Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Zyklon Enawo fegt über Madagaskar: über 400.000 sind betroffen

Nothilfe
Madagaskar

In der Nacht vom 7. auf den 8. März fegte der Zyklon Enawo über Madagaskar hinweg. Die Behörden berichten von zahllosen Schäden, die der Wirbelsturm verursacht hat - nicht zuletzt durch die Überflutungen nach dem Sturm. Viele haben ihr Zuhause verloren. 400.000 Menschen sind direkt von Folgen des Zyklons betroffen. Die Teams von Handicap International haben damit begonnen, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu ermitteln.

Foto des Zyklons Haruna aus dem Jahr 2013

Foto des Zyklons Haruna aus dem Jahr 2013 | © Handicap International

Die größten Schäden scheint Enawo im Nordosten angerichtet zu haben - dort, wo der Zyklon auch zuerst auf Land traf. Allein in der Region Analanjirofo im Nordosten des Landes haben 10.000 Menschen ihr Zuhause verloren. 52.000 Menschen sind direkt von Folgen des Zyklons betroffen. In der Stadt Antalaha wurden fast 80 % aller Behausungen zerstört und nahezu 100 % der Ernte. 400.000 Menschen sind betroffen. 78 Menschen wurden getötet, 250 verletzt. 18 werden noch vermisst.
© Care International
Es ist nach wie vor schwierig, an Informationen zu gelangen. Die Stromnetze sind unterbrochen und der Zugang zu den betroffenen Gegenden im Norden schwierig.
Die Teams von Handicap International sind in der Nothilfe nach Naturkatastrophen geschult: Aktuell werten sie den Bedarf in den betroffenen Gegenden aus, die nach dem Zyklon bereits wieder zugänglich sind - aktuell vor allem in der Hauptstadt Antananarivo. 
Xavier Duvauchelle, zuständig für Ost- und Südafrika erläutert:
"Wir haben Notfallvorräte, die bereit zur Auslieferung sind. Wir werden Kochsets, Planen, Gehstützen und Rollstühle verteilen, um die Menschen dabei zu unterstützen, mit der Situation fertig zu werden, die alles verloren haben."
Jetzt, nach dem Zyklon, gibt es immer noch starke Regenfälle in Madagaskar. In der Hauptstadt Antananarivo stehen große Bereiche unter Wasser. Es steht zu befürchten, dass diese Katastrophe die schwächsten Stadtbezirke erneut in die Knie zwingt - erst 2015 waren tausende Menschen von starken Überschwemmungen betroffen.

Unsere Kollegin Narindra Ramanana hat Enawo gefilmt, als er am 8. März durch Sambava auf Madagaskar fegte:

 

 

 

Handicap International in Madagaskar

Handicap International ist seit 1986 in Madagaskar tätig. Mit einem starken Team, das etwa 100 Angestellte zählt, kämpft Handicap International gegen Krankheiten, die zu Behinderungen führen, wie etwa die lymphatische Filariose. Weiterhin setzen wir uns in Gefängnissen dafür ein, die Lebensbedingungen der Insassen zu verbessern. Zudem führen wir ein Programm für die Mutter-Kind-Gesundheit durch, um die Sterblichkeit bei Müttern und Neugeborenen zu verringern. Indem wir lokale Organisationen von Menschen mit Behinderung stärken, setzen wir uns ebenfalls für die Rechte und die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein. Außerdem fördern wir den Zugang zu Schule und Bildung für Kinder, die aus dem Schulsystem ausgeschlossen werden.

8 März 2017
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Libanon: ein Leben auf der Flucht
© T. Mayer / HI
Nothilfe

Libanon: ein Leben auf der Flucht

Samir hatte einen Traum: ein Zuhause für seine Familie, ein Stück Land, von dem er leben kann, und einen Bauernhof, den er an seine Kinder weitergibt. Jahrzehntelang hat er dafür gearbeitet. Heute ist davon nichts mehr übrig. Seine Familie wird immer wieder vom Krieg vertrieben und sie leben dicht gedrängt in einer Notunterkunft. Mobile Teams von HI versorgen seine kranken Söhne.

Nepal: Langfristige Hilfe nach der Sturzflut
© HI
Nothilfe

Nepal: Langfristige Hilfe nach der Sturzflut

Nach den schweren Überschwemmungen in Nepal ist unser Team vor Ort und unterstützt Menschen, die alles verloren haben, vor allem Verletzte, Menschen mit Behinderungen und Kinder. Im Mittelpunkt stehen dringende Reha-Maßnahmen und psychosoziale Unterstützung für die unzähligen traumatisierten Menschen. Zudem konnten wir bereits Rollstühle und Krücken an die Bedürftigsten verteilen.

Nothilfe Nepal: HI kümmert sich um besonders gefährdete Menschen
© H
Nothilfe

Nothilfe Nepal: HI kümmert sich um besonders gefährdete Menschen

Einige Tage nach den verheerenden Überschwemmungen in Nepal ist die Lage weiterhin dramatisch. Fast 1.000 Menschen sind ums Leben gekommen, mehr als 4.400 werden vermisst. Viele Regionen sind noch immer schwer zugänglich. Unsere Nothilfe-Teams sind vor Ort, verteilen Hygiene-Sets, kümmern sich um verletzte und behinderte Menschen und unterstützen die Traumatisierten psychologisch.