Gehe zum Hauptinhalt

Streubombenverbot wird 7 Jahre alt!

Minen und andere Waffen
International

Am 1. August vor 7 Jahren trat der Oslo-Vertrag über ein Streubombenverbot in Kraft – ein bahnbrechendes Abrüstungsabkommen, das schon viel bewirkt hat. Nichtsdestotrotz wurden in den Konflikten und Kriegen der letzten Jahre weiterhin Streubomben eingesetzt.

Überreste einer Streubombe in Laos

Streubombe in einem Reisfeld in Laos | © Damien Kremer / Handicap International

Streubomben verteilen sogenannte Submunitionen über weite Flächen und treffen durch die Streuwirkung immer auch die Zivilbevölkerung. Außerdem hinterlassen sie zahlreiche Blindgänger, die ähnlich wie Landminen noch lange nach dem Ende eines Konfliktes von Bauern auf dem Feld oder von spielenden Kindern ausgelöst werden können.

Nachdem die massiven Streubomben-Einsätze in Südostasien, auf dem Balkan, im Irak, in Afghanistan oder im Libanon offensichtlich verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung hatten, begann 2007 der so genannte Oslo-Prozess. Er führte in knapp zwei Jahren zu einem Verbotsvertrag, der am 1. August 2010 in Kraft trat. Entscheidend geprägt wurde dieser Erfolg von der von Handicap International mit begründeten internationalen Kampagne Cluster Munition Coalition.

Bis heute wurde der Vertrag, der den Einsatz, die Lagerung, den Handel und die Produktion von Streubomben verbietet, von 119 Ländern unterzeichnet. 102 Staaten haben ihn ratifiziert, zuletzt Benin. Unter den Vertragspartnern sind Länder wie Deutschland, die große Bestände an Streubomben lagerten oder auch Großbritannien und die Niederlande, die selbst Streubomben in Konflikten eingesetzt hatten.

Zum Einsatz kamen diese verheerenden Waffen allerdings in den letzten Jahren trotz allem: in Syrien, in der Ukraine und im Jemen ? Staaten, die den internationalen Verbotsvertrag nicht unterzeichnet haben. Diese Einsätze und die Universalisierung des Vertrags werden ein wichtiges Thema sein, wenn sich im September diesen Jahres die Vertragsstaaten treffen, um den Fortschritt und die Umsetzung des Vertrags zu besprechen.

Sowohl die bisherigen Erfolge des Streubombenverbots als auch die erneuten Einsätze von Staaten außerhalb des Abkommens machen deutlich, wie wichtig es ist, dass alle Staaten dem Oslo-Vertrag beitreten.

1 August 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitäre Hilfe muss in Konfliktregionen ankommen
© HI
Minen und andere Waffen Nothilfe

Humanitäre Hilfe muss in Konfliktregionen ankommen

Nach dreimonatiger Verzögerung hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 1. Juli endlich die Resolution 2532 (2020) angenommen, in der die sofortige Einstellung von Feindseligkeiten und eine humanitäre Feuerpause von mindestens 90 Tagen gefordert wird. Dadurch soll ermöglicht werden, dass humanitäre Hilfe zur Bekämpfung des Coronavirus auch Menschen in Konfliktregionen erreichen kann.

Syrien: Rückkehr schier unmöglich
© Bahia Z./ HI
Minen und andere Waffen Nothilfe Rechte

Syrien: Rückkehr schier unmöglich

Armut, zusammengebrochenes Gesundheitswesen, Coronavirus und die Verseuchung durch explosive Kriegsreste – die syrische Bevölkerung, die vor dem Krieg geflohen ist, steht vor immer größer werdenden Herausforderungen. Solange die lebenswichtige Versorgung nicht wiederhergestellt ist und Minen geräumt sind, können sie nicht nach Hause zurückkehren und ein menschenwürdiges Leben führen.

Handicap International stellt sich klar und unmissverständlich hinter Black Lives Matter Inklusion Politische Kampagnenarbeit Rechte

Handicap International stellt sich klar und unmissverständlich hinter Black Lives Matter

Die Grundpfeiler unserer Arbeit sind Menschlichkeit und Inklusion. Handicap International wurde vor fast 40 Jahren gegründet aus der Empörung über die Ungerechtigkeit, der Menschen mit Behinderung weltweit ausgesetzt sind. Seither setzt sich Handicap International für eine Welt ein, in der jeder Mensch in Sicherheit und Würde leben kann, in der Gleichberechtigung und Inklusion selbstverständlich sind und in der alle Menschen durch die Vielfalt bereichert werden.