Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Südsudan: Daffala Saila kann endlich wieder aufstehen und laufen

Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie
Südsudan

Bis vor kurzem konnte Daffala Saila sich kaum selbstständig bewegen. Heute gewinnt der 46-jährige Südsudanese seine Unabhängigkeit Schritt für Schritt zurück – dabei wird er von den Fachkräften für Physiotherapie von Handicap International unterstützt.

Daffala Saila lebte in Kiloshara, einem kleinen Dorf nahe des Jamam Flüchtlingscamps in Maban, einem Bezirk im Südsudan. Im September 2012 begann er Rückenschmerzen zu bekommen, die sich kontinuierlich verschlimmerten, und seine Beine wurden immer schwächer. Nach einem Monat arrangierte sein Bruder einen Transport ins Krankenhaus im 50 Kilometer entfernte Maban.

Als er im Krankenhaus untersucht wurde, diagnostizierten die Ärzte bei ihm die Pott’sche Krankheit, eine Infektion der Wirbelsäule, verursacht durch Tuberkulosebazillen. Daffala hatte heftige Rückenschmerzen und verlor nach und nach das Gefühl in beiden Beinen. Er konnte sich nicht mehr hinstellen oder hinsetzen und sogar das Umdrehen im Bett war fast unmöglich. Als Teil der Behandlung musste Daffala täglich Medikamente einzunehmen. Ein Physiotherapeut von Handicap International half ihm Druckgeschwüre zu vermeiden und führte Übungen mit ihm durch, um seine Muskulatur zu stärken und versteifte Gelenken vorzubeugen. 

Ein zufälliges Treffen

Da Daffalas Bruder von seiner Familie nicht für lange Zeit abwesend bleiben konnte, musste er nach zwei Tagen in sein Dorf zurückkehren und lies Daffala allein im Krankenhaus zurück. „Als er ging, fühlte ich mich sehr einsam. Ich hatte viel Angst“, gibt Daffala zu. „Die täglichen Besuche des Physiotherapeuten waren eine große Hilfe, sowohl moralisch als auch körperlich“. Durch die Unterstützung von DG ECHO, dem deutschen Auswärtigen Amt und der CDC (Centre de Crise) des französischen Außenministeriums war Handicap International in der Lage, dieses Projekt im Camp Maban von September 2012 bis April 2013 ins Leben zu rufen.

Dank seiner unermüdlichen Entschlossenheit hat Daffala schnelle Fortschritte gemacht. Nach einer zweiwöchigen Behandlung schaffte er es bereits, sich ohne die Hilfe des Physiotherapeuten aufzusetzen und schließlich sogar für kurze Zeitabschnitte im Rollstuhl aufgerichtet sitzen zu bleiben. Da er keine herkömmlichen Toiletten benutzen konnte, wurde ihm ein Toilettenstuhl zur Verfügung gestellt, um sein Wohlbefinden und seine Unabhängigkeit zu verbessern. Nach zweimonatiger durchgängiger Arbeit mit seinem Physiotherapeuten konnte Daffal aufstehen und mit einer Gehhilfe laufen. Dank seiner Willenskraft und seinen regelmäßigen Übungen kann er mittlerweile mit nur einer einzigen Gehhilfe einige Schritte ohne fremde Hilfe gehen. Daffala plant in naher Zukunft in sein Dorf zurückzukehren und eines Tages sein Geschäft wieder zu eröffnen, das er früher gemeinsam mit seiner Familie leitete.

8 Februar 2013
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019:  Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig
© C.Briade/HI
Inklusion Nothilfe

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019: Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig

Auf dem Humanitären Kongress in Berlin diskutieren Expert/-innen über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise. Der Klimawandel verstärkt die Anzahl der Katastrophen und Konflikte weltweit. Für Menschen mit Behinderung sind die Barrieren nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen besonders hoch und oftmals werden sie in der humanitären Hilfe übersehen. Handicap International fordert mehr Teilhabe für die, die am meisten Schutz benötigen. Humanitäre Helfer müssen im Notfall inklusiv denken und diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

#school4all – für barrierefreie Bildung
© Erwan Rogard/ HI
Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung

#school4all – für barrierefreie Bildung

In allen Bundesländern sind die Sommerferien nun endgültig vorbei. In Deutschland drücken die Kinder wieder die Schulbank. Doch nicht in allen Ländern können Kinder zur Schule gehen. 32 Millionen Kinder mit Behinderung haben keinen Zugang zu Bildung. Manche werden sogar vor der Außenwelt versteckt oder eingesperrt. Wir möchten, dass alle Kinder in allen Ländern lernen können. Denn alle Kinder haben ein Recht auf Bildung! #school4all!

Psychosoziale Unterstützung in Somalia
© C. Smets-Luna / HI
Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie

Psychosoziale Unterstützung in Somalia

Trotz der Verbesserung der allgemeinen humanitären Lage leiden die Menschen in Somalia noch immer unter Gewalt, politischer Instabilität und einer hohen Sterblichkeitsrate. Durch die ständige Unsicherheit werden psychotische Symptome oft verursacht oder noch verstärkt. Menschen mit psychischen Störungen werden in der somalischen Gemeinschaft jedoch meist marginalisiert und Einrichtungen für psychische Gesundheit sind nur eingeschränkt verfügbar. Die psychische Gesundheit ist derzeit eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme, das es zu lösen gilt.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ