Gehe zum Hauptinhalt

Growing Together: Geflüchtete Kinder malen ihre Träume

Growing Together Malangebot von Handicap International in Thailand

Die Kinder im Umpiem Flüchtlingscamp in Thailand haben viel Spaß beim Malen | © L. Veuve / Handicap International

Eh Tha Moo (12):

„Ich habe Angst, dass ich nach Myanmar zurückgeschickt werde. In meinem Bild bin ich erwachsen und verhindere, dass meine Freunde dorthin zurückkehren."

//Vimeo

 

„Spielen ist sehr wichtig für Kinder!"

Jodie Nguy von HI ist Programmkoordinatorin für Inklusion und Barrierefreiheit für das Growing Together Projekt in Bangladesch, Pakistan und Thailand. Sie erklärt, warum Spielen so wichtig für die Kinder ist.

Welche Auswirkungen hat Spielen auf Kinder?

Spielen unterstützt die Entwicklung des Gehirns und der neurologischen Fähigkeiten. Die Kinder können neue Umgebungen erkunden und positive Erfahrungen machen. Wertvorstellungen werden geformt und sie erkennen, wer sie sind. Natürlich fördert Spielen auch die motorischen Fertigkeiten und die Fantasie. Der Aufbau von Belastbarkeit, das Bewältigen und Regulieren von Emotionen und die Entwicklung von sozialen Kompetenzen - also wichtige Fähigkeiten für das Erwachsenenleben - werden erlernt. Wenn Kinder nicht spielen können, kann es zu Entwicklungsstören kommen und negative Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität haben. Spielen kann sogar Mangelernährung entgegenwirken. Studien belegen, dass Nahrungsergänzungsmittel alleine eine nur eine kurzfristigen Effekt auf die Entwicklung unterernährter Kinder haben. Wenn zusätzlich im Rahmen frühkindlicher Förderung gespielt wurde, waren die Ergebnisse deutlich positiver.   

Wie ist die Situation für vertriebene Kinder oder Kinder mit Behinderung in Flüchtlingscamps?

Gerade in so einer Umgebung bleibt den Kindern die adäquate Förderung, die ein junges Gehirn braucht, oft verwehrt. Die Kinder leiden unter den Extremsituationen, sie erleben Traumata, Krieg, Missbrauch und Gewalt. Dadurch entstehen Angst- und Stresszustände, die die Entwicklung behindern. Gerade Malen hilft den Kindern dann sehr. Leider sind Kinder mit Behinderung oft von gemeinsamen Spielen ausgeschlossen. Das liegt zum Beispiel an Vorurteilen, fehlender Wertschätzung durch die Eltern oder einfach an unüberwindbaren körperlichen Einschränkungen, die z.B. den Zugang zu Spielplätzen verhindern.

Was macht Growing Together, um die Situation von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern?

Zum einen schaffen wir Räume und Möglichkeiten, wo gespielt werden kann. Ganz wichtig ist es aber auch, dass wir den Eltern erklären, wie wichtig Spielen für die Entwicklung ihrer Kinder ist. Wir versuchen kreative und praktische Wege mit den Eltern zusammen zu finden, um Kinder mit und ohne Behinderung zum Spielen zu ermutigen. Außerdem zeigen wir, wie man auch mit wenig Ressourcen und Zeit tolle spielerische Angebote schaffen kann. Da verwandeln sich zum Beispiel ein mit Wasser gefüllter Waschkübel und ein Plastikbecher in Spielzeuge. Einfache Haushaltsgegenstände können der Anfang für wunderbare, spielerische Erfahrungen sein.

Sanda Aung (10):

„Ich habe ein wunderschönes Haus gezeichnet, in dem alle Kinder willkommen sind.“

//Vimeo

Über das Projekt:

Das Projekt Growing Together wurde 2016 ins Leben gerufen und wird bis 2019 von der IKEA Stiftung - auch im Rahmen der Let's Play Kampagne - gefördert. Dabei werden in Bangladesch, Pakistan und Thailand rund 13.000 Kinder und deren Familien unterstützt. Neben dem Aufbau von inklusiven und pädagogisch fundierten Spielplätzen schließt das Projekt auch die jüngsten Kinder ein – dank frühkindlicher Förderung, gemeinsamem Spielen und Lernen stärken wir die Entwicklung und helfen Kindern mit Behinderung in ein erfülltes Leben zu finden. In einer sicheren Umgebung können Eltern und andere Bezugspersonen lernen, wie sie ihr Kind unterstützen und seine Unabhängigkeit fördern.

Darüber hinaus will das Projekt lokale Kindereinrichtungen beteiligen, damit diese besser auf die Bedürfnisse von behinderten und schutzbedürftigen Kindern eingehen können und so die Inklusion in Schulen und Gemeinden erleichtern. Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sichert eine nachhaltige Wirkung des Projekts.

Misbah (9):

„Ich liebe das gemeinsame Spielen mit Handicap International, weil es mich vergessen lässt, dass ich ein Kind mit Behinderung bin. Wenn ich male, bin ich einfach nur Misbah.“

//Vimeo

Lesen sie weiter

„Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“
© HI / P. Poussereau
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

„Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“

HI  Physiotherapeutin Farhana arbeitet im Kutupalong Camp in Bangladesch, eines der größten Flüchtlingslager der Welt. Ibrahim ist einer von mehr als 600.000 Rohingya, die vor der im August 2017 ausgebrochenen Gewalt in Myanmar geflohen sind. Er ist einer von vielen und hat bleibende Verletzungen erlitten. Dank der Physiotherapie mit Farhana macht Ibrahim große Fortschritte.

Madagaskar: Schulische Integration von Kindern mit Behinderung
© HI
Rechte von Menschen mit Behinderung

Madagaskar: Schulische Integration von Kindern mit Behinderung

Francia Honoré ist Lehrerin an einer Grundschule in Madagaskar und profitiert von zwei Fortbildungslehrgängen von Handicap International: Ziel ist es, die Aufnahme von Kindern mit Behinderungen in Regelklassen und somit die inklusive Bildung zu fördern.

Kairo: „Ich habe mich immer geschämt aus diesem Viertel zu kommen. Jetzt bin ich stolz darauf.“
© Elisa Fourt / HI
Inklusion

Kairo: „Ich habe mich immer geschämt aus diesem Viertel zu kommen. Jetzt bin ich stolz darauf.“

Im Januar 2016 startete Handicap International das Projekt „Makani“ in Ägypten. Im Rahmen dieses Projekts werden regelmäßig Aktionen in einem Arbeiterviertel in Kairo veranstaltet, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung zu fördern. Mit „Makani“ will HI junge Ägypter und Ägypterinnen ermutigen, sich mehr in ihrer lokalen Gemeinde einzubringen.