Madagaskar
Handicap International (HI) arbeitet in Madagaskar daran, die Versorgung mit Rehabilitation, Inklusion, psychische Gesundheit sowie den Schutz vulnerabler Gruppen zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Katastrophen zu stärken.
Madagaskar, 2023. Kleine Mädchen in einer Sonderschule für gehörlose und/oder schwerhörige Kinder spielen in der Pause. | © Rakotondraparany D. Njara / HI
Laufende Aktivitäten
Handicap International ist seit fast 40 Jahren in Madagaskar tätig. Nach dem Aufbau mehrerer Prothesenzentren und der Umsetzung von Rehabilitationsprojekten konzentriert sich HI heute darauf, Menschen mit Behinderungen und anderen vulnerablen Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Rehabilitationsleistungen, Bildung, wirtschaftlicher Teilhabe und sozialem Schutz zu erleichtern. Dies geschieht durch die Förderung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe sowie die Verteidigung ihrer Rechte.
Handicap International engagiert sich zudem im Bereich der psychischen Gesundheit und unterstützt Menschen, die unter psychosozialen Belastungen oder psychischen Erkrankungen leiden. Insbesondere setzt Handicap International Projekte in Haftanstalten um, um die Lebensbedingungen, die Gesundheitsversorgung und die Wiedereingliederung von Gefangenen zu verbessern. Gleichzeitig soll dadurch ein Wandel der Arbeits- und Betreuungspraktiken innerhalb des Strafvollzugs angestoßen werden.
HI fördert und schützt die Rechte von Kindern, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Wir arbeiten daran, die Qualität der Dienstleistungen sowie die Kapazitäten des Justizministeriums zu stärken, einschließlich des Strafvollzugs und der für Kinderschutz und Prävention zuständigen Institutionen.
Darüber hinaus stärkt Handicap International logistische Kapazitäten und verbessert den humanitären Zugang, um eine wirksame Hilfe in den Regionen Atsimo-Andrefana, Androy und Anosy sicherzustellen. Zu diesem Zweck erstellt HI logistische Analysen für humanitäre und staatliche Akteure, um fundierte Entscheidungen zu unterstützen. Darüber hinaus führen wir technische Begutachtungen der Straßeninfrastruktur durch und stärken die Notfallvorsorge durch die Stationierung von Notfallausrüstungen sowie durch Schulungen zur Straßensanierung.
Schließlich stärkt HI die Resilienz vulnerabler Bevölkerungsgruppen gegenüber Dürren und den damit verbundenen Risiken im Süden Madagaskars. Dies geschieht durch die Förderung, Abstimmung und Weiterentwicklung eines inklusiven und wirkungsorientierten Frühwarn- und Reaktionsmechanismus. Handicap International fördert die Zusammenarbeit zwischen Frühwarnsystemen und den wichtigsten beteiligten Akteuren. So sollen Frühmaßnahmen besser koordiniert, wirksamer und stärker an den Bedürfnissen gefährdeter Gemeinschaften ausgerichtet werden. Darüber hinaus setzt sich HI dafür ein, Inklusion als festen Bestandteil von Frühwarn-Maßnahmen und humanitären Reaktionen zu verankern, sodass die spezifischen Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden.
- Mitarbeitende von HI: 90
- Direkte Begünstigte durch HI im Jahr 2025: 29.682
- Indirekte Begünstigte durch HI im Jahr 2025: 140.020
- Programmstart: 1987
Hintergrund
Madagaskar zählt weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Wirtschaft ist fragil und geprägt von hoher Staatsverschuldung, schwacher Infrastruktur sowie einer starken Anfälligkeit gegenüber steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen. Die Armutsquote bleibt sehr hoch, und viele Haushalte haben Schwierigkeiten, ihre Grundbedürfnisse zu decken.
Besonders herausfordernd sind die Lebensbedingungen für vulnerable Bevölkerungsgruppen, insbesondere für Menschen mit Behinderungen. Sie sind häufig Diskriminierung ausgesetzt, haben nur eingeschränkten Zugang zu Bildung und Beschäftigungsmöglichkeiten und werden vielfach vom sozialen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen. Dies schränkt ihre Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe erheblich ein.
Zudem ist Madagaskar zunehmend von den Folgen des Klimawandels und wiederkehrenden Naturkatastrophen betroffen, insbesondere von Zyklonen, Dürren und Überschwemmungen. Diese Ereignisse führen regelmäßig zu gravierenden humanitären Herausforderungen wie Vertreibungen, Ernährungsunsicherheit und der Zerstörung wichtiger Infrastruktur. Jede Katastrophe belastet die ohnehin begrenzten nationalen Ressourcen zusätzlich und bremst die langfristige Entwicklung des Landes.
Daher bleibt der humanitäre Bedarf hoch, und der Aufbau von Resilienz ist eine zentrale Priorität. Die Bemühungen konzentrieren sich zunehmend auf die Verbesserung der Katastrophenvorsorge, die Anpassung an den Klimawandel und die Förderung einer inklusiven Entwicklung, um sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird.
Neues aus den Projekten
Madagaskar: Nothilfe für von Unterernährung bedrohte Familien
Wegen der schrecklichen Dürre haben viele Menschen in Madagaskar zu wenig zu essen. Unsere Teams schulen zum einen örtliche Vertreter*innen darin, Unterernährung zu erkennen und Betroffene mit entsprechenden Therapien zu versorgen. Zum anderen unterstützen sie unternährte Kinder wie Nasolo, um die dramatischen Folgen zu überwinden.
Madagaskar: Humanitäre Notlagen durch Klimawandel
Extreme Wetterereignisse haben immer wieder verheerende Auswirkungen in Madagaskar. Handicap International baut den Katastrophenschutz aus und erarbeitet Maßnahmen, um die Folgen abzumindern und um besonders gefährdete Gruppen, wie Menschen mit Behinderung, einzubeziehen.
Neuer Zyklon Emnati vor Madagaskar
Madagaskar bereitet sich auf einen weiteren heftigen tropischen Wirbelsturm vor: Emnati soll am 22. Februar auf Land treffen. HI begleitet die betroffenen Gemeinden bei ihren Vorbereitungen und unterstützt sie beim Wiederaufbau.
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