Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Algerien

In Algerien arbeitete Handicap International (HI) daran, die Inklusion und die sozioökonomische Integration von besonders schutzbedürftigen Menschen, insbesondere von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Wir unterstützten den Kapazitätsaufbau und die Interessenvertretung der Zivilgesellschaft und förderten neue Themen wie inklusive Bildung, soziale Eingliederung und inklusive lokale Entwicklung. Laufende Projekte in Algerien sind ab Juli 2021 beendet.

HI Algerien, inklusives Schulprojekt

HI Algerien, inklusives Schulprojekt | © L.Thisy / HI

Laufende Aktivitäten

Handicap International führte in Algerien bis Juli 2021 Projekte zur Verbesserung der Lebensgrundlagen von schutzbedürftigen Menschen und Menschen mit Behinderung durch. Dazu gehörten die Finanzierung und Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs) und professionellen Netzwerken und Gruppen, die sich für die Entwicklung und Umsetzung inklusiver Beschäftigungsmaßnahmen, für eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und den Verkauf lokaler Produkte zugunsten von Menschen mit Behinderung und schutzbedürftiger Menschen einsetzen. Wir halfen auch Geflüchteten und Asylbewerbern, indem wir Unterstützung bei der Unterbringung sowie finanzielle und psychologische Hilfe für Opfer von Gewalt anboten. 


Wir verbesserten den Zugang zu Bildung für Kinder mit Behinderung und arbeiteten mit Menschen aus dem Gesundheitssektor zusammen, um die Reha-Versorgung von Menschen mit Behinderung in sahrauischen Flüchtlingslagern zu verbessern. Wir schulten über 200 medizinische Fachkräfte und machten Menschen mit Behinderung ausfindig, um sicherzustellen, dass sie Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen haben. Ergotherapeutische Dienste wurden neben den physiotherapeutischen Maßnahmen angeboten und insgesamt 1.600 Menschen mit Behinderung und ihre Betreuer*innen können von den Rehabilitationsdiensten zu Hause oder in Zentren profitieren. Auch können Eltern mit ihren Kindern an Workshops teilnehmen. 


Rund 300 Fachkräfte des Regelschulwesens und Sonderpädagogischen Schulzentren wurden im Umgang mit Behinderungen geschult und Lehrpläne dementsprechend angepasst. Damit konnte der Zugang zu inklusiver und hochwertiger Bildung für Kinder mit Behinderung verbessert werden. HI veranstaltete zudem Sensibilisierungsveranstaltungen für Eltern und Mitschüler von Kindern mit Behinderung. 

Neues aus den Projekten

Zinedine Zidane besucht Projekte von Handicap International
© Handicap International
Öffentlichkeitsarbeit

Zinedine Zidane besucht Projekte von Handicap International

Im Dezember 2006 besuchte der französische Fußballstar Zinedine Zidane drei Projekte von Handicap International in einer Region Algeriens, die durch das Erdbeben im Mai 2003 stark zerstört worden war und in der es 2.300 Tote und Tausende von Verletzen gegeben hatte. Diese Projekte werden von der Fondation de France durch den Erlös eines Benefizfußballspiel finanziert, das nach dem Erdbeben zwischen dem französischen Weltmeisterteam und der Weltauswahl ausgetragen wurde.

Helfen
Sie mit

Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Algerien

Algerien hat große soziale Fortschritte gemacht, insbesondere im Bereich des Sozialschutzes. Das Land hat ein Sozialversicherungssystem eingeführt, das europäischen Modellen ähnelt, welches aber noch Lücken aufzeigt und es gibt große Unterschiede in Bezug auf die versorgten Bevölkerungsgruppen und die verfügbaren Dienstleistungen.[1]

Obwohl sich das Leben von Menschen mit Behinderung und die Art, wie sie in Algerien gesehen werden, verändert, werden sie nicht ausreichend in die Gesellschaft einbezogen. Die Rechtsvorschriften zum Schutz von Menschen mit Behinderung sind relativ weit fortgeschritten aber es muss noch daran gearbeitet werden, um sie in der Praxis vollständig umzusetzen.

Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 25
Eröffnungsdatum des Programms: 1998

 

[1]  HI, Social inclusion of people with disabilities in the Wilaya of Algiers:  HI, 2014

Einsatz weltweit: