Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Explosive Waffen: offene Debatte im UN-Sicherheitsrat zum Schutz der Zivilbevölkerung

Deutschland Syrien

Regierungen sollten sich der Auswirkungen von explosiven Waffen bewusst werden. Handicap International fordert im Kontext der offenen Debatte am 19. Januar die Staaten dazu auf, sich gegen den Gebrauch von explosiven Waffen in bevölkerten Gebieten auszusprechen. 32.000 unbeteiligte Menschen wurden 2014 durch diese Waffen getötet oder verletzt1.

Ein Haus ist völlig zerstoert - im Vordergrund ist ein ebenfalls voellig zerstoertes Haus

Die Stadt Kobane in Syrien wurde durch explosive Waffen extrem verwüstet | © Ph. Houliat / Handicap International

Handicap International setzt sich dafür ein, dass sich alle Staaten über die Auswirkungen von explosiven Waffen bewusst werden und die Empfehlungen des UN-Generalsekretärs2, keine explosiven Waffen mit großer Auslößerbreite in bevölkerten Gebieten zu benutzen, befolgen.

Darüber hinaus rufen wir dazu auf, die Entwicklung eines internationalen politischen Instruments zu unterstützen. Dieses soll den Schaden, der durch die Verwendung von explosiven Waffen entsteht, verringern und die Benutzung von explosiven Waffen mit Flächenwirkung in bevölkerten Gebieten zu stoppen.

Große Fliegerbomben, ungenaue Artilleriegeschosse, oder Mehrfachraketenwerfer sind Beispiele von explosiven Waffen mit Flächenwirkung: Bei ihrem Einsatz sind Tote und Verletzte in der Zivilbevölkerung vorhersehbar. Die Benutzung von explosiven Waffen in bevölkerten Gebieten wird von etwa 50 Staaten und Territorien als humanitäres Problem anerkannt. Nur 25 Staaten haben zum Engagement gegen diesen Missstand aufgerufen. Wir brauchen, mehr Staaten, die sich diesem Kampf anschließen, um gemeinsam eine politische Verpflichtung zu entwickeln, die hilft das Leiden der Zivilbevölkerung zu verringern, das durch den Einsatz von explosiven Waffen in bevölkerten Gebieten entsteht.

Die Bombardierung und Beschießung von Städten während Konflikten wie in Syrien, der Ukraine, dem Irak und dem Jemen kann und muss gestoppt werden. Über 32.000 Zivilisten und Zivilistinnen wurden 2014 von explosiven Waffen getötet oder verletzt. Laut Action on Armed Violence (AOAV), steigt diese Zahl seit vier Jahren jedes Jahr beständig an. Wo explosive Waffen in bevölkerten Gebieten zum Einsatz kamen, waren 92% der Opfer aus der Zivilbevölkerung.

1Explosive States (2015), Action on Armed Violence, https://aoav.org.uk/wp-content/uploads/2015/06/AOAV-Explosive-States-monitoring-explosive-violence-in-2014.pdf
2Report of the Secretary-General’s on the protection of civilians in armed conflict (18 June 2015), http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=S/2015/453, S/2015/453


Briefing Paper von INEW (International Network on Explosive Weapons) für die an der Debatte teilnehmenden Staaten. INEW wurde von Handicap International für den Kampf gegen explosive Waffen mitgegründet.

19 Januar 2016
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019:  Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig
© C.Briade/HI
Inklusion Nothilfe

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019: Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig

Auf dem Humanitären Kongress in Berlin diskutieren Expert/-innen über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise. Der Klimawandel verstärkt die Anzahl der Katastrophen und Konflikte weltweit. Für Menschen mit Behinderung sind die Barrieren nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen besonders hoch und oftmals werden sie in der humanitären Hilfe übersehen. Handicap International fordert mehr Teilhabe für die, die am meisten Schutz benötigen. Humanitäre Helfer müssen im Notfall inklusiv denken und diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.
© W. Daniels / HI
Minen und andere Waffen

Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.

Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

Militäreinsatz im Nordosten Syriens: Der Schutz der Zivilbevölkerung und humanitären Helfer/-innen ist lebensnotwendig
© Armelle Toucour
Minen und andere Waffen

Militäreinsatz im Nordosten Syriens: Der Schutz der Zivilbevölkerung und humanitären Helfer/-innen ist lebensnotwendig

Die jüngste Militäroffensive im Nordosten Syriens droht tausende Zivilist/-innen von Hilfe abzuschneiden und treibt viele in die Flucht, die oft schon vorher innerhalb Syriens geflohen waren. Davor warnen 15 Hilfsorganisationen, darunter Handicap International. CARE, Ärzte der Welt und Oxfam. Sie fordern die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in dicht besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen. 


 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ