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Syrien: "Ich habe keine andere Wahl als stark zu sein"

Minen, Streubomben und andere Waffen Nothilfe Öffentlichkeitsarbeit
Syrien

Mit 57 Jahren ist Fawzi die Älteste einer Großfamilie. Ende 2013 floh sie aus Syrien mit zwei ihrer Töchter, ihrer Schwiegertochter und 12 Kindern. Sie fanden Zuflucht im Libanon, wo sie sich mit Hilfe von Handicap International niederlassen konnten.

Obgleich der Krieg sie auf harte Weise getroffen hat, die Männer der Familie getötet wurden oder vermisst werden, mussten Fawzi und ihre Familie lange überlegen, ob sie ihr Dorf in der Nähe von Homs in Syrien verlassen sollten. Doch als ihr Haus und Ihr Lebensmittelladen bombardiert wurden, blieb ihnen nichts anderes übrig als zu flüchten. Die Busreise, mehrmals unterbrochen, war lang und anstrengend. Zusätzlich zur Trauer über die Flucht aus ihrem Land kam die Angst, nicht über die Grenze zu kommen und damit gezwungen zu werden, in ihr Dorf und zu den Bomben zurückzukehren.

Gleich bei ihrer Ankunft lassen sie sich beim Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, dem UNHCR, registrieren. Gleichzeitig wird die Familie von einem der 110 freiwilligen Helfer, die in 55 Dörfern des Bekaa Tales verteilt sind, bei Handicap International gemeldet. Schnell wird mit der Familie Kontakt aufgenommen, damit sie bei den täglichen von Handicap International organisierten Verteilungen teilnehmen kann. Damit sie für die ersten Wochen bis zur offiziellen Registrierung versorgt wird, sorgt Handicap International für Lebensmittel und Grundbedürfnisse: Matratzen, Decken, hygienische Produkte, Babypflegemittel, Küchenutensilien. Zusätzlich wird der Familie eine mit 150 US-Dollar aufgeladene Geldkarte ausgehändigt, die sie für den Kauf von Heizmaterial verwenden können.  

Später finden sie eine Unterkunft, doch die vom Vermieter verlangten Mietkosten klingen wie eine Strafe. „200 US-Dollar, das ist der monatliche Mietbeitrag. Ich weiß nicht, wie wir das schaffen sollen, wir sind lediglich mit den Kleidern, die wir am Leib tragen, aus Syrien geflüchtet. Mehr haben wir nicht mehr. Wenn ich nicht bezahlen kann, müssen wir nach einer anderen Unterkunft suchen. Seit einem Monat konnten wir die Kinder etwas beruhigen. Aber ich gehe davon aus, dass es uns bald wieder schlechter gehen wird“, vertraut uns Fawzi an. Das Team von Handicap International sucht nach einer raschen Lösung und setzt die Familie in Verbindung mit weiteren Hilfsorganisationen. 

Mit 16 Menschen wohnen sie in zwei winzigen Zimmern, deren Wände aus tristem und grauem Beton bestehen. Es gibt weder Toiletten noch ein Badezimmer. „Wir müssen das Wasser kaufen, um uns zu waschen. Für den Toilettengang benutzen wir einen Eimer, einer nach dem anderen. Zum Glück haben wir Trinkwasser umsonst. Wir müssen das Wasser am Speicherbecken holen, am Ende der Straße“, erklärt Fawzi. „Das Wohnhaus, in dem wir leben, ist noch nicht fertig gebaut. Der Wind und die Kälte im Winter dringen überall ein. Als Türen dienen uns ein paar Vorhänge.“ Die Familie besitzt keine Möbel außer einem Holzofen inmitten des Wohnraumes, den sie sich mit finanzieller Hilfe von Handicap International kaufen konnten. Dieser Holzofen hilft der Familie sehr und Fawzi ist stolz darauf, denn er ist ihr einziges Besitztum. 

22 Januar 2014
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