Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Landminenmonitor 2015: Für eine Welt ohne Minen bleibt viel zu tun

Minen und andere Waffen
Deutschland

Am 26. November veröffentlicht die internationale Landminenkampagne den jährlichen Bericht über die weltweiten Probleme durch Landminen und über die Umsetzung des Minenverbots.

Ein Junge steht vor einem Danger Mines Schild auf einem Minenfeld in Kambodscha

Direkt neben dem Schulweg dieses kamobschanischen Jungens liegt ein Minenfeld. | © Paul James Hay / Handicap International

Handicap International erinnert als Gründungsmitglied der Kampagne aus diesem Anlass an das Versprechen bei der Überprüfungskonferenz des Verbotsvertrags im Juni 2014, die Welt bis 2025 von Minen zu befreien. Der aktuelle „Landmine Monitor“ zeigt jedoch, dass die Zahl der durch Minen verletzten oder getöteten Menschen wieder steigt. Die Vertragsstaaten sollten ihre Anstrengungen deshalb deutlich erhöhen, um diese Bedrohung aus der Welt zu schaffen.

„Unsere Hoffnungen waren groß, als sich die Unterzeichnerstaaten des Minenverbotsvertrags im letzten Jahr in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo dazu verpflichteten, die Welt bis 2025 von Minen zu befreien“, erinnert sich Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland. „Sie haben zehn Jahre Zeit, um Entminungsprogramme abzuschließen, Bestände zu zerstören und die langfristige Unterstützung der Überlebenden zu gewährleisten. Wir rufen insbesondere Unterzeichnerstaaten, deren Gebiete kontaminiert sind, dazu auf, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. Dazu braucht es aber auch den erhöhten Einsatz der Geldgeber, damit die Finanzierung von Räumungsarbeiten wieder neuen Schwung bekommt.“

Dass die Räumung in etlichen verminten Ländern nur langsam vorwärts kommt, lässt Zweifel aufkommen am politischen Willen, das große Ziel wirklich zu erreichen. 27 von 33 Unterzeichnerstaaten mit verseuchten Gebieten wurden bereits Aufschübe bezüglich der Fristen zur Minenräumung gewährt. Das Beispiel Mosambiks, das sich am 17. September 2015 offiziell für minenfrei erklärt hat, zeigt, dass der Kampf gegen Minen auch in einem armen Land gewonnen werden kann. Handicap International spielte in hier eine wesentliche Rolle, indem die Organisation zwischen 1998 und 2015 16 Millionen Quadratmeter Land entminte.

Mehr als 3.600 Opfer im Jahr 2014

Laut Landmine Monitor 2015 wurden im letzten Jahr 3.678 Menschen durch Minen oder explosive Überreste getötet oder verletzt. Dies bedeutet wieder einen Anstieg um 12 Prozent, nachdem die Zahl der Opfer im Vorjahr einen Tiefststand erreicht hatte. Da viele Unfälle nicht registriert werden, besonders in aktuellen Kriegsgebieten, ist die wirkliche Zahl jedoch vermutlich noch deutlich höher. In 11 Staaten wurde der  Einsatz von Minen und Sprengfallen beobachtet ? in Afghanistan, dem Irak, dem Jemen, Kolumbien, Libyen, Myanmar, Nordkorea, Pakistan, Syrien, Tunesien und der Ukraine ? doch nur in Myanmar, Nordkorea und Syrien durch staatliche Truppen. Der Monitor berichtet auch über vermehrte Einsätze von „improvised explosive devices“, z.B. Sprengfallen, durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppen.

Rund um den Globus sind 57 Staaten und vier Gebiete weiterhin durch Minen verseucht. In 43 Ländern führt Handicap International Minenräumaktionen und Risikoaufklärung durch, betreut Opfer oder organisiert Kampagnen, darunter in Syrien, im Irak und in der Ukraine.

30 November 2015
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Meilenstein für das Humanitäre Völkerrecht
© Elisa Fourt/HI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Meilenstein für das Humanitäre Völkerrecht

Am 12. August jährt sich die Unterzeichnung der vier Genfer Abkommen von 1949 zum 70. Mal. Die Genfer Abkommen bilden das Kernstück des heutigen Humanitären Völkerrechts und schützen Menschen vor Grausamkeit und Unmenschlichkeit in Kriegssituationen.

Minenräumung unter extremen Bedingungen
© Gilles Lordet / HI
Minen und andere Waffen

Minenräumung unter extremen Bedingungen

Seit November 2018 führt HI im Tschad in der Nähe von Faya-Largeau, der Hauptstadt der Provinz Borku, ein Projekt zur Räumung von explosiven Kriegsresten wie Landminen und Explosivwaffen durch. Rund 50 Entminer/-innen sind dort im Einsatz. Gilles Lordet, Kommunikationsbeauftragter für HI, hat das Team bei einem typischen Morgeneinsatz begleitet.

Kurs zur inklusiven Sanitärversorgung in der Nothilfe
© GTO/THW
Inklusion Nothilfe

Kurs zur inklusiven Sanitärversorgung in der Nothilfe

Das Projekt „Phase 2 – Leave no one behind“ hat bei einem Simulationstraining des Technischen Hilfswerks und der German Toilet Organization deutsche humanitäre Akteure zum Bau von inklusiven Sanitäranlagen in der humanitären Hilfe geschult und ihnen einen umfassenden Überblick zu den Herausforderungen und Möglichkeiten geboten.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ