Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Zwei Jahre später ist Sopheak eine junge freudestrahlende Mutter

Vorsorge und Gesundheit
Kambodscha

Die taubstumme Sopheak wurde vom Leben nicht verschont. Sie wurde vergewaltigt, lebte auf der Straße und wurde mit HIV infiziert. Doch heute geht es ihr - auch dank der Hilfe von Handicap International - besser.

Sopheak und ihre Großmutter sitzen vor einem Haus.

Sopheak, 21 Jahre alt, wurde vom Schicksal schwer getroffen | © Handicap International

Sopheak ist seit ihrer Geburt taubstumm. Heute ist sie 21 Jahre alt und wohnt bei ihrer Großmutter. Einer sehr bescheidenen Frau, die in einem kleinen Dorf in der Region Kompong Cham lebt. Im Alter von drei Jahren hat Sopheak ihren Vater verloren. Als sie 16 Jahre alt war, starb ihre Mutter.

Mit sechs Jahren wollte sie, wie die anderen Kinder aus dem Dorf, zur Schule gehen. Ihre Mutter brachte sie damals zur Schule, aber sie wurden wegen Sopheaks Behinderung sofort fortgeschickt. Sie kann deshalb weder lesen noch schreiben und hat auch heute noch große Schwierigkeiten sich zu verständigen.

Als Sopheak 15 war, wurde sie von einem Nachbarsjungen vergewaltigt. Er nutzte ihre Behinderung schamlos aus. Da sie nichts von ihren Rechten wusste und nicht in der Lage war, das Erlebte in Worte zu fassen, hat sie ihren Vergewaltiger nie angezeigt. Doch die Vergewaltigung hatte schwerwiegende Konsequenzen für Sopheak – sie wurde schwanger und lies das Kind abtreiben. 
Mit 18 Jahren lief das Mädchen von Zuhause fort und fand sich hundert Kilometer weit weg in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh wieder. Verletzlich und allein in dieser großen Stadt, wurde sie erneut Opfer einer Vergewaltigung. Wieder folgte das gleiche schreckliche Szenario – eine Schwangerschaft gefolgt von einer Abtreibung. 

Glücklicherweise wurde sie von einer Hilfsorganisation entdeckt und wieder zu ihrer Großmutter zurückgebracht. Anfang 2008 hat Handicap International in Kambodscha Menschen mit Behinderung zum Thema HIV/ AIDS befragt, um ihren Wissensstand zu diesem Thema zu ermitteln. Im Rahmen dieser Umfrage hat ein Mitarbeiter von Handicap International auch die taubstumme Sopheak getroffen. Zu dieser Zeit war die junge Frau verzweifelt, komplett isoliert und befand sich körperlich und psychisch in einem beunruhigenden Zustand. 
Die Mitarbeiter von Handicap International haben sie erst einmal von einem Arzt untersuchen lassen. Der Arzt machte einen AIDS-Test und Sopheak erfuhr, dass sie HIV-positiv ist.

Durch die Unterstützung von Handicap International fasste sie den Mut an den verschiedenen Integrationsprojekten einer lokalen Selbsthilfegruppe teilzunehmen. Die junge Frau wurde auch an eine spezialisierte medizinische Einrichtung zur antiretroviralen Therapie überwiesen. 
Mittlerweile hat Sopheak Gebärdensprache gelernt und wurde von unseren Mitarbeitern über die Themen reproduktive Gesundheit, sexuelle Gewalt, Vorsorge und die Übertragung von AIDS aufgeklärt. 

Seit April 2011 ist Sopheak Mitglied in einer Gruppe taubstummer Menschen. Die Teilnahme ermöglicht es ihr, ihre Kenntnisse der Gebärdensprache weiter zu verbessern und somit eine Bildung zu erhalten, die es ihr später ermöglichen wird, eigenes Geld zu verdienen. Mit Hilfe von Handicap International können sich diese Gruppen jeden Monat treffen, um Erfahrungen auszutauschen und ihre Probleme gemeinsam zu lösen. 

Heute ist Sopheak Mutter eines vier Monate alten Kindes – diesmal eine gewollte Schwangerschaft aus einer Liebesbeziehung. Sie hat Selbstvertrauen gewonnen und stellt sich den Herausforderungen des Lebens – trotz ihrer HIV-Infektion.

14 Dezember 2014
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Mit Expertise gegen Covid-19
© Dominique Pichard / HI (Archive HI)
Nothilfe Vorsorge und Gesundheit

Mit Expertise gegen Covid-19

Handicap InternationaI (HI) prüft derzeit die Einsatzmöglichkeiten, um Menschen mit Behinderung und andere Risikogruppen sowie die eigenen Teams vor dem Coronavirus zu schützen. Dabei soll das Fachwissen aus früheren Nothilfeaktionen und die Erfahrung aus Cholera oder Ebola-Epidemien für den Schutz der besonders gefährdeten Menschen eingesetzt werden.

Kuchs bewegender Film bei „Ein Herz für Kinder“
© Kai Maser / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Kuchs bewegender Film bei „Ein Herz für Kinder“

Sagenhafte 18.097.586 EUR wurden bei der großen Spendengala „Ein Herz für Kinder“ am Samstag, 7. Dezember, im ZDF für Kinder in Not eingenommen. Der kleine Kuch aus dem HI-Projekt in Kambodscha wurde in einem rührenden Beitrag vorgestellt. Sehen Sie ihn hier in voller Länge!

Kuch testet sein neues Bein
© Kai Maser / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Kuch testet sein neues Bein

„Ein Herz für Kinder“ sammelt bei der großen TV-Gala am 7. Dezember Spenden für den kleinen Kuch aus  dem HI-Projekt in Kambodscha. Schauspielerin Elisabeth Lanz ist extra nach Kambodscha gereist, um die Patenschaft für den 6-Jährigen zu übernehmen, dem nach einem Motorradunfall das rechte Bein amputiert werden musste. Aus dem kleinen Jungen mit den unendlich traurigen Augen wird ein strahlender Bursche, als er zum ersten Mal die Prothese angelegt bekommt.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ