Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Politische Erklärung gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung

Minen und andere Waffen
Deutschland

Handicap International (HI) nimmt am ersten Ausschuss der Generalversammlung der Vereinten Nationen teil: dem Ausschuss für Abrüstung und internationale Sicherheit. Dieser hat Anfang Oktober seine Arbeit aufgenommen. Warum ist HI bei diesem großen internationalen Gremium dabei?

Unterstützer der Stop Bombing Civilians Kampagne mit ihrem Stop-Foto

Unterstützer der aktuellen Kampagne STOP! Bombing Civilians | Handicap International

HI bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen trifft sich jedes Jahr ab Anfang September. Sie besteht aus sechs Ausschüssen. Das sind große Arbeitsgruppen, von denen jede auf einen bestimmten Bereich spezialisiert ist. Ihre Aufgabe ist es, Diskussionen zu führen, die Generalversammlung auf besonders wichtige Themen hinzuweisen und Empfehlungen abzugeben. HI nimmt am Ausschuss für Abrüstung und internationale Sicherheit teil.

Im Dialog mit Staaten


Bei den Treffen in diesem Ausschuss wird HI vom 2. Oktober bis zum 2. November mit den Staaten im Dialog stehen. Dabei werden wir diejenigen Staaten, die noch nicht unterzeichnet haben, zur Unterzeichnung der Ottawa-Konvention (über das Verbot von Landminen) und die Oslo-Konvention (über das Verbot von Streubomben) aufrufen. Dies sind die zwei historischen Kampagnen von Handicap International. Außerdem sprechen wir die Staaten darauf an, dass immer mehr explosive Waffen in bewohnten Gebieten eingesetzt werden. Dazu legen wir ihnen unseren Bericht „Die Bomben folgten uns überall hin“ vor, den wir am 5. Oktober 2017 veröffentlicht haben. Dieser Bericht zeigtdeutlich die Verbindung zwischen den Bombenangriffen auf Zivilisten und der erzwungenen Migration der Bevölkerung im Syrien-Konflikt. Viele Menschen werden durch die Bomben gar mehrmals hintereinander in die Flucht getrieben.

Für eine politische Erklärung

Im Zuge des Kampfes gegen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung (aktuelle Kampagne STOP! Bombing Civilians) setzt sich HI gegenüber den Staaten dafür ein, dass eine gemeinsame politische Erklärung ausgearbeitet wird. Diese soll drei Punkte hervorheben:  dass alle Staaten die Verwendung von explosiven Waffen in bewohnten Gebieten verurteilen; dass sie das Leid der zivilen Bevölkerungen anerkennen und dass sie den Opfern helfen. Die Erarbeitung einer solchen politischen Erklärung ist ein wichtiges Ziel in unserem Einsatz gegen Explosivwaffen. Wir erhoffen uns davon, dass am Ende maximal viele Staaten die Erklärung unterstützen und sie unterzeichnen. Derzeit arbeitet eine Gruppe von Staaten und Nichtregierungsorganisationen an einem Textentwurf. So eine Arbeit kann allerdings Jahre dauern… HI ist fest entschlossen, dem Einsatz von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten ein Ende zu setzen – ganz besonders der Waffen mit Flächenwirkung.

Die Mobilisierung der Bürgerinnen und Bürger

Seit Anfang September betreibt HI eine Mobilisierungskampagne gegen Bombenangriffe auf Zivilisten in den sozialen Netzwerken mit dem Namen Stop Bombing Civilians. Mitmachen ist ganz einfach: „Stop“ auf die Hand schreiben, ein Foto schießen, auf dem die Hand gut sichtbar ist und das Bild auf unserer Kampagnenseite und in den sozialen Medien posten – mit dem Hashtag #StopBombing oder #StopBombingCivilians. So zeigen Sie ihre wertvolle Unterstützung für die Kampagne von HI!

26 Oktober 2017
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München, 30. März 2021. Anlässlich des Internationalen Tages der Aufklärung über die Minengefahr am 4. April weist die Hilfsorganisation Handicap International (HI) auf die Risiken und die hohe Verseuchung durch Landminen, explosive Kriegsreste, Sprengfallen und improvisierte Minen hin. Diese bedrohen vor allem in Wohngebieten das Leben der Zivilbevölkerung und machen die Rückkehr zu einem normalen sozialen und wirtschaftlichen Leben unmöglich. Die Räumung wird immer komplizierter und langwieriger, erklärt Handicap International und fordert außerdem, dass die Gefahrenaufklärung der Bevölkerung dringend ausgeweitet werden muss. Laut dem aktuellen Landminenmonitor sind 80% der Opfer Zivilisten und Zivilistinnen – darunter 43% Kinder.