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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Weltfrauentag: Unsere Frau für Westafrika

Rehabilitation und Orthopädie
Burkina Faso

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Uta Prehl mittlerweile für Handicap International (HI). Die überzeugte Koordinatorin im Bereich Rehabilitation betreut die Region Westafrika. Dort wird sie täglich mit Menschen und ihren bewegenden Lebensgeschichten konfrontiert. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März gibt Uta Prehl Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Uta Prehl bei einer  internen Evaluation in Maradi, Niger, für das Projekt ESSPOIR für zur Entwicklungsförderung unterernährter Kinder

Uta Prehl bei einer internen Evaluation in Maradi, Niger, für das Projekt ESSPOIR für zur Entwicklungsförderung unterernährter Kinder | HI

„Generell finde ich es schlimm, dass in vielen Ländern der Aberglaube herrscht, Kinder mit Behinderung seien eine Strafe von Gott oder ein Anzeichen für einen Fluch, der über der Familie liegt“, erläutert die gelernte Physiotherapeutin. Die Folgen solcher Falschannahmen seien verheerend. Oft werden Mütter von Kindern mit Behinderung verlassen und müssen fortan alleine für die Familie sorgen, was sie vor viele Herausforderungen stellt. Für Uta Prehl einer der vielen Gründe, einen Beitrag für mehr Aufklärung über Behinderungen zu leisten.

Bewegende Lebensgeschichten

Eine der  Geschichten blieb ihr dabei besonders im Gedächtnis. Hani, dem Uta Prehl während ihrer Zeit in Gaza begegnete, ist ihr gut in Erinnerung: „Im Krieg 2009 wurde er von Steinen verschüttet, danach war sein rechtes Bein nicht mehr zu retten“. Besonders nach einer Amputation sei die Physiotherapie essentiell. So sei es möglich, später eine Prothese optimal anzupassen. Uta Prehl begleitete Hani auf seinem Weg, der zweimal die Woche zu Kräftigungs-, Dehn- und Lagerungsübungen kam. Eines Tages erhielt auch er endlich seine Prothese. „Die Voraussetzung dafür, wieder aufrecht leben zu können“, so Prehl.

Mehr als Nothilfe

„Ich habe oft das Gefühl, viele Menschen denken überwiegend an Nothilfe-Projekte, wenn sie von Handicap International hören“, so Prehl. Doch gerade HI denke nachhaltig mit Blick auf die Zukunft – das ist ihr besonders wichtig. Uta Prehl und ihr Team arbeiten nicht projektbezogen, sondern betreuen als Berater die Rehabilitationsprojekte einer ganzen Region. Gemeinsam mit Partnerorganisationen entwickelt HI z.B. langfristige Konzepte für Trainingsmodule, deren Umsetzung regelmäßig kontrolliert wird. Zudem versuchen Uta Prehl und ihre KollegInnen auch in ländlichen Gebieten die notwendigen therapeutischen Maßnahmen zu ermöglichen, da viele Schutzbedürftige nur schwer in die Städte gelangen.

Das Rehabilitationsteam der technischen Abteilung von HI (DRT - département ressources techniques)

Das Rehabilitationsteam der technischen Abteilung von HI (DRT - département ressources techniques)

Utas Weg zu Handicap International

Heute ist Uta Prehl im Team von DRT (département ressource technique) - der technischen Abteilung von HI bestehend aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Orthopädiemechanikern - als Beraterin für Projekte im Bereich Rehabilitation tätig. Begonnen hat sie ihre internationale Laufbahn als Physiotherapeutin in den USA. Nach zehn Jahren folgte sie ihrem damaligen Freund nach Neu Delhi, wo sie die dortige Geschäftsführerin von HI kennenlernte und fand die NGO – wie sie selbst sagt – „sofort spannend“. Nach weiteren beruflichen Stationen in Deutschland und im Ausland ging sie 2008 gemeinsam mit ihrer Familie nach Jordanien, um dort für HI zu arbeiten. Einfach sei es nicht gewesen, Beruf und die Familie in Einklang zu bringen, verrät sie uns im Gespräch. Doch durch ihre Arbeit hätte ihr Sohn schon viel von der Welt gesehen. Seit Neymar Jr. Botschafter für HI ist, fände er die Organisation sogar „ziemlich cool“. Mittlerweile lebt Uta Prehl in Burkina Faso. Das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit ist für sie auch nach so vielen Jahren noch reizvoll: „Die Arbeit ist vielseitig, herausfordernd und anspruchsvoll. Gleichzeitig erlaubt sie mir in und mit anderen Kulturen zu arbeiten, was es natürlich spannend macht.“

5 März 2018
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