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Landminen

Landminen sind geduldige und hinterhältige Waffen – weltweit soll es über 600 verschiedene Arten geben. Sie können aber grob in zwei Gruppen unterteilt werden: Antipersonenminen und Antifahrzeugminen. Erstere richten sich direkt gegen Menschen, Letztere gegen Fahrzeuge aller Art. Antipersonenminen werden in der Regel durch die meist unabsichtliche Berührung des Opfers ausgelöst. Gegen Fahrzeuge gerichtete Minen reagieren entweder auf das einfache Überfahren oder werden durch Sensoren, die auf Motorwärme, Motorgeräusche oder Bodenerschütterung reagieren, ausgelöst. Beide Minenarten töten und verletzen auf willkürliche Weise, das heißt sie unterscheiden nicht zwischen „Freund oder Feind“.

Landminen - eine andauernde Gefahr

Die Bevölkerung verminter Gebiete leidet auch noch Jahre nach Ende eines Konflikts unter den Folgen. Minen und Blindgänger stellen eine permanente Gefahr dar, insbesondere für Kinder oder Landwirte und schädigen die Infrastruktur. Denn ein vermintes Feld bleibt unbestellbar – oder die Bestellung lebensgefährlich -  egal, ob dort eine oder 1.000 Minen liegen. Zu den am meisten belasteten Ländern gehören: Afghanistan, Angola, Ägypten, Bosnien und Herzegowina, Irak, Laos, Kongo (Demokratische Republik), Kambodscha, Kolumbien, Kroatien, Syrien, Vietnam, aber auch Regionen wie Berg-Karabach, Tschetschenien und die Falkland-Inseln.

Minenfeld im Senegal

© J-J. Bernard/HI. Minenfeld im Senegal

Seit 1999 sind Anti-Personen-Minen durch den Vertrag von Ottawa verboten. Vor dem Verbot wurden in 54 Ländern Antipersonenminen produziert – dazu gehörte auch Deutschland. Weitere Herstellerländer waren Myanmar, Pakistan, Indien, Russland, die USA und China. Antifahrzeugminen dürfen hingegen weiterhin entwickelt, produziert und exportiert werden.

Minen sind geduldig – auch nach Kriegsende und Jahre nach ihrer Verlegung fordern sie zahlreiche Opfer, machen Felder unbestellbar und ganze Landstriche unbewohnbar.

Die genaue Zahl verlegter Minen ist unbekannt. Vor dem Ottawa-Abkommen schätzten die Vereinten Nationen, dass ca. 110 Millionen Landminen in über 70 Ländern dieser Welt verlegt wurden.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • 80 % der Opfer sind Zivilisten
  • 39 % der Opfer sind Kinder
  • 34 % der Opfer sterben bei der Explosion. Der Rest überlebt schwer verletzt mit einer bleibenden Behinderung.
  • Die Produktion einer Mine kostet 3-75 US$, ihre Räumung hingegen 300-1000 US$.
  • Minenräumer tragen einen ca. vier Kilo schweren Schutzanzug
  • Minenräumung ist Schwerstarbeit und erfordert höchste Konzentration und Geduld. Nicht selten übernehmen Frauen diese Aufgabe.
  • Im Jahr 2016 wurden mindestens 8.605 Menschen durch Minen oder Blindgänger getötet oder verletzt. Die Dunkelziffer ist weitaus höher.                                                                                                   

Landmine aus dem Libanon                                                                                                                                                 

                             Landmine aus dem Libanon