Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Humanitäre Nothilfe muss Menschen mit Behinderung einschließen

Inklusion

In den kommenden zwei Jahren wollen mehrere Nicht-Regierungs-Organisationen, Organisationen von Menschen mit Behinderung und Staaten einen praktischen Leitfaden entwickeln: über die verbesserte Inklusion von Menschen mit Behinderung in der humanitären Hilfe. Handicap International wurde mit zwei weiteren Partnern vom Ständigen interinstitutionellen Ausschuss (Inter-Agency Standing Committee, IASC) der Vereinten Nationen beauftragt, dieses Projekt durchzuführen. Ricardo Pla Cordero, unser technischer Berater für Inklusion in der Humanitären Hilfe, erklärt, warum das so wichtig ist.

Unser technischer Referent erklärt in einem Interview, was Inklusion in der humanitären Hilfe bedeutet

Ricardo Pla Cordero, unser technischer Referent für Inklusion in die humanitäre Hilfe, über die Aufgaben in den nächsten zwei Jahren | © B.Blondel / Handicap International

„Ab Januar 2017 wird Handicap International gemeinsam mit der International Disability Alliance und UNICEF eine Arbeitsgruppe für den Ausschuss IASC leiten, in der ein Durchführungsleitfaden über die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Nothilfe ausgearbeitet wird. Dieses Handbuch basiert auf der Charta für die Inklusion von Menschen mit Behinderung, die letzten Mai beim Weltgipfel für Humanitäre Hilfe zur Unterzeichnung eröffnet wurde[1].

Damit soll in den nächsten zwei Jahren ein sehr praktischer Leitfaden für Staaten, Geldgeber der humanitären Hilfe, die Vereinten Nationen und weitere Organisationen entstehen. Dieser wird ihnen dabei behilflich sein, Nothilfeprogramme aufzusetzen, die Menschen mit Behinderung mit einschließen. In Krisensituationen (Naturkatastrophen, Vertreibungen durch Konflikte) werden Menschen mit Behinderung oft bei der Planung der Hilfsmaßnahmen vergessen. In letzter Zeit ist dieses Problem mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt, vor allem mit der Unterzeichnung der Charta für Inklusion und dem diesjährigen 10. Jahrestag der UN-Behindertenrechtskonvention.

Wir werden mit über 30 Akteuren (Staaten, Nicht-Regierungs-Organisationen etc.) in regelmäßigem Austausch zusammenarbeiten. Dass wir diese Arbeit im Namen des Ausschusses IASC ausführen können, wird politisch betrachtet einen großen Einfluss haben. Denn der Ausschuss ist eine Agentur der Vereinten Nationen und mit der Koordination der humanitären Hilfe beauftragt. Er ist eine Autorität auf dem Gebiet, und die von ihm veröffentlichten Dokumente erzielen stets eine breite professionelle und politische Wirkung.

 


[1] Unterzeichnet von 138 Staaten, Organisationen von Menschen mit Behinderung und Organisationen der Vereinten Nationen

29 November 2016
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019:  Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig
© C.Briade/HI
Inklusion Nothilfe

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019: Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig

Auf dem Humanitären Kongress in Berlin diskutieren Expert/-innen über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise. Der Klimawandel verstärkt die Anzahl der Katastrophen und Konflikte weltweit. Für Menschen mit Behinderung sind die Barrieren nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen besonders hoch und oftmals werden sie in der humanitären Hilfe übersehen. Handicap International fordert mehr Teilhabe für die, die am meisten Schutz benötigen. Humanitäre Helfer müssen im Notfall inklusiv denken und diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

#school4all – für barrierefreie Bildung
© Erwan Rogard/ HI
Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung

#school4all – für barrierefreie Bildung

In allen Bundesländern sind die Sommerferien nun endgültig vorbei. In Deutschland drücken die Kinder wieder die Schulbank. Doch nicht in allen Ländern können Kinder zur Schule gehen. 32 Millionen Kinder mit Behinderung haben keinen Zugang zu Bildung. Manche werden sogar vor der Außenwelt versteckt oder eingesperrt. Wir möchten, dass alle Kinder in allen Ländern lernen können. Denn alle Kinder haben ein Recht auf Bildung! #school4all!

Psychosoziale Unterstützung in Somalia
© C. Smets-Luna / HI
Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie

Psychosoziale Unterstützung in Somalia

Trotz der Verbesserung der allgemeinen humanitären Lage leiden die Menschen in Somalia noch immer unter Gewalt, politischer Instabilität und einer hohen Sterblichkeitsrate. Durch die ständige Unsicherheit werden psychotische Symptome oft verursacht oder noch verstärkt. Menschen mit psychischen Störungen werden in der somalischen Gemeinschaft jedoch meist marginalisiert und Einrichtungen für psychische Gesundheit sind nur eingeschränkt verfügbar. Die psychische Gesundheit ist derzeit eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme, das es zu lösen gilt.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ