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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Minenräumung in der Fußgängerzone

Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit
Deutschland

Hilfsorganisation Handicap International macht mit Aktion auf die Bedrohung durch Explosivwaffen aufmerksam: Am heutigen Nachmittag verwandelte die Hilfsorganisation Handicap International (HI) den Platz vor dem Richard-Strauß-Brunnen in der Münchner Fußgängerzone in ein künstliches Minenfeld. Gemeinsam mit einem professionellem Entminungs-Team der EMC Kampfmittelbeseitigungs GmbH zeigte das Team von HI, wie gefährlich und mühsam es ist, wenige Quadratmeter vermintes Gelände wieder sicher zu machen. Mit der Aktion schaffte die Organisation Aufmerksamkeit dafür, dass Explosivwaffen sowohl während als auch nach einem Krieg besonders in der Zivilbevölkerung tausende Opfer fordern. HI sammelte zudem Unterschriften für die Kampagne „Stop bombing civilians“. Für lautstarke Unterstützung sorgten die Trommelgruppen „Stockwerk Orange“ und „Ruhestörung“.

Wie bei echten Entminungen waren die Mitarbeiter von EMC von oben bis unten mit Helm, Schild und ihrem mehrere Kilo schweren Schutzanzug ausgerüstet. So bekamen die Passanten einen Eindruck davon, wie aufwändig es ist, Landminen oder explosive Reste in der Erde zu finden und zu entschärfen. Eva Maria Fischer, Mitgründerin von HI Deutschland und Leiterin der politischen Abteilung, erklärte, wie heimtückisch Landminen oder Blindgänger sind. „Oftmals lauern explosive Kriegsreste noch Jahre nach einem Krieg in Feldern, Spielplätzen oder Ruinen“, so Fischer. „Unter den Opfern sind daher auch viele Kinder, die beim Spielen oder auf dem Schulweg auf eine Mine treten oder einen Blindgänger auslösen.“ Die tagtägliche Bedrohung für die Bevölkerung in Ländern wie Kolumbien, dem Irak, Tschad oder Afghanistan ist in Deutschland kaum vorstellbar.

Erstaunte Passanten

Die Passanten schauten bei den Entminungsaktionen gespannt zu. Eine Münchnerin sagte: „Ich hätte nie gedacht, dass noch so viele Minen in so vielen Ländern liegen. Es ist das erste Mal, dass ich eine Landmine sehe – ich wusste gar nicht, wie so ein Ding aussieht.“

Mit der internationalen Kampagne „Stop bombing civilians“ setzt sich HI gegen die Bombardierung von Wohngebieten ein: 90 Zivilist/-innen werden täglich durch explosive Kriegsreste getötet oder verletzt; dazu kommt die Langzeitbedrohung, wie von der heutigen Entminungsaktion eindrücklich illustriert wurde. Bis Ende des Jahres will die Organisation eine Million Unterschriften sammeln und diese dann politischen Entscheidungsträgern und der UN-Generalversammlung überreichen. Zahlreiche Interessierte halfen mit ihrer Unterschrift, diesem Ziel ein Stück näher zu kommen.

Petition gegen Bomben auf Wohngebiete

„München 1945 – Irak heute“ – so lautete die Überschrift auf einem großen Transparent, das hinter dem Minenfeld aufgebaut war. Dies verglich in einer Photomontage das im zweiten Weltkrieg zerbombte München und die jüngsten Zerstörungen der nordirakischen Stadt Mossul. Während die Bilder von Schutt und Asche in Deutschland zur Vergangenheit gehören, sind sie andernorts allgegenwärtig. Besonders die Zivilbevölkerung leidet unter dem Einsatz von Explosivwaffen. Ein normales Leben ist auch nach dem Krieg lange nicht möglich.

Künstliches Minenfeld in der Münchner Fußgängerzone

26 Juli 2018
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Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.
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Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

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Die jüngste Militäroffensive im Nordosten Syriens droht tausende Zivilist/-innen von Hilfe abzuschneiden und treibt viele in die Flucht, die oft schon vorher innerhalb Syriens geflohen waren. Davor warnen 15 Hilfsorganisationen, darunter Handicap International. CARE, Ärzte der Welt und Oxfam. Sie fordern die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in dicht besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen. 


 

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen
© B. Chapuis / HI
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Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Wien, 2. Oktober 2019. Vertreter/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer politischen Erklärung mit zu arbeiten. Handicap International hatte jahrelang auf die menschliche Tragödie durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation begrüßte die große Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich, dass auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer Teil der Erklärung sein müssen. 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ