Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Minenfilm „Unter dem Sand“ für Oscar nominiert

Minen, Streubomben und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit Politische Kampagnenarbeit
International

Die meisten Landminen in Europa fanden sich Mitte des 20. Jahrhunderts noch in Dänemark. Deutschland verlegte im Zweiten Weltkrieg Millionen von Minen an der dänischen Westküste. Der Film „Unter dem Sand“ greift diese Thematik auf und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie menschenverachtend und brutal Minen sind. Nun ist er verdient für den Oskar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert worden. Die Produzenten des Films wissen, dass Minen auch heute noch viele Menschen bedrohen und rufen deshalb dazu auf, mit Handicap International die Opfer zu unterstützen.

Das Filmplakat von "Unter dem Sand" ist zu sehen. Links im bild schaut ein Mann mit Sturmhaube in die Kamera. Rechts im Bild ist ein Mann zu sehen, der einen anderen Mann mit schmerzverzehrtem Gesicht im Arm hält.

Koch Media

Mai 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, doch an der dänischen Küste lauern noch schätzungsweise 2,2 Millionen Landminen, von den Deutschen als Teil des so genannten „Atlantikwalls“ vergraben. Zur Räumung werden vor allem junge deutsche Kriegsgefangene eingesetzt, Jungen zwischen 15 und 18 Jahren, die kurz zuvor für Hitlers sogenannten Volkssturm eingezogen worden waren. In 5 Monaten werden 1.402.000 Minen entfernt, mindestens 1.000 Menschen verlieren ihr Leben. Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von Jungen, die für eines dieser Himmelfahrtskommandos eingeteilt werden: die Säuberung eines Strandes von 45.000 Tretminen. Weder ausgebildet noch ausgerüstet und völlig ohne technische Hilfsgeräte müssen sie sich Stück für Stück durch den Sand quälen. Wo die nächste Mine liegt, wo diese explodieren wird, ist ungewiss. Das Einzige, was ihren Lebenswillen erhält, ist die Hoffnung auf Freiheit.

Das Filmteam möchte auf die Aktualität der Minenproblematik aufmerksam machen

Die Minen in Dänemark sind heute beseitigt – unter den brutalen Umständen, die der Film „Unter dem Sand“ so eindrucksvoll schildert, dass er für den Oskar nominiert wurde. Doch dem Filmteam ist bewusst, dass die Minenproblematik immer noch sehr aktuell ist.

„Alle involvierten Filmemacher sind froh, wenn dieses unerschöpfliche und leider zeitlose Thema, Landminen und ihre Opfer, durch unseren Film „Unter dem Sand“ im Gespräch und damit im Bewusstsein der Gesellschaft bleibt”, sagt Oliver Simon, Partner der Produktionsgesellschaft K5 International.

Immer noch gibt es mitten in Europa Länder, die zu den am meisten verminten der Welt gehören, allen voran Bosnien. Und nachdem die Opferzahlen weltweit jahrelang zurückgegangen waren, sind seit 2015 Unfälle mit Landminen und anderen explosiven Kriegsresten sogar wieder um 75% angestiegen. Besonders viele Unfälle gab es in den aktuellen Konfliktgebieten Afghanistan, Libyen, Syrien, Ukraine und Jemen.

Unser Ziel: Eine Welt ohne Minen

Wir sind weltweit in betroffenen Ländern aktiv, um Minen und andere explosive Kriegsreste zu räumen und die Opfer zu unterstützen. Außerdem hat die von uns mit gegründete Internationale Landminenkampagne viel dazu beigetragen, dass 1999 ein Vertrag zum Verbot von Anti-Personen-Minen in Kraft trat. Entscheidend ist, dass dieser Vertrag konsequent umgesetzt wird und vor allem verminte Gebiete geräumt werden. Aus unseren Programmen zur Risikoaufklärung, Minenräumung und Opferhilfe wissen wir, dass diese Unterstützung zahlreiche Leben rettet. Einst schwer verminte Länder sind heute schon minenfrei. Wenn alle Staaten dem Verbotsvertrag beitreten und sich gegenseitig bei der Räumung unterstützen, kann eine Welt ohne Minen möglich werden!

22 Februar 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Minensuchdrohnen
© John Fardoulis/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen

Minensuchdrohnen

In Faya-Largeau (Nord-Tschad) hat HI begonnen, Minensuchdrohnen zu testen. Das Ziel ist, genauer herauszufinden, welche Gefahren in und auf dem Boden lauern – Die neuen Drohnen sind eine Revolution in der Minenräumung! HI-Projektleiter Xavier Depreytere erklärt mehr zum Projekt.

Achtung: Münchner Büro zieht um! Öffentlichkeitsarbeit

Achtung: Münchner Büro zieht um!

ACHTUNG: In München ziehen wir um: Vom 25.1. bis 1.2. werden wir über Festnetz in München nicht erreichbar sein. Unsere neue Adresse lautet: Landsberger Str. 428, 81241 München. Die Telefonnummern bleiben erhalten. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Neu erschienen: "Dunkle Reisen" von Till Mayer
© Till Mayer / HI
Öffentlichkeitsarbeit

Neu erschienen: "Dunkle Reisen" von Till Mayer

Seit vielen Jahren ist der Fotojournalist als Reporter eng mit Handicap International verbunden. Seit über 20 Jahren geht er auf seine „Dunklen Reisen“. Rund 80 große Reportagen sind in der Zeit entstanden, zahlreiche Ausstellungen und mehrere Bücher. In seinem neuesten und bislang persönlichsten, gibt er nun Auskunft über manche Hintergründe, auch über seine Gefühle auf seinen Recherchereisen. In 13 verschiedene Staaten von Kolumbien bis Nepal, vom Südsudan bis nach Tschechien und immer wieder in die Ukraine führen uns seine Berichte über menschliche Grenzsituationen. Das Buch ist beim Erich Weiß Verlag erschienen.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Logos Geldgeber