Gehe zum Hauptinhalt

Landminenmonitor 2015: Für eine Welt ohne Minen bleibt viel zu tun

Minen und andere Waffen
Deutschland

Am 26. November veröffentlicht die internationale Landminenkampagne den jährlichen Bericht über die weltweiten Probleme durch Landminen und über die Umsetzung des Minenverbots.

Ein Junge steht vor einem Danger Mines Schild auf einem Minenfeld in Kambodscha

Direkt neben dem Schulweg dieses kamobschanischen Jungens liegt ein Minenfeld. | © Paul James Hay / Handicap International

Handicap International erinnert als Gründungsmitglied der Kampagne aus diesem Anlass an das Versprechen bei der Überprüfungskonferenz des Verbotsvertrags im Juni 2014, die Welt bis 2025 von Minen zu befreien. Der aktuelle „Landmine Monitor“ zeigt jedoch, dass die Zahl der durch Minen verletzten oder getöteten Menschen wieder steigt. Die Vertragsstaaten sollten ihre Anstrengungen deshalb deutlich erhöhen, um diese Bedrohung aus der Welt zu schaffen.

„Unsere Hoffnungen waren groß, als sich die Unterzeichnerstaaten des Minenverbotsvertrags im letzten Jahr in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo dazu verpflichteten, die Welt bis 2025 von Minen zu befreien“, erinnert sich Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland. „Sie haben zehn Jahre Zeit, um Entminungsprogramme abzuschließen, Bestände zu zerstören und die langfristige Unterstützung der Überlebenden zu gewährleisten. Wir rufen insbesondere Unterzeichnerstaaten, deren Gebiete kontaminiert sind, dazu auf, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. Dazu braucht es aber auch den erhöhten Einsatz der Geldgeber, damit die Finanzierung von Räumungsarbeiten wieder neuen Schwung bekommt.“

Dass die Räumung in etlichen verminten Ländern nur langsam vorwärts kommt, lässt Zweifel aufkommen am politischen Willen, das große Ziel wirklich zu erreichen. 27 von 33 Unterzeichnerstaaten mit verseuchten Gebieten wurden bereits Aufschübe bezüglich der Fristen zur Minenräumung gewährt. Das Beispiel Mosambiks, das sich am 17. September 2015 offiziell für minenfrei erklärt hat, zeigt, dass der Kampf gegen Minen auch in einem armen Land gewonnen werden kann. Handicap International spielte in hier eine wesentliche Rolle, indem die Organisation zwischen 1998 und 2015 16 Millionen Quadratmeter Land entminte.

Mehr als 3.600 Opfer im Jahr 2014

Laut Landmine Monitor 2015 wurden im letzten Jahr 3.678 Menschen durch Minen oder explosive Überreste getötet oder verletzt. Dies bedeutet wieder einen Anstieg um 12 Prozent, nachdem die Zahl der Opfer im Vorjahr einen Tiefststand erreicht hatte. Da viele Unfälle nicht registriert werden, besonders in aktuellen Kriegsgebieten, ist die wirkliche Zahl jedoch vermutlich noch deutlich höher. In 11 Staaten wurde der  Einsatz von Minen und Sprengfallen beobachtet ? in Afghanistan, dem Irak, dem Jemen, Kolumbien, Libyen, Myanmar, Nordkorea, Pakistan, Syrien, Tunesien und der Ukraine ? doch nur in Myanmar, Nordkorea und Syrien durch staatliche Truppen. Der Monitor berichtet auch über vermehrte Einsätze von „improvised explosive devices“, z.B. Sprengfallen, durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppen.

Rund um den Globus sind 57 Staaten und vier Gebiete weiterhin durch Minen verseucht. In 43 Ländern führt Handicap International Minenräumaktionen und Risikoaufklärung durch, betreut Opfer oder organisiert Kampagnen, darunter in Syrien, im Irak und in der Ukraine.

30 November 2015
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitäre Hilfe muss in Konfliktregionen ankommen
© HI
Minen und andere Waffen Nothilfe

Humanitäre Hilfe muss in Konfliktregionen ankommen

Nach dreimonatiger Verzögerung hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 1. Juli endlich die Resolution 2532 (2020) angenommen, in der die sofortige Einstellung von Feindseligkeiten und eine humanitäre Feuerpause von mindestens 90 Tagen gefordert wird. Dadurch soll ermöglicht werden, dass humanitäre Hilfe zur Bekämpfung des Coronavirus auch Menschen in Konfliktregionen erreichen kann.

Syrien: Rückkehr schier unmöglich
© Bahia Z./ HI
Minen und andere Waffen Nothilfe Rechte

Syrien: Rückkehr schier unmöglich

Armut, zusammengebrochenes Gesundheitswesen, Coronavirus und die Verseuchung durch explosive Kriegsreste – die syrische Bevölkerung, die vor dem Krieg geflohen ist, steht vor immer größer werdenden Herausforderungen. Solange die lebenswichtige Versorgung nicht wiederhergestellt ist und Minen geräumt sind, können sie nicht nach Hause zurückkehren und ein menschenwürdiges Leben führen.

Corona-Krise: Virtuelle Golf-Challenge zur Unterstützung der HI-Projektländer
© Golf in Leicht / HI
Finanzierungen

Corona-Krise: Virtuelle Golf-Challenge zur Unterstützung der HI-Projektländer

HI ruft zu einer virtuellen Golf-Challenge auf, um Spenden für Menschen mit Behinderung zu sammeln, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind.