Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Mossul: Die Anzahl der Vertriebenen hat sich innerhalb einer Woche verdoppelt

Nothilfe
Irak

Einen Monat nach Beginn der Offensive auf Mossul (Irak) wurden bereits über 55.000 Menschen vertrieben. Die Teams von Handicap International engagieren sich seit dieser Woche in den Flüchtlingslagern und Gemeinden, in denen die Vertriebenen Zuflucht suchen.

Szene aus dem Camp Khazer. Ein Junge spielt auf einer sandigen Straße. Im Hintegrund sind Zelte.

Camp-Khazar - hier leben 15.000 Menschen | © E. Fourt / Handicap International

Die Anzahl der vertriebenen Menschen hat sich innerhalb der letzten Woche verdoppelt, und die Bedarfe derjenigen, die vor den Kämpfen geflohen sind, wachsen immer weiter an.
Fanny Mraz, Leiterin der Projekte von Handicap International im Irak

Vor ein paar Tagen besuchte Fanny gemeinsam mit anderen Mitarbeitenden von Handicap International einige Flüchtlingscamps und Aufnahmegemeinden. Eines von ihnen war das Camp Jad’ah, in dem nahezu 6.500 Menschen leben.

„Wir haben viele Rollstühle vor den Zelten stehen sehen. Laut dem Campmanager leiden viele Menschen unter einer Verletzung oder Behinderung“, sagt Fanny Mraz. „Wir machen uns Sorgen um den Gesundheitszustand der Leute in dieser Gegend. Seit über einem Monat hängt eine schwarze Rauchwolke über dem Camp. Niemand war bisher in der Lage, die brennenden Erdölquellen zu löschen, die von den Gruppen des Islamischen Staats angezündet wurden, bevor sie sich aus Qayyarah zurückzogen. Das liegt nur ein paar Kilometer entfernt. Außerdem ist die Gegend schwer zu erreichen und hat bisher nicht genug humanitäre Hilfe erhalten.“

Fanny Mraz besuchte ebenfalls das neue Lager für Vertriebene in Hasansham, wo 10.000 Menschen untergebracht sind, und das jetzt voll ist. Fast 15.000 Menschen wurden dem benachbarten Lager Khazer zugewiesen, das bis zu 36.000 Leute aufnehmen kann. „Diese Camps sind schon jetzt riesengroß und werden immer weiter wachsen“, berichtet Fanny. „Die humanitären Akteure konnten bisher ganz gut mit der anfänglichen Welle der Geflüchteten umgehen, doch die Anzahl der Leute, die fliehen, ist in den letzten Wochen nach oben geschossen. Jetzt stehen wir vor einem Versorgungsmangel.“

Ab nächster Woche werden über zehn Teams von Handicap International in den Camps Unterstützung anbieten. Für Menschen mit Behinderung und mit Verletzungen wird Physiotherapie organisiert, gemeinsam mit psychosozialer Unterstützung. Aufklärungsteams werden vertriebene Menschen über die Gefahren von Landminen und improvisierten Sprengkörpern in den umliegenden Gebieten und an ihren Herkunftsorten aufklären.

16 November 2016
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Aufräumen nach Taifun Mangkhut
@ HI
Nothilfe

Aufräumen nach Taifun Mangkhut

Am 15. September 2018 traf der Taifun Mangkhut auf den Norden der Philippinen. Mehr als eine Million Hektar Ackerland wurden zerstört oder beschädigt. In Pinukpuk  wurden 90% der Maisplantagen und 60% der Reisplantagen zerstört. Viele abgelegene Gebiete waren durch Erdrutsche und verwüstete Straßen nicht mehr zugänglich.

„Das muss man allein mit fünf Kindern erstmal stemmen!“
© Neil Thomas/HI
Inklusion Nothilfe

„Das muss man allein mit fünf Kindern erstmal stemmen!“

Weltfrauentag: Die Geschichte einer starken Frau aus dem Mahama Flüchtlingscamp in Ruanda
Unser HI-Botschafter und „Model mit Prothese“ besuchte Ende Februar das Mahama Camp für burundische Geflüchtete in Ruanda. Mario traf viele Menschen, hörte viele Geschichten, bewegende Schicksale. Eine davon ist die der 42-jährigen Jane*. Allein mit ihren fünf Kindern floh sie 2015 von Burundi nach Ruanda.

Geberkonferenz Jemen - Gemeinsames Statement INGOs
© Feida / HI
Minen, Streubomben und andere Waffen Nothilfe

Geberkonferenz Jemen - Gemeinsames Statement INGOs

Seit der Eskalation des Konflikts im Jemen vor fast vier Jahren ist der humanitäre Bedarf im Land drastisch gestiegen. Es wird geschätzt, dass 24 Millionen Menschen – das sind 80 Prozent der Bevölkerung – im Jahr 2019 in irgendeiner Form humanitäre Hilfe benötigen[1]. Diese Zahl ist innerhalb von nur 12 Monaten um zwei Millionen bzw. 10 Prozent gestiegen. Dies lässt sich darauf zurückzuführen, dass die Wirtschaft im Jemen fast vollständig zusammengebrochen ist, sich der Konflikt über weite Teile des Landes erstreckt, Völkerrecht missachtet wird und immer mehr zivile Infrastrukturen zerstört werden. Insbesondere Schulen und Krankenhäuser sind betroffen. Darüber hinaus haben die Menschen keinen Zugang zu grundlegender Versorgung, was dazu beiträgt, dass viele an vermeidbaren Krankheiten sterben, die Anzahl der Vertriebenen stark ansteigt und sexuelle Gewalt zunimmt.

 

 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Logos Geldgeber