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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

Vor 20 Jahren: Verbot von Landminen

1992 startete Handicap International gemeinsam mit weiteren Nichtregierungsorganisationen die internationale Kampagne gegen den Einsatz vom Landminen. Gemeinsam erreichten wir 1997 das Verbot von Landminen duchzusetzen, wofür wir den Friedensnobelpreis erhielten. 

Das Handicap International Team sichert ein Gebiet ab, in dem Minen gefunden wurden.

Das Handicap International Team sichert ein Gebiet ab, in dem Minen gefunden wurden. | © Benoit Almeras / Handicap International

Landminen töten und verstümmeln in Konfliktgebieten zahlreiche Menschen der zivilen Bevölkerung und hinterlassen gefährliche Blindgänger. Von ihrer Art her können sie als „besonders feige Waffen“ bezeichnet werden: Die Sprengstoffladung ist so konzipiert, dass sie vom Opfer selbst ausgelöst wird und ihm meist ein Bein abreißt, anstatt zu töten. So wird das Opfer schwer körperlich und psychisch zermürbt. Landminen (Antipersonenminen und Antifahrzeugminen) wurden als billige und schonungslose Waffen schon vor dem 20. Jahrhundert entwickelt, kamen aber besonders seit dem Zweiten Weltkrieg routinemäßig in Konflikten zum Einsatz.

Im Jahr 1992 sagte ihnen Handicap International politisch den Kampf an. So gründete HI gemeinsam mit fünf anderen Nichtregierungsorganisationen die Internationale Kampagne für ein Verbot von Landminen (ICBL). Der darauffolgende „Ottawa-Prozess“, der politisch auf ein Verbot hinwirkte und an dem sich viele Organisationen und Staaten beteiligten, erreichte fünf Jahre später seinen Höhepunkt: Die Unterzeichnung des Ottawa-Vertrags – dem internationalen Verbot der Herstellung, Verwendung, Lagerung und Weitergabe von Landminen.

Handicap International kombinierte das Engagement für die Opfer mit seinem politischen Engagement. Die lange und erfolgreiche Kampagne für das Verbot von Landminen wurde 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

HI zählte zu den Vorreitern der Kampagne in Europa. Deshalb widmete HI den Nobelpreis den 320.000 Menschen, die die Kampagne mit ihrer Petitionsunterschrift unterstützt und ihre Verabscheuung dieser Waffen öffentlich zum Ausdruck gebracht hatten.

Engagement über den Sieg hinaus

Zwanzig Jahre später sind 162 Staaten dem Minenverbotsvertrag beigetreten. Hinsichtlich der Umsetzung sind große Fortschritte zu verzeichnen: 28 Staaten und eine Region wurden vollständig von Landminen befreit, einschließlich einiger Länder, die lange als meistverseuchte Länder der Welt galten, wie etwa Mosambik. 51 Millionen gelagerter Landminen wurden zerstört.

Nur drei höchst stigmatisierte Staaten stehen im Verdacht, noch Landminen einzusetzen. Die von Minen betroffenen Mitgliedsstaaten haben ihre Bemühungen zur Minenräumung und Opferhilfe deutlich verstärkt. Doch vor allem zählt, dass viele Menschenleben gerettet wurden.

In den letzten 20 Jahren ist HI vollständig in der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen engagiert geblieben. HI überwacht die Fortschritte in der Minenräumung und trägt zum jährlichen Bericht des Landmine Monitor bei, der die globale Entwicklung aller politischen Maßnahmen und die Anwendung des Ottawa-Vertrags verfolgt.

 

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Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.
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Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

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Die jüngste Militäroffensive im Nordosten Syriens droht tausende Zivilist/-innen von Hilfe abzuschneiden und treibt viele in die Flucht, die oft schon vorher innerhalb Syriens geflohen waren. Davor warnen 15 Hilfsorganisationen, darunter Handicap International. CARE, Ärzte der Welt und Oxfam. Sie fordern die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in dicht besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen. 


 

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen
© B. Chapuis / HI
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Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Wien, 2. Oktober 2019. Vertreter/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer politischen Erklärung mit zu arbeiten. Handicap International hatte jahrelang auf die menschliche Tragödie durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation begrüßte die große Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich, dass auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer Teil der Erklärung sein müssen. 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ