Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Überlebensgroße Opfer-Porträts klagen an

Minen und andere Waffen
Deutschland

Die Porträt-Kunst-Aktion „90 Schicksalsschläge“ hat am Donnerstag, 18. Juli am Münchner Odeonsplatz auf die Opfer der Bombardierungen von Wohngebieten aufmerksam gemacht. Die 90 eindringlichen, ernsten, oftmals traurigen Gesichter und ihre Schicksale machten viele Passant*innen betroffen. Der Platz vor der Feldherrenhalle verwandelte sich in eine Porträtgalerie von rund 110 Quadratmetern.

Streetart-Aktion auf dem Münchner Odeonsplatz gegen die Bombardierung von Wohngebieten

Streetart-Aktion auf dem Münchner Odeonsplatz gegen die Bombardierung von Wohngebieten | © Christian POGO Zach / HI

Jeden Tag werden 90 Zivilist*innen durch Explosivwaffen getötet oder verletzt. 92 Prozent der Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung – darunter viele Frauen und Kinder. Die Aktion am Münchner Odeonsplatz ist Teil des „Inside Out Projekts“ und unterstützt die weltweite Kampagne „Stop Bombing Civilians“ der gemeinnützigen Organisation Handicap International.

90 Opferporträts

90 Nahaufnahmen von je 90 x 135 Zentimeter machten den Odeonsplatz für einen Tag zu einer Gedenkstätte für die Opfer von Bombardierungen auf Wohngebiete. Stellvertretend für die Betroffenen weltweit zeigen die Aufnahmen Menschen aus Laos, Irak, Südsudan und Kolumbien. Die Folgen der Bombardierungen sind katastrophal: Tod, Behinderungen, psychische Traumata, Zwangsumsiedlungen, Zerstörung wesentlicher Infrastrukturen wie Krankenhäuser und Schulen sowie Verseuchung großer Gebiete mit explosiven Resten. Die Städte Rakka in Syrien, Mossul im Irak und die Donbass-Region in der Ukraine sind besonders stark betroffen. Acht Millionen Tonnen Schutt sind allein in Mossul durch explosive Rückstände verunreinigt. Besonders die eindrücklichen Augen der Kinder berührten die Passant*innen.

Gedenkstätte für Opfer von Bombardierungen

Die Nichtregierungsorganisation Handicap International kämpft mit ihrer Kampagne „Stop Bombing Civilians“ gegen den Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten und ist in vielen Kriegs- und Krisenregionen in der Opferhilfe und in der Räumung explosiver Kriegsreste tätig. Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland, fordert: „Bombardierung und Beschuss von Städten und Siedlungen fordern zahlreiche zivile Opfer, zerstören lebensnotwendige Infrastruktur, treiben die Bevölkerung in die Flucht und hinterlassen massive Zerstörung und Verminung. Wir fordern alle Regierungen dazu auf, gemeinsam Regelungen zu treffen, um völkerrechtswidrige Explosivwaffeneinsätze in bevölkerten Gebieten zu beenden und die betroffenen Menschen zu unterstützen.“

Die Aktion am Odeonsplatz wurde im Rahmen des „Inside Out Projekts“ organisiert. Das 2011 initiierte Projekt des Künstlers JR bietet Einzelpersonen und Gruppen auf der ganzen Welt ein Instrument, um auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen.

Mehr Informationen zum „Inside Out Projekt“.

Mehr zu HI und der Kampagne „Stop bombing civilians“ können Sie hier lesen.

18 Juli 2019
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Hallo Roadbox! Online-Event am 14. April
© HI
Inklusion

Hallo Roadbox! Online-Event am 14. April

Themenportal zur Beratung geflüchteter Menschen mit Behinderung.

NEU: HI regelmäßig im TV
© Prasiit Sthapit/HI
Öffentlichkeitsarbeit

NEU: HI regelmäßig im TV

Neues von unserem langjährigen Partner sonnenklar.TV: In der Jan Kunath & Co Holiday Show sind wir ab sofort regelmäßig als Handicap International live zu Gast. Die Sendung läuft immer freitags ab 19h auf sonnenklar.TV.

Minen-Räumung wird immer schwieriger und gefährlicher
© Gwenn Dubourthoumieu / HI
Minen und andere Waffen

Minen-Räumung wird immer schwieriger und gefährlicher

München, 30. März 2021. Anlässlich des Internationalen Tages der Aufklärung über die Minengefahr am 4. April weist die Hilfsorganisation Handicap International (HI) auf die Risiken und die hohe Verseuchung durch Landminen, explosive Kriegsreste, Sprengfallen und improvisierte Minen hin. Diese bedrohen vor allem in Wohngebieten das Leben der Zivilbevölkerung und machen die Rückkehr zu einem normalen sozialen und wirtschaftlichen Leben unmöglich. Die Räumung wird immer komplizierter und langwieriger, erklärt Handicap International und fordert außerdem, dass die Gefahrenaufklärung der Bevölkerung dringend ausgeweitet werden muss. Laut dem aktuellen Landminenmonitor sind 80% der Opfer Zivilisten und Zivilistinnen – darunter 43% Kinder.