Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

DR Kongo: Patrick ist nicht zu stoppen!

Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie
Demokratische Republik Kongo

Wegen einer angeborene Fehlbildung kann der vierjährige Patrick seit seiner Geburt nicht laufen. Der kleine Sonnenschein gibt jedoch nicht auf und kämpft sich gemeinsam mit den Team von Handicap International täglich einen Schritt weiter.

Ein kleiner Junge sitzt am Boden eines Flüchtlinglagers. Ihm fehlen alle Gliedmaßen, ab den Gelenken, außer an der Rechten Hand, dort hat er keine Finger.

Der kleine Sonnenschein Patrick im Flüchtlingslager in der Region Nord-Kivu | © Till Mayer / Handicap International

Bei ihrer Arbeit in fast 60 Ländern weltweit begegnen den Teams von Handicap International oft unglaublich mutige Menschen – und das jeden Tag. Sie inspirieren uns und motivieren uns, mit unserer Arbeit fortzufahren. Der vierjährige Patrick ist auf jeden Fall einer dieser Menschen. Wegen einer angeborenen Fehlbildung hatte Patrick bei seiner Geburt weder Hände noch Beine. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, mit seinen Freunden zu spielen oder seine Lebensfreude mit anderen zu teilen.

Patrick lebt mit seiner Mutter und Schwester in Mugunga III, einem Lager für Binnenvertriebene in der Provinz Nord-Kivu der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Die Teams von Handicap International lernten ihn 2013 bei einem Besuch im Lager kennen, bei dem sie die hilfsbedürftigsten Personen ermittelten.

 „Die Begegnung mit Patrick war eine intensive Erfahrung für das ganze Team“, erklärt Aurélie Viard, die Leiterin des Projekts , das Patrick aufgenommen hat. „ Er ist ein wunderbarer und sehr lebensfroher Junge. Als wir ihn kennenlernten, erkannten wir sofort, dass er viele Dinge benötigte – psychologische Betreuung gehörte jedoch wahrscheinlich nicht dazu. Bei jeder Begegnung streckte er uns seinen Arm für ein begeisterts High-Five entgegen. Trotz seiner Behinderung bewegt er sich viel und krabbelt sehr schnell, wenn er seine Schwester oder seine Freunde sehen will, obwohl der Boden mit Vulkangestein übersät ist.“

Patrick und seine Schwester Chance, die eineinhalb Monate alt ist, werden allein von ihrer Mutter großgezogen, die für Essen oft in das Masisi-Gebiet, wo sie aufgewachsen ist, zurückgehen muss. Wenn sie nicht da ist, kümmern sich ihre Nachbarn im Lager um die Kinder.

 „Die Leute helfen mir mit Patrick und es klappt ganz gut. Wir hoffen, dass er bald ganz allein laufen und das Leben in vollen Zügen genießen kann. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes statteten wir ihn mit Beinprothesen aus  und organisieren Besuche zum Zentrum für körperliche Behinderungen in Goma, wo er rehabilitativ versorgt wird. Für jede Sitzung – er hat schon an 29 teilgenommen! – holt ihn einer unserer Fahrer um 6:30 Uhr am Morgen ab und fährt ihn zum Zentrum. Oft wird Patrick von seiner Mutter oder seiner sechszehnjährigen Tante begleitet.“
Ohne Beine geboren worden zu sein oder sie durch eine Amputation verloren zu haben und zum ersten Mal mit einer orthopädischen Vorrichtung ausgestattet zu werden, bedeutet normalerweise eine Zeit lang mit Krücken zulaufen. Patrick kann diese nicht verwenden, weswegen der Prozess für ihn schwieriger ist. „Patrick tut die Dinge auf seine eigene Weise, und natürlich spielt er lieber mit einem Ball als mit den Prothesen am Barren zu üben. Jedoch finden wir immer eine Möglichkeit, ihn dazu zu ermutigen, noch einen Schritt weiterzugehen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Es ist eine große Herausforderung für ihn, aber wir glauben, dass er es schaffen kann, und natürlich kann er immer auf die Hilfe unserer Teams zählen!“

Helfen auch Sie mit, dass Patrick laufen lernen darf.

10 Juni 2014
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Rohingya: Die Bürger von Nirgendwo
© Abir Abdullah/HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Rohingya: Die Bürger von Nirgendwo

Am Sonntag, 25. August 2019, jährt sich die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar zum zweiten Mal. Die muslimische Minderheit ist in ihrem Heimatland systematischer Verfolgung  ausgesetzt. Vor zwei Jahren eskalierte die Gewalt und führte zur Flucht von 741.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch. Laut Vereinten Nationen leben dort derzeit über 911.000 Menschen in Flüchtlingscamps in der Region Cox’s Bazar - dem sogenannten größten Flüchtlingslager der Welt. Die Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“, zu denen auch Handicap International gehört, helfen den Menschen seit Ausbruch der Krise.

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls
© Gilles Lordet / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls

Am Montag, 19. August, ist Welttag der Humanitären Hilfe. Anlass genug, einen unserer engagierten Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen. Tichaona Mashodo leitet das mobile Einsatzteam im Südsudan. Im Interview blickt er auf die letzten zehn Jahre seines humanitären Engagements zurück.

Kurs zur inklusiven Sanitärversorgung in der Nothilfe
© GTO/THW
Inklusion Nothilfe

Kurs zur inklusiven Sanitärversorgung in der Nothilfe

Das Projekt „Phase 2 – Leave no one behind“ hat bei einem Simulationstraining des Technischen Hilfswerks und der German Toilet Organization deutsche humanitäre Akteure zum Bau von inklusiven Sanitäranlagen in der humanitären Hilfe geschult und ihnen einen umfassenden Überblick zu den Herausforderungen und Möglichkeiten geboten.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ