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Burundi

In Burundi bemüht sich Handicap International, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Wir unterstützen sie dabei, orthopädische Hilfsmittel zu bekommen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Handicap International - Burundi

© Evrard Niyomwungere / Handicap International

Laufende Aktivitäten

Wir fördern den Zugang zu Orthopädiewerkstätten für Menschen mit Behinderung und stärken dort die Rehabilitationsversorgung. Wir bilden vor allem physiotherapeutisches Personal aus oder stellen Material zur Anpassung von orthopädischen Hilfsmitteln bereit. Außerdem intervenieren unsere Teams bei Akteurinnen und Akteuren der Mutter-Kind-Gesundheit, um die Früherkennung von Behinderungen bei Mutter und Kind zu fördern.

Wir achten auf die Inklusion von Kindern mit Behinderung in das Schulsystem und auf die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse in der nationalen Bildungspolitik. Gleichfalls arbeiten wir mit Sozialdienstleistenden zusammen, um die Begleitung junger Menschen mit Behinderung zu verbessern und insbesondere ihren Zugang zu Arbeit zu fördern. Außerdem begleiten wir Frauen nach einer Fisteloperation, um ihnen ebenfalls den Zugang zu Arbeit zu vereinfachen, aber auch ihre (Wieder-)Eingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Wir tragen zur Reduzierung von sexueller Gewalt gegen Kinder bei, besonders gegen Kinder mit Behinderung. Die Opfer dieser Gewalt werden betreut und informiert, damit sie von direkter und individuell angepasster Betreuung profitieren können. Außerdem unterstützen wir einheimische Organisationen von Menschen mit Behinderung durch Lobbyarbeit, um ihre Rechte geltend zu machen. Außerdem sensibilisieren wir die Schulkinder von 20 Schulen.

Neues aus den Projekten

Über 10.000 Flüchtlinge in Burundi: HI hilft den Schutzbedürftigsten
© Terre des Hommes/HI

Über 10.000 Flüchtlinge in Burundi: HI hilft den Schutzbedürftigsten

Infolge von andauernden gewaltsamen Auseinandersetzungen im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind seit dem 24. Januar mehr als 10.000 Menschen nach Burundi geflohen. HI evaluiert seither vor Ort die Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung und plant einen Nothilfeeinsatz.

Int. Frauengesundheitstag: Joseline versteckt sich nicht mehr!
© Wendy Huyghe / Handicap International

Int. Frauengesundheitstag: Joseline versteckt sich nicht mehr!

Weil sie nach einer schweren Geburt an einer Scheidenfistel litt, sperrte sich Joseline elf Jahre lang zuhause ein – versteckt, beschämt und geschützt vor neugierigen Blicken. Mit der Unterstützung von Handicap International erhielt sie eine Operation in einem Gesundheitszentrum in Gitega, Burundis zweitgrößter Stadt. Heute fühlt sie sich wieder lebendig.

„Wenn ich müde werde, tragen mich die anderen Kinder zur Schule”

„Wenn ich müde werde, tragen mich die anderen Kinder zur Schule”

Seit sechs Jahren hat Balthazar (8) das Haus nicht verlassen; er konnte nicht laufen und wurde von seiner Familie versteckt. Nach zwei Jahren Rehabilitation, an der auch Handicap International beteiligt war, besucht Balthazar nun die Schule. Die Lehrer hoffen, dass der Junge ein Beispiel für andere Kinder mit Behinderung in burundischen Dörfern sein wird.

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Hintergrund

In Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, bleibt die Gesundheitsversorgung eine Herausforderung für die Schutzbedürftigsten. Burundi beherbergt außerdem viele kongolesische Flüchtlinge.

Mehr als 67% der burundischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das Wirtschaftswachstum im Land ist sehr schwach, die Inflationsrate extrem hoch. Burundi ist außerdem eines der am dichtesten besiedelten afrikanischen Länder. Nach dem Human Development Index (UNDP 2014) liegt es auf Platz 184 von 187.

Im Gesundheitsbereich weist Burundi besorgniserregende Statistiken bei den Säuglings- und Müttersterblichkeitsraten auf. Todesfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt nehmen den dritten Platz unter den in Krankenhäusern vorkommenden Todesursachen der über 15-Jährigen ein. Viele Frauen sterben durch Komplikationen während der Geburt.

Gerade Frauen und Kinder unter fünf Jahren leider unter einer hohen Sterblichkeit. Krankheiten mit chronischem Verlauf wie Aids, Tuberkulose, Diabetes, Bluthochdruck, Asthma, Herzkrankheiten, psychische Krankheiten sowie physische Gewalt wie Vergewaltigungen und auch Verkehrsunfälle sind Ursache zahlreicher physischer und psychischer Schäden.

Weiterhin führen die Auswirkungen einer instabilen (sicherheits-)politischen Situation in der Region seit 1993 zu großen Bevölkerungsbewegungen: Die Zahl der Flüchtlinge, meist aus der Demokratischen Republik Kongo kommend, sowie die der Binnenflüchtlinge, geht in die Tausende. Seit April 2015 sind mehr als 190.000 Burunderinnen und Burunder aufgrund des instabilen politischen Klimas nach Tansania, Ruanda, in die Demokratische Republik Kongo oder nach Uganda geflüchtet.

Weltweites Engagement: