Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Veränderungen in der militärischen Kriegspraxis

Politische Kampagnenarbeit
International

HI nimmt heute in Genf an Gesprächen[1] teil, in denen es um Einsätze von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten geht. Einer der Schwerpunkte der Gespräche ist, mit welchen Maßnahmen Streitkräfte die humanitären Auswirkungen solcher Einsätze minimieren können. Mit der internationalen Kampagne „Stop Bombing Civilians“ verfolgt HI das Ziel, dem Einsatz von explosiven Waffen in Wohngebieten ein Ende zu setzen. Gemeinsam mit dem internationalen Netzwerk INEW[2] verweist HI deshalb auch bei der heutigen Diskussion besonders auf die humanitären Folgen von Kriegen und präsentiert auf dem Podium über die Notwendigkeit von Opferhilfe für die betroffenen Menschen.


 

Schaubild von HI für die Kampagne "Stop Bombing Civilians"

Schaubild von HI für die Kampagne "Stop Bombing Civilians" | © HI

Zivilisten besonders bedroht

Bewaffnete Konflikte werden zunehmend in bevölkerten Gebieten ausgetragen. Dabei kommen fast ausschließlich explosive Waffen zum Einsatz. Angesichts dieser Umstände sind Zivilisten und zivile Infrastrukturen einer steigenden Gefahr ausgesetzt. Die Verwendung von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten hat verheerende Folgen für Zivilisten: Es kommt zu Todesfällen und Verletzungen, zu Vertreibung, Zerstörung grundlegender Infrastrukturen usw.

Laut unserer Partnerorganisation Action on Armed Violence (AOAV) sind 92 Prozent der Opfer von Beschuss und Bombenangriffen Familien: Männer, Frauen und Kinder, die nicht an den Kämpfen beteiligt sind – eine erschütternde Statistik, die inakzeptabel ist.

Militärische Handlungsweisen hinterfragen

In den Genfer Gesprächen sollen militärische Praktiken diskutiert werden, um die Auswirkungen für Zivilisten zu minimieren. Dabei geht es um Fragen wie: Wie gehen Militärs bei der Zielvorbereitung vor, um dem humanitären Völkerrecht zu entsprechen?  Wie wird eine angemessene Waffe zur Ausführung des Angriffs ausgewählt? Wie können Zivilisten während bewaffneter Auseinandersetzungen vorbereitet und informiert werden? Wie kann die Schulung und Ausbildung entscheidender Militärs in humanitärem Völkerreicht erneuert werden kann?

Die Teilnehmenden tauschen sich auch über technische und methodische Lösungen oder Empfehlungen aus, die helfen, zivile Opfer zumindest zu reduzieren. So erzeugt beispielsweise der indirekte Beschuss oft unverhältnismäßige Kollateralschäden und sollte deshalb nicht in Wohngebieten angewendet werden. Beschuss wird als „indirekt“ bezeichnet, wenn das Ziel nicht in Sichtlinie ist.

HI für den Schutz von Zivilisten

HI fordert, dass Einsätzen von explosiven Waffen in Wohngebieten ein Ende gesetzt wird. Zu diesem Zwecke unterstützen wir die Initiative einiger Staaten, die derzeit eine politische Deklaration ausarbeiten, in der diese Einsätze, aber auch humanitäre Aspekte zum Schutz der Bevölkerung geregelt werden sollen. Darüber hinaus begrüßt HI alle Gespräche und Initiativen, die den Schutz der Zivilbevölkerung fördern. Dazu gehört auch der Austausch über bewährte Verfahrensweisen, die den besten Schutz von Zivilisten gewährleisten. In jedem Fall muss auch die Unterstützung der Opfer gewährleistet werden.  Deshalb präsentiert unsere Advocacy Managerin Alma Al Osta auch bei den heutigen Genfer Gesprächen über die humanitären Auswirkungen von Bombenangriffen in Wohngebieten sowie über die spezifischen Bedürfnisse von Betroffenen und Opfern, die zum Beispiel Reha-Maßnahmen und psychosoziale Unterstützung benötigen.

Kampagne: Stop Bombing Civilians

Unterstützen Sie unseren Einsatz gegen die Bombardierung von Zivilisten und unterzeichnen Sie unsere globale Petition. Unterzeichnen und teilen Sie unsere Petition noch heute!

 

 

[1] Die Gespräche werden durchgeführt von der deutschen Regierung, dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) und dem Genfer Internationalen Zentrum für Humanitäre Minenräumung (CIGHD)

[2] HI wird bei den Gesprächen mit anderen Mitgliedern des Internationalen Netzwerks über Explosivwaffen (INEW) anwesend sein, einer Koalition aus NRO, die 2011 von HI mitgegründet wurde.

12 September 2018
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten
©CARE, 2017
Nothilfe

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten

Naturkatastrophen passieren immer wieder und sind selten vorhersehbar. Deshalb hilft HI in 16 besonders gefährdeten Ländern, um die Menschen besser darauf vorzubereiten und beispielsweise die Häuser widerstandsfähiger zu machen. Im Fokus unserer Unterstützung: Hilfe für Menschen mit Behinderung, ältere Personen und Kinder. In einem unserer Projekte fördern wir nachhaltige Baumethoden, die starken Stürmen standhalten können.

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen
© B. Chapuis / HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Wien, 2. Oktober 2019. Vertreter/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer politischen Erklärung mit zu arbeiten. Handicap International hatte jahrelang auf die menschliche Tragödie durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation begrüßte die große Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich, dass auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer Teil der Erklärung sein müssen. 

Mahnmal für den unbekannten Zivilisten in Wien eingeweiht
© BMEIA Eugenie Berger
Minen und andere Waffen

Mahnmal für den unbekannten Zivilisten in Wien eingeweiht

Auf der Wiener Konferenz für mehr Schutz für die Zivilbevölkerung vor Bombardierungen hat die Hilfsorganisation Handicap International (HI) das „Mahnmal für den unbekannten Zivilisten“ eingeweiht. Es soll an die unzähligen zivilen Opfer bewaffneter Konflikte erinnern. HIs Kampagnendirektorin Anne Héry, der Präsident der Konferenz, Thomas Hajnoczi, der Vizepräsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) Gilles Carbonnier und Hansjörg Strohmeyer aus dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) legten Blumenschmuck nieder und wiesen auf das enorme Leid der Zivilbevölkerung hin.

 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ