Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Riskante Rückkehr nach Mossul: Gefahr durch Blindgänger

Minen und andere Waffen Nothilfe
Irak

Handicap International in Sorge um Zivilbevölkerung
Nach der Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul verstärkt die Hilfsorganisation Handicap International ihren Einsatz in und um die Stadt, um die Zivilbevölkerung zu versorgen. Verwundete und Traumatisierte benötigen Physiotherapie und psychologische Hilfe. Mit dem Ende der Kämpfe ist die Gefahr nicht gebannt, denn Blindgänger machen die Rückkehr in die Häuser lebensbedrohlich. Deshalb informiert Handicap International die Rückkehrenden über die Gefahr, die in der Stadt in Form von Sprengfallen und explosiven Kriegsresten lauert.

Aus Mossul geflohene Kinder

Kinder aus den Flüchtlingscamps von Hasansham und Khazer. | © E. Fourt / Handicap International

Mangelernährung und Trauma


Bei den Gefechten um Mossul wurden mehr als eine Million Menschen aus der Stadt vertrieben. Etwa 200.000 von ihnen konnten in ihre Häuser zurückkehren, in den kommenden Wochen werden zahlreiche Rückkehrende erwartet. Viele davon haben ihre Häuser verloren, sind unterernährt und traumatisiert. „Die Not ist groß“, sagt Elisa Fourt, Projektmanagerin von Handicap International im Irak. „Mehr als 15.000 unbeteiligte Menschen wurden durch Waffengefechte und Bomben verletzt, Tausende getötet. Weil Wunden nicht behandelt wurden, sind aus Verletzungen nun Behinderungen geworden, chronische Krankheiten haben sich verschlimmert. Auch die psychischen Belastungen waren und sind enorm – vor den Augen der Zivilbevölkerung wurde gefoltert und gemordet.“

Handicap International arbeitet seit vielen Jahren in der Region. Mehr als 50 Mitarbeitende stehen bereit, um die Vertriebenen des Konflikts im irakischen Mossul zu versorgen. Sie arbeiten in und um Mossul in Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Flüchtlingslagern, bieten Physiotherapie und psychologische Hilfe für schwer traumatisierte Menschen. Weitere Einsätze sind geplant. Viele der 800.000 Binnenvertriebenen in den Flüchtslingslagern haben ihre Häuser verloren und sind so traumatisiert, dass eine Rückkehr noch nicht in Betracht ziehen.

 

Riskante Rückkehr


Seit die Regierung die Stadt Mossul als erobert erklärt hat, steigt täglich die Zahl der Menschen, die in ihre Heimat zurückkehren – obwohl die Gefahr nicht vorüber ist. Improvisierte Sprengkörper und explosive Kriegsreste können die Zivilbevölkerung noch Jahre und Jahrzehnte gefährden und den Wiederaufbau behindern. Die meisten Unfälle passieren jedoch kurz nach Kriegsende und bei der Rückkehr Geflüchteter. Handicap International sensibilisiert deshalb die Zivilbevölkerung und auch humanitäre Hilfskräfte im Umgang mit den Blindgängern: Schon in Flüchtlingslagern und in den Bussen zurück nach Mossul verteilen Teams Informationen über die zu erwartenden Gefahren und geben lebensrettende Hinweise, wie Unfälle vermieden werden können.

Lesen Sie hier eine gemeinsame Stellungnahme verschiedener Nichtregierungsorganisationen zur Lage in Mossul.

11 Juli 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Globaler Waffenstillstand jetzt Nothilfe

Globaler Waffenstillstand jetzt

Am Montag, den 23. März, rief UN-Generalsekretär Antonio Guterres angesichts der Corona-Krise zu einem globalen Waffenstillstand auf. Am 2. April startete die NGO Crisis Action eine globale Kampagne zur Unterstützung des Waffenstillstands. Nahezu 200 Organisationen haben sich der Kampagne angeschlossen, darunter auch HI.

Musiker setzen ein Zeichen für Zusammenhalt
© Punchline Studio
Nothilfe

Musiker setzen ein Zeichen für Zusammenhalt

70 Musiker aus zehn Ländern haben ein Zeichen für Zusammenhalt während der Corona-Krise gesetzt. Unter dem Namen “Project United” spielten die Künstler gemeinsam Song “Side by Side” und veröffentlichten die Perfomance als Youtube-Video, das innerhalb kurzer Zeit Zehntausende Zuschauer erreichte.

 

Kampf gegen Landminen muss weitergehen
© P. Jérôme /HI
Minen und andere Waffen

Kampf gegen Landminen muss weitergehen

Anlässlich des „Internationalen Tags der Aufklärung über die Minengefahr“ am 4. April ruft Handicap International (HI) dazu auf, weiterhin gegen Antipersonenminen zu kämpfen, die noch in über 60 Ländern die Menschen bedrohen. Mehr als 70% der Minenopfer weltweit kommen aus der Zivilbevölkerung. HI, Co-Preisträger des Friedensnobelpreises, fordert außerdem die USA auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen, Antipersonenminen wieder zu erlauben.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ