fiel sie vom Baum und ist seitdem querschnittsgelähmt. Dank der Unterstützung der Teams von Handicap International kann sie jetzt wieder ein selbständiges Leben führen.

Kuchs bewegender Film bei „Ein Herz für Kinder“
© Kai Maser / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Kuchs bewegender Film bei „Ein Herz für Kinder“

Sagenhafte 18.097.586 EUR wurden bei der großen Spendengala „Ein Herz für Kinder“ am Samstag, 7. Dezember, im ZDF für Kinder in Not eingenommen. Der kleine Kuch aus dem HI-Projekt in Kambodscha wurde in einem rührenden Beitrag vorgestellt. Sehen Sie ihn hier in voller Länge!

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Kambodscha

Zwischen 1975 und 1978 starben in Kambodscha unter dem Regime der radikal-kommunistischen Roten Khmer unter der Führung von Pol Pot zwei Millionen Menschen. Zudem besetzten vietnamesische Truppen das Land zwischen 1978 und 1992. Der Konflikt endete 1991 mit der Unterzeichnung des Pariser Friedensabkommens. Mittlerweile befindet sich Kambodscha in einer relativ stabilen politischen Lage, die Wirtschaft wächst und es erzielt einige Fortschritte – am deutlichsten ist hier der Rückgang der Mütter- und Kindersterblichkeitssrate. 
Kambodscha gehört dennoch zu den ärmsten Ländern der Welt.
 

Nichtsdestotrotz herrscht immer noch große Armut und Ungleichheit. Es gibt anhaltende Korruption und Straffreiheit für die reichsten Mitglieder der Gesellschaft und zahlreiche ungelöste Probleme. Die immer noch schwache/fragile Wirtschaft des Landes bringt wenig staatliche Einnahmen – dies wiederum erklärt die andauernden Schwachstellen im Gesundheits- und Bildungssystem.
Kambodscha gilt zudem als eines der Länder mit den meisten Minen der Welt.

Zahl der HI-Mitarbeiter*innen: 57
Eröffnungsdatum des Programms: 1987 
 

Weltweites Engagement: