Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Manchmal essen sie tagelang nichts

Minen und andere Waffen Nothilfe Rechte von Menschen mit Behinderung
Mali

Anne Gormally ist gerade aus Niger und Mali zurückgekommen. Dort nahm sie die Bedürfnisse der Flüchtlingsgruppen in der Sahelzone auf, die auf Grund schlechter Ernte und der Bedrohung durch bewaffnete Gruppen geflohen sind. Im Kontext der Hungersnot hilft Handicap International insbesondere den schutzbedürftigen Menschen, die keine Möglichkeit haben, zur Hilfsgüterverteilung zu gelangen. 

Die sich ausbreitende Hungersnot in der Sahelzone wird zurzeit aufgrund politischer und sicherheitspolitischer Instabilität in Mali verschlimmert, wo der Umsturz sowie das Vordringen bewaffneter Gruppen im Norden des Staates die Bevölkerung weiterhin schwächt. Anne Gormally hat für Handicap International eine Auswertung in der Region und besonders in Niamey durchgeführt, wodurch die dringendsten Bedürfnisse der schutzbedürftigsten Menschen evaluiert wurden.

„In Niamey habe ich eine Gruppe Frauen getroffen, die alle körperlich behindert sind. Die schreckliche Ausgrenzungssituation, in der sie sich befinden, hat mich tief berührt. Sie haben weder Zugang zu den kostenlosen Verteilungen, noch zu den Läden mit angemessenen Preisen. Ihnen ist es auch nicht möglich, die Märkte zu besuchen, um ihre Produkte zu verkaufen. Folglich sind sie mittellos. Eine von ihnen berichtete sogar, dass sie manchmal tagelang nichts essen“, erzählt Anne. „Dringend müssen die spezifischen Bedürfnisse der schutzbedürftigsten Menschen in den Nothilfeeinsätzen berücksichtigt werden, allen voran Menschen mit Behinderung und schwangere Frauen. Besonders die Zugangsprobleme zur humanitären Hilfe, mit denen sie ständig konfrontiert werden, müssen schnell behoben werden. In diesem bereits schwierigen Kontext ist die Situation dieser Menschen besonders besorgniserregend“.

Die Stadt Niamey und das Umland, wo Anne Gormally ihre Evaluierung durchführte, zählt zu den Regionen mit dem größten Anteil an Haushalten in einer Situation von schwerer Hungersnot.„ Das Problem der Hungersnot ist zwar chronisch in diesem Gebiet Afrikas, doch scheint die Situation im städtischen Umfeld, wie in Niamey, dieses Jahr deutlich schlimmer zu sein als normalerweise. Der Einsatz von Handicap International ist sehr wichtig, um die Grundversorgung der schutzbedürftigsten Menschen – einem beträchtlichen Teil der Einwohner Niameys - zu gewährleisten.

In der Hauptstadt Nigers möchte Handicap International ein Projekt starten, das bis zu 400 Familien helfen könnte. Das entspräche fast 3.000 Menschen, darunter Familien von Menschen mit Behinderung, schwangere Frauen etc. Unter anderem will die Hilfsorganisation ihnen den Zugang zu Lebensmitteln während des gesamten Zeitraums zwischen den Ernten gewährleisten und Ihnen dabei helfen, besser in Nothilfemaßnahmen mit einbezogen zu werden.

Handicap International kann auf sehr erfahrene Teams in Niger, Mali, und sogar in Burkina Faso zählen, da die Teams bereits seit mehreren Jahren in Entwicklungsprojekten arbeiten.

4 Mai 2012
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019:  Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig
© C.Briade/HI
Inklusion Nothilfe

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019: Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig

Auf dem Humanitären Kongress in Berlin diskutieren Expert/-innen über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise. Der Klimawandel verstärkt die Anzahl der Katastrophen und Konflikte weltweit. Für Menschen mit Behinderung sind die Barrieren nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen besonders hoch und oftmals werden sie in der humanitären Hilfe übersehen. Handicap International fordert mehr Teilhabe für die, die am meisten Schutz benötigen. Humanitäre Helfer müssen im Notfall inklusiv denken und diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.
© W. Daniels / HI
Minen und andere Waffen

Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.

Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten
©CARE, 2017
Nothilfe

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten

Naturkatastrophen passieren immer wieder und sind selten vorhersehbar. Deshalb hilft HI in 16 besonders gefährdeten Ländern, um die Menschen besser darauf vorzubereiten und beispielsweise die Häuser widerstandsfähiger zu machen. Im Fokus unserer Unterstützung: Hilfe für Menschen mit Behinderung, ältere Personen und Kinder. In einem unserer Projekte fördern wir nachhaltige Baumethoden, die starken Stürmen standhalten können.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ