Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

„Meine Kinder wurden von einer Bombe getroffen“

Rehabilitation und Orthopädie
Irak

Omar wurde vergangenen Juni von einer Bombe getroffen und schwer verletzt. Er verlor sein linkes Bein und wird aktuell von einem Team von Handicap International (HI) im Muharibeen Krankenhaus betreut. Die Physiotherapeuten unterstützen ihn durch Rehabilitationsmaßnahmen. 

Omar, der bei einem Bombenangriff sein linkes Bein verlor, neben seinem Vater im Muharibeen Krankenhaus

Omar hat durch einen Bombenangriff sein linkes Bein verloren | © E. Fourt / Handicap International

Omar liegt auf dem Untersuchungstisch und macht unter Aufsicht von Mouna, der Physiotherapeutin von Handicap International, seine Reha-Übungen. Jedes Mal, wenn er versucht, das was von seinem linken Bein übriggeblieben ist, zu bewegen, beißt er sich auf die Lippen. Obwohl der Vorfall bereits zwei Monate vergangen ist, verspürt er immer noch einen brennenden Schmerz. Haitham, sein Vater, drängt ihn, sein Bestes zu geben. Besorgt um seinen Sohn, möchte er sicherstellen, dass Omar eines Tages wieder laufen kann. „Heute ist seine 8. Sitzung,“ erklärt er ruhig. „Mein Sohn hat schon viele Fortschritte gemacht. Anfangs konnte er nicht einmal stehen. Es sind die kleinen Zeichen, die mich weiter hoffen lassen und mich dazu bringen, ihn zum Weitermachen zu motivieren. Es ist nicht einfach für uns, aber zu sehen, wie er aufsteht, gibt uns trotz allem,  was wir durchgemacht haben, viel Kraft.“

„Ich werde diesen schlimmen Anblick niemals wieder vergessen"

Als das Zuhause von Omar und seiner Familie im Westen von Mossul vor 2 Monaten bombardiert wurde, verloren sie alles, was sie besaßen. „Wir waren alle zusammen zuhause und die Kinder spielten mit ihren Cousins und Cousinen im Wohnzimmer, als es passierte. Ich erinnere mich noch ganz genau an das Geräusch und die Kraft der Explosion. Die Bombe traf meine Kinder direkt. Ich rannte sofort zu ihnen und fand sie in ihren Blutlachen auf dem Boden liegend. Niemals werde ich diesen schlimmen Anblick vergessen. Der Kopf meines 12-jährigen Sohns, Ahmad, war zertrümmert. Der Bauch von meiner erst 5-jährigen Tochter, Nova, war mit Granatsplittern durchlöchert und Omars Bein zerstückelt.“

Die Familie verbrachte zwei Wochen im Krankenhaus von Mossul. Dort wurde Omars linkes Bein amputiert und seine Geschwister mehrfach operiert. Später wurden die drei Geschwister aufgrund der schwerwiegenden Verletzungen in drei andere Krankenhäuser für weitere Operationen gebracht. „In einem der Krankenhäuser hörte ich das erste Mal von Handicap International“, erzählt Haitham. Sein Vater kontaktierte sofort die Organisation und kurz daraufhin begann bereits die Reha für seinen Sohn. „Nachdem unser Haus im Westen von Mossul zerstört wurde, wohnten wir bei unseren Verwandten im Osten der Stadt. Dass Handicap International hier im Gesundheitszentrum arbeitet, erleichtert uns die Situation. Ich bin sehr glücklich, dass Sie hier sind, um Omar zu helfen.“ 

Haitham, der ein paar Monate ausgesetzt hat zu arbeiten, schildert wie sehr sie auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. „Es gibt mir viel Kraft und Hoffnung, wenn ich sehe, wie viele Menschen meinem Sohn helfen, wieder auf die Beine zu kommen. So können wir uns auf die Zukunft konzentrieren“, sagt Haitham. 

28 September 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Psychosoziale Unterstützung in Somalia
© C. Smets-Luna / HI
Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie

Psychosoziale Unterstützung in Somalia

Trotz der Verbesserung der allgemeinen humanitären Lage leiden die Menschen in Somalia noch immer unter Gewalt, politischer Instabilität und einer hohen Sterblichkeitsrate. Durch die ständige Unsicherheit werden psychotische Symptome oft verursacht oder noch verstärkt. Menschen mit psychischen Störungen werden in der somalischen Gemeinschaft jedoch meist marginalisiert und Einrichtungen für psychische Gesundheit sind nur eingeschränkt verfügbar. Die psychische Gesundheit ist derzeit eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme, das es zu lösen gilt.

Rohingya: Die Bürger von Nirgendwo
© Abir Abdullah/HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Rohingya: Die Bürger von Nirgendwo

Am Sonntag, 25. August 2019, jährt sich die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar zum zweiten Mal. Die muslimische Minderheit ist in ihrem Heimatland systematischer Verfolgung  ausgesetzt. Vor zwei Jahren eskalierte die Gewalt und führte zur Flucht von 741.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch. Laut Vereinten Nationen leben dort derzeit über 911.000 Menschen in Flüchtlingscamps in der Region Cox’s Bazar - dem sogenannten größten Flüchtlingslager der Welt. Die Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“, zu denen auch Handicap International gehört, helfen den Menschen seit Ausbruch der Krise.

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls
© Gilles Lordet / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls

Am Montag, 19. August, ist Welttag der Humanitären Hilfe. Anlass genug, einen unserer engagierten Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen. Tichaona Mashodo leitet das mobile Einsatzteam im Südsudan. Im Interview blickt er auf die letzten zehn Jahre seines humanitären Engagements zurück.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ