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Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Jemen

Wir unterstützen im Jemen besonders schutzbedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung sowie die Betroffenen der regionalen Konflikte, die seit März 2015 im Land herrschen. Handicap International (HI) unterstützt darüber hinaus humanitäre Akteure bei der Inklusion der Schutzbedürftigsten in die Nothilfe.

Jemenitischer Junge mit Prothese übt Laufen in einem Parkour im Reha-Zentrum.

Der 12-jährige Abdullah wurde bei Bombardierungen schwer verletzt und verlor sein Bein. Von HI bekam er eine Prothese. | © HI

Laufende Aktivitäten

Seit wir 2014 wieder im Jemen aktiv wurden, setzen wir uns dafür ein, die verheerenden Auswirkungen der Krise auf das Land und die Bevölkerung zu mindern. Priorität haben dabei die Bedürfnisse von Verletzten und besonders schutzbedürftige Menschen im Zentrum der Konflikte.

Handicap International (HI) arbeitet hauptsächlich in Krankenhäusern und Rehabilitationszentren in den Kommunen Sana’a, Hajjah, Aden Lajih und Taizz. Unsere Teams stellen Ausrüstung und Schulungen für Physiotherapeut*innen und andere Fachkräfte zur Verfügung und betreiben Aufklärungsarbeit über die Nachsorge von Kriegsverletzungen: z. B. über die Vorteile einer frühzeitigen, der Verletzung entsprechenden Reha-Behandlung sowie Sensibilisierung zum Thema psychosoziale Unterstützung.

HI unterstützt sämtliche humanitäre Akteure vor Ort dabei, besonders Schutzbedürftige (ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Behinderung etc.) besser in die Hilfsmaßnahmen zu integrieren, damit ihre besonderen Bedürfnisse in der Projektplanung nicht vernachlässigt werden. 
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Aufklärung über die Gefahren von Landminen, improvisierten Sprengfallen und Blindgängern und in der Vermittlung sicherer Verhaltensweisen. Damit sprechen wir sowohl die lokale Bevölkerung als auch humanitäre Helfer*innen anderer Organisationen an.  
 

Neues aus den Projekten

Leben für Menschen mit Behinderung im Jemen katastrophal
© ISNA Agency / HI
Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie

Leben für Menschen mit Behinderung im Jemen katastrophal

Im Jemen ist das Leben für Menschen mit Behinderung besonders prekär und gefährlich. Viele leben in ständiger Angst, verletzt zu werden, da sie nicht in der Lage sind, vor Explosionen oder bewaffneten Zusammenstößen zu fliehen. Außerdem werden sie oftmals ausgegrenzt, nicht ausreichend versorgt und haben kaum Zugang zu Hilfsmaßnahmen.

Jemen – von Blindgängern übersät
©ISNA Agency/HI
Minen und andere Waffen Nothilfe

Jemen – von Blindgängern übersät

Der Jemen ist ein erschreckendes Beispiel für die langfristigen humanitären Folgen des jahrelangen massiven Bomben- und Granatenbeschusses in bewohnten Gebieten. Das Land ist sieben Jahre nach Kriegsausbruch übersät mit nicht explodierten Sprengkörpern. Das Ausmaß der Zerstörung der Infrastruktur ist enorm und Millionen Zivilist*innen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Viele Tote bei massiven Anschlägen im Jemen
© ISNA Agency / HI
Nothilfe Politische Kampagnenarbeit Rechte

Viele Tote bei massiven Anschlägen im Jemen

Eine Reihe von Angriffen hat im Jemen Hunderte Opfer gefordert. Darunter wurden allein 91 Menschen bei einem Luftangriff auf eine Haftanstalt in Sa'ada getötet – der tödlichste Vorfall seit mehr als zwei Jahren.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes im Jemen

Seit der Wiedervereinigung im Jahr 1991 befindet sich der Jemen in einer chronisch instabilen politischen und einer katastrophalen wirtschaftlichen Lage. Seit 2011 hat der Jemen eine neue Spirale der Gewalt erlebt. Sie endete in einem Bürgerkrieg, in dem verschiedene politische Gruppen versuchten, die Macht zu erlangen.

Diese Spirale der Gewalt erreichte ihren Höhepunkt, als der Konflikt überregional wurde. Seit März 2015 interveniert eine Koalition arabischer Länder militärisch im Land. Der Konflikt brach aus und hat den Jemen auch durch improvisierte Sprengsätze und Streumunition in die Knie gezwungen. Mindestens 100.000 Menschen verloren ihr Leben.

Große Teile der Infrastruktur wurden durch Kämpfe und Bombenangriffe beschädigt oder zerstört und weniger als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen des Landes (Krankenhäuser oder Gesundheitszentren) ist in Betrieb.

Am stärksten leidet die Zivilbevölkerung. Mehr als 20 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, 16 Millionen Menschen hungern und über 4 Millionen sind aufgrund der Gewalt auf der Flucht. Humanitäre Organisationen stehen noch immer vor enormen Schwierigkeiten, im Land Hilfe leisten zu können.

Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 127
Eröffnungsdatum des Programms: 2014
 

Einsatz weltweit: