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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Wassermangel und Konflikte destabilisieren Äthiopien

Inklusion Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Äthiopien

Handicap International setzt sich in Äthiopien dafür ein, dass auch besonders schutzbedürftige Menschen Nothilfe erhalten. Wir führen stimulierende physiotherapeutische Übungen mit unterernährten Kindern durch, um zu verhindern, dass sie in ihrer Entwicklung zurückbleiben. Das Land wird derzeit von einer Dürre und Konflikten in der Region erschüttert. Fabrice Vandeputte, Leiter der Programme von Handicap International in Äthiopien, erklärt die aktuelle Lage.

Viele Kinder vor einer Schule

Schule von Bilisuma | © Handicap International

„Die Dürre im Osten und Südosten Äthiopiens trifft die Hirtenvölker am schwersten. Durch den Wassermangel sind sie dazu gezwungen, ihre Herden aus Kühen oder Schafen an andere Orte zu verlagern. Dies erzeugt wiederum Spannungen mit Dorfbewohnern, die plötzlich ihr Weideland und ihre Wasserstellen mit ihnen teilen müssen.“

Schutzbedürftige Kinder

„Viele Schulen schließen. Doch selbst wenn sie geöffnet bleiben, gehen die meisten Kinder nicht hin, weil sie Wasser holen müssen. Es kann Stunden dauern, einen Brunnen zu erreichen. Vor ein paar Tagen habe ich die Schule von Bilisuma besucht. Der nächste Brunnen liegt 10 Kilometer entfernt.

„Wir besuchen Schulen, um die Schülerinnen und Schüler zu informieren. Wir klären sie über häusliche und sexuelle Gewalt auf, einem großen Problem in dieser Region. Man würde eine Verbindung dieser Probleme zur Dürre nicht auf den ersten Blick vermuten, aber sie ist da: Unter den schwierigen Umständen müssen viele Kinder die Schule verlassen, um häusliche Arbeiten zu verrichten. Das setzt sie zusätzlichen Gefahren aus und macht sie schutzbedürftiger. Wir arbeiten mit der Polizei, dem Justizministerium und Gesundheitseinrichtungen zusammen, um Fälle von Missbrauch und Gewalt effektiv anzugehen.“

Grundlegende Bedürfnisse: Wasser und Nahrungsmittel

„Weil die Ernten in manchen Teilen Äthiopiens schlecht ausfielen, sind auch Nahrungsmittel derzeit Mangelware. Und die kurze Regenzeit, die normalerweise Anfang März beginnt, hat noch nicht eingesetzt. Dieser Regen ist entscheidend für die nächste Ernte in drei Monaten. Etwa 5,5 Millionen Menschen sind von der Nahrungskrise betroffen, das sind 5 Prozent der äthiopischen Bevölkerung.“

In der östlichen Region Dire Dawa setzen wir mehrere Projekte um, die in Zusammenhang mit der Dürre stehen: In 100 Dörfern stellen wir sicher, dass die Maßnahmen zur Bewältigung der Krise, auch Menschen mit Behinderung einschließen. Wenn die Bewohner zum Beispiel dürre-resistentes Saatgut erhalten, prüfen wir, ob dieses auch an Menschen mit Behinderung verteilt wird. Wenn Überschwemmungen drohen, benutzen wir Flaggen, um hörbehinderte Menschen vor den Gefahren zu warnen. Zudem verteilen wir Krücken, Rollstühle etc., sodass behinderte Menschen sich freier bewegen und auf den Feldern arbeiten können, wie alle anderen auch.“

Flüchtlingslager

„Eine weitere Besonderheit in Äthiopien ist, dass Hunderttausende Flüchtlinge, meist aus dem Südsudan, Eritrea und Somalia, ins Land gekommen sind, um dem Bürgerkrieg und dem Hunger in ihrer Heimat zu entfliehen.

Die Region Gambella im Westen ist zwar nicht von der Dürre betroffen, beherbergt aber derzeit über 250.000 südsudanesische Flüchtlinge, die dem Krieg und Hunger entkommen wollten. In diesen Camps werden wir ab Mai stimulierende Physiotherapie für schwer unterernährte Kinder unter fünf Jahren anbieten. So können wir sie davor bewahren, dass sie durch die Mangelernährung zusätzliche Entwicklungsstörungen oder gar bleibende Behinderungen entwickeln.

Außerdem werden wir sicherstellen, dass Wasserstellen und sanitäre Einrichtungen auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich sind.“

Lesen Sie hier, wie wir in der Krise sicherstellen, dass auch die Schutzbedürftigsten die dringend benötigte Hilfe erhalten.

4 April 2017
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Seit Ausbruch des Krieges 2015 spielt sich die schwerste humanitäre Krise unserer Zeit im Jemen ab. Rund 75 Prozent der Bevölkerung des Landes sind aktuell auf Leistungen von humanitären Akteuren, wie zum Beispiel Handicap International angewiesen. Bisher konnte HI nur um die Hauptstadt Sana’a herum aktiv sein. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Skala-Initiative können jetzt die Leistungen auf den Süden des Landes ausgeweitet werden. Auch dort können wir nun den Verwundeten und anderen schutzbedürftigen Menschen helfen.