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Nepal: HI kämpft für den Zugang zu Bildung für Kinder mit Behinderung

Inklusion
Nepal

Mehr als 32 Millionen Kinder mit Behinderung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen haben keinen Zugang zu Bildung. In Nepal unterstützt Handicap International seit vielen Jahren die Inklusion an Schulen. Davon profitieren Kinder wie Sundari, die diverse Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten hatte. Nach langjähriger Förderung besucht sie heute eine Regelklasse und will Ärztin werden.

Sundari spricht vor ihrer Klasse über tierische Zellen.

Sundari ist nach einigen Jahren in der Förderklasse heute in der Regelklasse und sehr lernbegeistert. | © P. Gairapipli/HI

Sundari ist in der 5. Klasse und eine begeisterte Schülerin. Die Elfjährige lebt buchstäblich in der Schule, da sie im Schlafsaal schläft, denn ihr Dorf ist 100 km entfernt. Ihr Lieblingsfach ist Naturwissenschaft. Eines Tages hielt sie vor ihren Mitschülern eine Präsentation, in der sie eine tierische Zelle an die Tafel zeichnete und über ihre verschiedenen Teile sprach. „Ich möchte eines Tages Ärztin werden, um das Leben von Menschen zu retten und älteren Menschen zu helfen,“ erzählt sie uns.

Mit nachhaltiger Förderung in die Regelklasse

Sundari mit ihrer besten Freundin Bipana © P. Gairapipli / HI

Sundari mit ihrer besten Freundin Bipana. | © P. Gairapipli / HI

In der Förderklasse an Sundaris Schule werden 30 Kinder mit Behinderung unterrichtet. Der Unterricht ist an ihre Einschränkungen angepasst. Sie lernen die Grundlagen: Das nepalesische und englische Alphabet, Zahlen, Wörter, Körperteile sowie Hygiene und Selbstfürsorge. Wenn die Schüler*innen für reif befunden werden, können sie in eine reguläre Klasse gehen.

„Sundari wurde bereits während ihrer frühkindlichen Entwicklung in die Förderklasse aufgenommen - eine Klasse, in der Kinder mit geistigen Behinderungen gemeinsam lernen. Nach einigen Jahren konnte sie in eine Regelklasse wechseln. Sie ist jetzt die Zweitbeste in ihrer Klasse“, berichtet ihr Lehrer Bhupendra Khadka stolz.

Das Alter der Kinder in den Förderklassen reicht in der Regel von 7 bis 17 Jahren, manche sind sogar schon über 20. Wie Sundari können einige von ihnen nach ein paar Jahren in die Regelklassen der höheren Jahrgangsstufen wechseln. In den vergangenen vier Jahren wurde die Förderklasse der Schule von HI und ihrem lokalen Partner HUSADEC (Human Rights, Social Awareness and Development Centre) unterstützt.

school4all

Handicap International kämpft aktiv für einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung für Kinder mit Behinderung. Nur 380 der 30.000 nepalesischen Schulen verfügen über Förderklassen. HI unterstützt 50 von ihnen und stellt Unterrichtsmaterialien bereit, die an ihre Bedürfnisse angepasst sind, darunter Bücher in Blindenschrift oder mobile Anwendungen zum Erlernen der Gebärdensprache. Zu den weiteren Hilfsmitteln gehören Schaumstoff-Buchstaben, Zauberbälle, Wortkarten, weiche Bälle, Geschichtenbücher in lokalen Sprachen, Schreibwaren usw. Weiterhin hat HI Lehrkräfte darin geschult, ihre Unterrichtsmethoden an die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung anzupassen. Darüber hinaus bekamen 500 Schüler*innen mit Behinderung Hygienesets und Schultaschen zur Verfügung gestellt, damit sie während der Corona-Pandemie weiter lernen können.

Akzeptanz von Kindern mit Behinderung

Uttam Prasad Bhattarai, der Schulleiter von Sundaris Schule, erklärt, dass die Akzeptanz von Kindern mit Behinderung in ländlichen Dörfern schwierig ist.

„Es gibt ein soziales Stigma, das mit Behinderungen verbunden ist. Wenn Kinder mit Behinderung, insbesondere mit geistiger Behinderung, nach der Aufnahmeprüfung in eine Regelklasse kommen, zögern einige Eltern von Kindern ohne Behinderung, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Kinder mit Behinderung werden in der Regel später eingeschult als ihre Altersgenossen und sind daher älter als ihre Klassenkameraden“, erzählt der Lehrer weiter.

4 August 2022
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