Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Das ärmste Land der Welt

Öffentlichkeitsarbeit
Zentralafrikanische Republik

Handicap International (HI) koordiniert den Transport von Hilfsgütern in besonders isolierte Gebiete der Zentralafrikanischen Republik, einem Staat der von jahrzehntelanger Gewalt verwüstet ist. Die Beförderung ist eine große logistische Herausforderung. Die Sandpisten verwandeln sich während der Regenzeit in matschige Wege, viele Landebahnen sind überwuchert oder zerstört und ein Großteil der abgelegenen Dörfer ist nur schwer erreichbar. Die Sicherheitslage ist prekär. Trotz dieser widrigen Umstände organisiert HI die Lieferungen für Dutzende Orte, die sonst von jeglicher Hilfe abgeschnitten wären. Allein 2017 waren es 8.590 Tonnen Lebensmittel und Medikamente.

Handicap International koordiniert den Transport von Hilfsgütern in besonders isolierte Gebiete der Zentralafrikanischen Republik, dem ärmsten Land der Welt.

Handicap International koordiniert den Transport von Hilfsgütern in besonders isolierte Gebiete der Zentralafrikanischen Republik, dem ärmsten Land der Welt. | © HI

Die Situation in der Zentralafrikanischen Republik ist von chronischer Instabilität gekennzeichnet. Ein bewaffneter Aufstand, der im Jahr 2012 begann, hat das Land schwer geschädigt. Die Regierung hat wenig Macht außerhalb der Hauptstadt Bangui. Bewaffnete Gruppen kontrollieren große Teile des Landes. Hilfskonvois müssen ständig mit Überfällen rechnen. Weite Landesteile sind nur auf dem Luftweg erreichbar. Nur fünf Prozent aller Straßen gelten als gut befahrbar.

Eine vergessene Krise

Handicap International hat im Dezember 2015 eine Koordinierungsrolle übernommen, um die Logistik für die rund 30 internationalen humanitären Organisationen vor Ort zu verbessern. HI-Projektmanager Andrea Trevisan erzählt, dass sich seitdem die Versorgung der Bevölkerung verbessert hat.

„Wir arbeiten mit lokalen Transportunternehmern zusammen und haben Verkehrsknotenpunkte eingerichtet, um die einzelnen Dörfer in 14 verschiedenen Provinzen gezielter anfahren zu können.“

Flughäfen und Landebahnen müssen gewartet werden, damit Hilfsflüge sicher landen können.

Flughäfen und Landebahnen müssen gewartet werden, damit Hilfsgüter ankommen.

Dabei müssen sich die oft völlig veralteten Laster über die schwierigen Pisten kämpfen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist, Flughäfen und Landebahnen zu reparieren und zu warten, damit Hilfsflüge sicher landen können. Dabei werden auch ungelernte Arbeiter eingesetzt, um ihnen Jobperspektiven nach Beendigung des Projekts zu verschaffen. Zudem verwaltet HI Zeitpläne und kümmert sich um die Sicherheitskontrollen sowie das Verladen und die sichere Landung der humanitären Frachtflugzeuge auf dem Bangui M’Poko Flughafen.

Weniger als 1 Dollar pro Tag

Die Zentralafrikanische Republik wird im Human Development Index, dem Index für menschliche Entwicklung der Vereinten Nationen, mit dem niedrigsten Ranking geführt und ist somit das ärmste und unterentwickeltste Land. 67% der überwiegend ländlichen Bevölkerung leben von weniger als einem Dollar pro Tag, nur 30% haben überhaupt Zugang zu sauberem Wasser. Der Bildungsstand ist äußerst gering.

News und Geschichten aus unseren Projekten im HI-Newsletter! ==> hier klicken

12 April 2018
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Ein Besuch auf dem Markt veränderte alles
© A. SERVANT / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Ein Besuch auf dem Markt veränderte alles

Nach einem Marktbesuch in Bambari trat Alima auf einen Blindgänger und verletzte sich schwer. Seitdem helfen ihr Physiotherapeut*innen von HI, wieder auf die Beine zu kommen und mobil zu werden.

Weltmeister Floors: „Prothesen bedeuten Freiheit“
© Actinia Photography
Öffentlichkeitsarbeit Rechte von Menschen mit Behinderung

Weltmeister Floors: „Prothesen bedeuten Freiheit“

Johannes Floors ist einer der schnellsten Para-Sprinter der Welt. Der 26-Jährige hat auf seinen zwei Unterschenkelprothesen die Paralympics gewonnen und ist Weltmeister auf den Sprintstrecken. „Prothesen bedeuten für mich Freiheit“, sagt der Sportler, der aus Steyerberg, Landkreis Nienburg, stammt und für TSV Bayer 04 Leverkusen startet. 

Erste Schritte in Richtung Zukunft
© A. Servant / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Erste Schritte in Richtung Zukunft

Durch einen bewaffneten Angriff verlor Hervé sein rechtes Bein. Mit der Unterstützung von Handicap International (HI) steht der 26-Jährige heute wieder auf zwei Beinen.