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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

Burundi

In Burundi bemüht sich Handicap International, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Wir unterstützen sie dabei, orthopädische Hilfsmittel zu bekommen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Thierry, 9 Jahre alt, wurde ohne linkes Bein geboren. Heute kann er zur Schule gehen - mit einer Prothese von HI.

Thierry, 9 Jahre alt, wurde ohne linkes Bein geboren. Heute kann er zur Schule gehen - mit einer Prothese von HI. | © Evrard Niyomwungere / HI

Laufende Aktivitäten

HI fördert den Zugang zu Orthopädiewerkstätten für Menschen mit Behinderung und stärkt dort die Rehabilitationsversorgung. HI bildet vor allem physiotherapeutisches Personal aus oder stellt Material zur Anpassung von orthopädischen Hilfsmitteln bereit. Außerdem intervenieren unsere Teams bei Akteur/-innen der Mutter-Kind-Gesundheit, um die Früherkennung von Behinderungen zu fördern.

Wir achten auf die Inklusion von Kindern mit Behinderung in das Schulsystem und auf die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse in der nationalen Bildungspolitik. HI setzt sich auch für den Schutz von Kindern in 50 Schulen ein, die vom Konflikt in Bujumbura, Rumonge und Makamba betroffen sind. HI klärt dort Kinder über die Gefahr von Kleinwaffen und explosiven Kriegsmunitionsrückständen auf und bildet Lehrer aus, damit diese Anzeichen psychischer Belastung erkennen. Außerdem entwickelt HI im Rahmen des Ubuntu Care-Projekts - eine geschützte Schulumgebung, um Gewalt, insbesondere sexuelle Gewalt, zu beenden und Opfer zu unterstützen. Mit Hilfe von Kinderklubs, in denen Altersgenossen über Risiken aufklären, soll das Ziel näher rücken. 

HI hilft, gemeinsam mit Sozialeinrichtungen, jungen Menschen mit Behinderung auch dabei, Arbeit zu finden. Außerdem begleiten wir Frauen nach einer Fisteloperation, um ihnen ebenfalls den Zugang zu Arbeit zu vereinfachen, aber auch ihre (Wieder-)Eingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Darüber hinaus unterstützt HI Behindertenorganisationen und setzt sich für die Umsetzung ihrer Rechte ein. 

Neues aus den Projekten

Über 10.000 Flüchtlinge in Burundi: HI hilft den Schutzbedürftigsten
© Terre des Hommes/HI
Nothilfe

Über 10.000 Flüchtlinge in Burundi: HI hilft den Schutzbedürftigsten

Infolge von andauernden gewaltsamen Auseinandersetzungen im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind seit dem 24. Januar mehr als 10.000 Menschen nach Burundi geflohen. HI evaluiert seither vor Ort die Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung und plant einen Nothilfeeinsatz.

Int. Frauengesundheitstag: Joseline versteckt sich nicht mehr!
© Wendy Huyghe / Handicap International
Vorsorge und Gesundheit

Int. Frauengesundheitstag: Joseline versteckt sich nicht mehr!

Weil sie nach einer schweren Geburt an einer Scheidenfistel litt, sperrte sich Joseline elf Jahre lang zuhause ein – versteckt, beschämt und geschützt vor neugierigen Blicken. Mit der Unterstützung von Handicap International erhielt sie eine Operation in einem Gesundheitszentrum in Gitega, Burundis zweitgrößter Stadt. Heute fühlt sie sich wieder lebendig.

„Wenn ich müde werde, tragen mich die anderen Kinder zur Schule” Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie

„Wenn ich müde werde, tragen mich die anderen Kinder zur Schule”

Seit sechs Jahren hat Balthazar (8) das Haus nicht verlassen; er konnte nicht laufen und wurde von seiner Familie versteckt. Nach zwei Jahren Rehabilitation, an der auch Handicap International beteiligt war, besucht Balthazar nun die Schule. Die Lehrer hoffen, dass der Junge ein Beispiel für andere Kinder mit Behinderung in burundischen Dörfern sein wird.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Burundi

In Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, bleibt die Gesundheitsversorgung eine Herausforderung für die Schutzbedürftigsten. Burundi beherbergt außerdem viele kongolesische Flüchtlinge.

Mehr als 67% der burundischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das Wirtschaftswachstum im Land ist sehr schwach, die Inflationsrate extrem hoch. Burundi ist außerdem eines der am dichtesten besiedelten afrikanischen Länder. Nach dem Human Development Index (UNDP 2014) liegt es auf Platz 184 von 187.

Im Gesundheitsbereich weist Burundi besorgniserregende Statistiken bei den Säuglings- und Müttersterblichkeitsraten auf. Todesfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt nehmen den dritten Platz unter den in Krankenhäusern vorkommenden Todesursachen der über 15-Jährigen ein. Viele Frauen sterben durch Komplikationen während der Geburt.

Gerade Frauen und Kinder unter fünf Jahren leider unter einer hohen Sterblichkeit. Krankheiten mit chronischem Verlauf wie Aids, Tuberkulose, Diabetes, Bluthochdruck, Asthma, Herzkrankheiten, psychische Krankheiten sowie physische Gewalt wie Vergewaltigungen und auch Verkehrsunfälle sind Ursache zahlreicher physischer und psychischer Schäden.

Weiterhin führen die Auswirkungen einer instabilen (sicherheits-)politischen Situation in der Region seit 1993 zu großen Bevölkerungsbewegungen: Die Zahl der Flüchtlinge, meist aus der Demokratischen Republik Kongo kommend, sowie die der Binnenflüchtlinge, geht in die Tausende. Seit April 2015 sind mehr als 190.000 Burunder/-innen aufgrund des instabilen politischen Klimas nach Tansania, Ruanda, in die Demokratische Republik Kongo oder nach Uganda geflüchtet.

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