Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Landminen und explosive Kriegsreste: Ein integrierter Ansatz in der Opferhilfe

Inklusion Minen und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie
International

Zur Bekämpfung von Landminen und Streubomben und zur bestmöglichen Unterstützung der Überlebenden verfolgt Handicap International den sog. „integrierten Ansatz“. Elke Hottentot, Expertin im Bereich der Opferhilfe bei Handicap International, erklärt die damit verbundenen Herausforderungen.

Elke Hottentot, kurze blonde Haare, spricht ins Mikrofon zu den Gästen bei ihrem Vortrag über unseren integrierten Ansatz in der Opferhilfe

Unsere Expertin Elke Hottentot bei ihrer Präsentation über den integrierten Ansatz von Handicap International anlässlich der Staatenkonferenz in Chile | © Handicap International

„Um den integrierten Ansatz von Handicap International zu verstehen, muss man sich zunächst einmal Eines ins Gedächtnis rufen: dass die Unterzeichnerstaaten des Minenverbotsvertrags, der Konvention über Streumunition und des Übereinkommens über Konventionelle Waffen Verpflichtungen haben. Dazu zählt, dass sie verpflichtet sind, Kampfmittel- und Minenräumung zu betrieben; die Lagerbestände an Minen und Streumunitionen zu zerstören und den Opfern dieser Waffen zu helfen. Dieser letzte Punkt steht nun im Mittelpunkt unseres Interesses."
Elke Hottentot

Spezielle Programme

Wir gestalten spezielle Programme zur Opferhilfe, zum Beispiel indem wir Prothesen und Orthesen anpassen und Überlebenden die von ihnen benötigte spezielle Hilfe zukommen lassen. Auch ermöglichen wir Kindern, die ihr Augenlicht oder einen Arm verloren haben, die Rückkehr zum Schulunterricht. Es ist ein Anfang, aber es ist nicht genug. Mithilfe des integrierten Ansatzes gehen wir einen Schritt weiter: Wir stellen sicher, dass Entwicklungspolitik und Entwicklungsprogramme die Opferhilfe mit berücksichtigen. 

Entwicklungspolitik verbessern

Wenn ein Geldgeber ein Entwicklungsprogramm im Bereich Gesundheit in einem Land unterstützt, das mit Minen und explosiven Kriegsresten verseucht ist – wie es beispielsweise in Laos der Fall ist –, dann sollte das Programm so geplant werden, dass es auch die Überlebenden und indirekten Opfer wie Familie oder Freunde miteinschließt. Wenn ein von Minen verseuchtes Land neue Gesundheitseinrichtungen baut, dann sollte es auch an überlebende Kinder denken und ländliche und isolierte Gebiete mit abdecken, wo normalerweise die meisten Minenopfer leben.

Da die Finanzierung und die Budgets für die Minenaktion, einschließlich der Opferhilfe, von Jahr zu Jahr kleiner werden, ist es umso wichtiger, Opferhilfe in die Entwicklungspolitik mit einzuschließen. Sobald ein Land minenfrei ist, wird die finanzielle Unterstützung spärlicher oder versiegt vollständig. Genau dies geschah, als Mosambik 2015 offiziell minenfrei wurde. Seit diesem Zeitpunkt sind die finanziellen Mittel stark gesunken. Doch die Opfer sind immer noch dort und benötigen immer noch Hilfe!

Handicap International präsentiert den integrierten Ansatz

Anfang Dezember 2016 haben wir eine Präsentation bei der Konferenz des Minenverbotsvertrags in Santiago de Chile gehalten. Wir wollten damit die staatlichen Delegierten über den integrierten Ansatz in der Opferhilfe informieren und Empfehlungen abgeben, wie man diesen Ansatz umsetzen kann. Wir haben einen Leitfaden mit erfolgreichen Beispielen aus Laos, Kambodscha, Uganda und mehreren anderen Ländern vorgelegt. Darin zeigen wir, wie man den gleichberechtigen Zugang zu Leistungen sicherstellen kann, wie man eine gerechte und effektive politische Planung umsetzt und vieles mehr. Auch gehen wir darin auf die gängigsten Szenarien ein. Der Leitfaden, an dem wir 18 Monate lang gearbeitet haben, basiert auf Beratungen mit etwa 30 Staaten, die ihre Rückmeldungen in Fragebögen und bei Workshops abgegeben hatten.

23 Dezember 2016
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Rohingya: Die Bürger von Nirgendwo
© Abir Abdullah/HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Rohingya: Die Bürger von Nirgendwo

Am Sonntag, 25. August 2019, jährt sich die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar zum zweiten Mal. Die muslimische Minderheit ist in ihrem Heimatland systematischer Verfolgung  ausgesetzt. Vor zwei Jahren eskalierte die Gewalt und führte zur Flucht von 741.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch. Laut Vereinten Nationen leben dort derzeit über 911.000 Menschen in Flüchtlingscamps in der Region Cox’s Bazar - dem sogenannten größten Flüchtlingslager der Welt. Die Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“, zu denen auch Handicap International gehört, helfen den Menschen seit Ausbruch der Krise.

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls
© Gilles Lordet / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls

Am Montag, 19. August, ist Welttag der Humanitären Hilfe. Anlass genug, einen unserer engagierten Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen. Tichaona Mashodo leitet das mobile Einsatzteam im Südsudan. Im Interview blickt er auf die letzten zehn Jahre seines humanitären Engagements zurück.

Meilenstein für das Humanitäre Völkerrecht
© Elisa Fourt/HI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Meilenstein für das Humanitäre Völkerrecht

Am 12. August jährt sich die Unterzeichnung der vier Genfer Abkommen von 1949 zum 70. Mal. Die Genfer Abkommen bilden das Kernstück des heutigen Humanitären Völkerrechts und schützen Menschen vor Grausamkeit und Unmenschlichkeit in Kriegssituationen.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ