Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Kaschmir: unsichtbare Bedrohung durch explosive Kriegsreste

Minen und andere Waffen Nothilfe Vorsorge und Gesundheit
Indien

Unfälle mit Landminen und explosiven Kriegsresten sind in Kaschmir normal. Schuld ist der Grenzkonflikt zwischen Indien und Pakistan. Um die Bevölkerung zu schützen, organisiert Handicap International in Srinagar und Jammu Risikoaufklärung.

Eine Gruppe von Schülern und Schülerinnen verfolgt einen Vortrag. Sie sitzen auf dem Boden und hören einem Mann zu, der vor einer großen Tafel steht.

Sitzung zur Risikoaufklärung im Bezirk von Rajouri Anfang Mai. | © Handicap International

Im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir, besonders im Grenzgebiet zu Pakistan, gibt es große mit Minen verseuchte Zonen. Oft sind diese zwar mit Stacheldraht abgesperrt und Schilder warnen vor der tödlichen Gefahr. Doch diese Schilder sind nicht für alle lesbar. Die Dorfbevölkerung spricht und liest Urdu, aber die Hinweise sind auf Hindi geschrieben, sie richten sich an die SoldatInnen. 50 % der Opfer sind ortsansässige Angestellte des Militärs, sie tragen Lasten oder geben ihre Ortskenntnis weiter. Gerade das macht ihre Arbeit so gefährlich, denn vermeintlich kennen Sie die Gegend – doch wo die Minen liegen oder dass diese überhaupt irgendwo liegen, ist ihnen nicht bewusst.

Die Bevölkerung kennt die Gefahr häufig nicht, die von den explosiven Kriegsresten ausgeht. Wenn Kindern Bilder von Minen sehen, denken Sie oft, dass das Spielsachen seien. Jüngere Menschen sind generell weniger gut informiert als die ältere Generation. Der Konflikt schwelt seit 60 Jahren – und so fügen sich viele in ihr vermeitliches Schicksal und akzeptieren die gefährliche Präsenz der lautlosen Killer im Boden.

Zu sehen sind viele Jugendliche, die sich melden. Es herrscht ausgelassene Stimmung.

Mit vollem Eifer erweiteren diese Jugendlichen ihr Wissen, das über Leben und Tod entscheiden kann © Hanan Zahoor / Handicap International

Kaschmir ist ein gebirgiger Landstrich. Es kommt dort regelmäßig zu Überflutungen und Erdrutschen. In Sariya, einem Bezirk von Rajouri, wurden drei ortsansässige Bauern durch eine Mine getötet und einer wurde schwer verwundet. Sie wurden zu Opfern eines weit verbreiteten Problems: Unwetter transportierte die Mine von ihrem Ursprungsort weg. Da die Mine leicht war und wenig Metall enthielt, rutschte sie bei starkem Regen einen Abhang hinunter und landete auf dem Feld eines Bauern. Als die Männer versuchten, die Mine zu entfernen, explodierte sie.

Solche Unfälle sind vermeidbar, wenn die Menschen wissen, wie sie sich verhalten müssen, wenn sie einen explosiven Kriegsrest finden – und wo die Wahrscheinlichkeit dafür am höchsten ist (ehemalige Kampfgebiete, Kontrollpunkte an Grenzübergängen und im Umfeld strategischer Einrichtungen wie Brücken usw.).

Handicap International informiert die Bevölkerung mit einer groß angelegten Kampagne

Handicap International hat gemeinsam mit einer lokalen Nicht-Regierungsorganisation (NGO) eine groß angelegte Kampagne zur Sensibilisierung gestartet. Es wurden 30.000 Broschüren und Poster verteilt und Trainingseinheiten für 500 Menschen in den vier Distrikten an der Grenze zu Pakistan (Baramulla, Rajouri, Kupwara und Poonch) abgehalten. Einhundert Freiwillige und Regierungsangestellte des Gesundheitswesens wurden ebenfalls unterwiesen . Das Ziel: Zwischenfälle, die durch explosive Kriegsüberreste verursacht werden, zu reduzieren. Handicap International wird alles daran setzen, dass die Menschen in Kaschmir in Zukunft sicherer leben, weil sie wissen, welche Gefahr im Boden lauert.

17 Juni 2015
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Moïse kann wieder Fußball spielen
© Davide Preti/HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Moïse kann wieder Fußball spielen

Moïse war vier Jahre alt, als das Erdbeben am 12. Januar 2010 Haiti erschütterte und er sein linkes Bein verlor.

Vernissage von „erschüttert“ in München
© Till Mayer/HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Vernissage von „erschüttert“ in München

Nach der feierlichen Erstpräsentation der Fotoausstellung „erschüttert – Einschläge, die alles ändern“ von Till Mayer und Handicap International im Deutschen Bundestag in Berlin im März 2019 kommen die Porträts nun nach München. Am Montag, 27. Januar, um 17.30 Uhr laden wir zur Vernissage in das Kulturzentrum Gasteig ein. 

Haiti: 10 Jahre nach dem Erdbeben
© Davide Preti/HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Haiti: 10 Jahre nach dem Erdbeben

Haiti hat es in den letzten 10 Jahren schwer getroffen. Nach einem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 folgte ein schrecklicher Hurrikan im Jahr 2016. Hinzu kommt die große politische Instabilität, die das Land bis heute lähmt. 2010 hat Handicap International (HI) in Haiti einen der größten humanitären Hilfseinsätze in der Geschichte der Organisation umgesetzt. Auch heute noch leisten die Mitarbeiter/-innen  von HI einen wesentlichen Beitrag, um das lokale Angebot an Reha-Maßnahmen zu stärken.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ