Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Sechs Jahre nach dem Verbot werden Streubomben immer noch eingesetzt

Minen und andere Waffen
Deutschland

Der 1. August 2016 ist der sechste Jahrestag des Inkrafttretens der Oslo-Konvention, die den Einsatz, die Produktion, die Lagerung und den Handel mit Streubomben verbietet. Trotz des unbestreitbaren Erfolgs der Konvention, die heute bereits von 119 Staaten unterzeichnet wurde, hat der Einsatz von Streumunition seit 2010 alarmierende Rekordhöhen erreicht.

Eine Submunition im Gebüsch des Dschungels in Laos

Ein gefährlicher Fund: Eine Submunition | © Damien Kremer / Handicap International

Streumunition wurde zwischen Juli 2014 und Juli 2015 in fünf Ländern verwendet[1]: Libyen, Syrien, Sudan, Ukraine und Jemen – alles Staaten, die den Verbotsvertrag nicht unterzeichnet haben. Seit die Oslo-Konvention 2010 in Kraft trat, waren nicht mehr so viele staatliche oder nichtstaatliche Akteure in den Einsatz von Streubomben verwickelt gewesen. Laut der Internationalen Kampagne gegen Streubomben (CMC) kam auch nach dem Sommer 2015 bei zahlreichen Angriffen in Jemen und in Syrien Streumunition zum Einsatz.

Streubomben werden aus Flugzeugen oder vom Boden aus abgefeuert und sind dafür konzipiert, sich in der Luft zu öffnen und viele kleine Bomben, sogenannte Submunitionen, auf einer Fläche zu verstreuen, die bis zu mehrere Fußballfelder groß sein kann. Durch diese ungezielte Wirkung werden Zivilpersonen und Militärs gleichermaßen getroffen. Laut dem Cluster Munition Monitor 2015 stammten 92 % der gezählten Opfer aus der Zivilbevölkerung. Außerdem hinterlassen Streubomben bis zu 40 % Blindgänger, die noch Jahrenzente nach einem Angriff willkürlich Menschen töten oder verstümmeln. Die gefährlichen Blindgänger bringen daher die Wirtschaft und das Leben der Menschen in den betroffenen Gebieten zum Erliegen.

Der Weg zur Universalisierung der Konvention

Trotz der traurigen Zahlen hat sich in den letzten sechs Jahren viel getan, um die Konvention universell gültig zu machen. Mehrere neue Staaten, einschließlich Kuba, sind der Konvention beigetreten, sodass sie bis heute von 119 Staaten der Welt unterzeichnet wurde. 100 dieser Staaten sind schon feste Mitgliedsstaaten, wodurch der Vertrag eine hohe Bedeutung in der internationalen Waffenkontrolle erlangt hat.

Es sind also bereits große Fortschritte zu verzeichnen, um diese Waffen zu verbannen. Seitdem die Konvention in Kraft getreten ist, haben 28 Staaten, darunter auch Deutschland, schon 1,3 Millionen Streumunitionen vernichtet – das entspricht 88 % aller Streumunitionen, die von den Mitgliedsstaaten gelagert waren.

Verpflichtungen der Mitgliedsstaaten

Als die Oslo-Konvention am 1. August 201 in Kraft trat, wurde sie zu einem verpflichtenden Instrument des internationalen Rechts, das Streumunition verbietet und von den Vertragsstaaten verlangt, ihre Lagerbestände zu vernichten, die Belange der Opfer zu versorgen, betroffenen Gebiete zu säubern und die Menschen über die Gefahren aufzuklären. Die Oslo-Konvention ist der bedeutendste Abrüstungsvertrag seit dem Minenverbot (der sogenannten Ottawa-Konvention) aus dem Jahr 1997.

 

Damit solche Szenen in Zukunft der Vergangenheit angehören:

Jetzt Petition "Keine Bomben auf Wohngebiete" unterzeichen

27 Juli 2016
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

UN-Generalsekretär ruft zu weltweitem Waffenstillstand auf
© HI Bahia Zrikem
Minen und andere Waffen

UN-Generalsekretär ruft zu weltweitem Waffenstillstand auf

„Bringen Sie die Geschütze zum Schweigen; stoppen Sie die Artillerie; beenden Sie die Luftangriffe!“ - UN-Generalsekretär Guterres

Handicap International ruft alle Akteure auf, den Appell des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres nach einem weltweiten Waffenstillstand zu unterstützen und sich ihm anzuschließen.

5 Jahre Krieg im Jemen
© ISNA Agency
Minen und andere Waffen

5 Jahre Krieg im Jemen

Fünf Jahre nach Beginn des Konflikts in Jemen verurteilt die Hilfsorganisation Handicap International (HI) den massiven Einsatz von Explosivwaffen, darunter auch Landminen, die seit 1999 durch den Ottawa-Vertrag verboten sind. Die Gewalt durch Explosivwaffen hat verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Bei Explosivwaffeneinsätzen in Wohngebieten sind 95 Prozent der Opfer Zivilist/-innen. Handicap International fordert außerdem alle beteiligten Parteien auf, die unangemessenen bürokratischen Auflagen zu beseitigen und der betroffenen Bevölkerung Zugang zu humanitärer Unterstützung zu ermöglichen. 80 Prozent der Bevölkerung brauchen humanitäre Hilfe, um zu überleben.

Corona: „Risikogruppe“ Menschen mit Behinderung Öffentlichkeitsarbeit

Corona: „Risikogruppe“ Menschen mit Behinderung

Als Organisation, die sich weltweit für den Schutz von und die Unterstützung für Menschen mit Behinderung einsetzt, ist es uns ein besonderes Anliegen, dass diese sogenannte „Risikogruppe“ in der aktuellen Lage nicht vergessen wird. Daher möchten wir hier Links zu weiterführenden Infos zur Krise liefern, die für ALLE verständlich und zugänglich sind.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ