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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

„Das muss man allein mit fünf Kindern erstmal stemmen!“

Inklusion Nothilfe
Ruanda

Weltfrauentag: Die Geschichte einer starken Frau aus dem Mahama Flüchtlingscamp in Ruanda
Unser HI-Botschafter und „Model mit Prothese“ besuchte Ende Februar das Mahama Camp für burundische Geflüchtete in Ruanda. Mario traf viele Menschen, hörte viele Geschichten, bewegende Schicksale. Eine davon ist die der 42-jährigen Jane*. Allein mit ihren fünf Kindern floh sie 2015 von Burundi nach Ruanda.

Blick auf das Mahama Camp für burundische Geflüchtete in Ruanda

Blick auf das Mahama Camp für burundische Geflüchtete in Ruanda | © Neil Thomas/HI

Jane floh allein mit ihren fünf Kindern

Schüchtern nimmt Jane neben Mario auf der Bank vor ihrer Lehmunterkunft Platz. Auf engstem Raum lebt sie hier mit ihren fünf Kindern. Eine Behausung steht neben der anderen, die Nachbarn, darunter unzählige Kinder, versammeln sich um die Szene – der Besuch aus Deutschland erregt viel Aufmerksamkeit. Seit Beginn der Krise in Burundi im April 2015 kommen stetig neue Geflüchtete nach Ruanda, aktuell etwa 100 im Monat. Als der Flüchtlingsstrom einsetzte, versuchte Jane mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Ruanda zu kommen. Zwei Tage lang war sie mit ihren fünf Kindern unterwegs. Einen Mann gibt es nicht, die Kinder hat sie ganz allein großgezogen und aus ihrer krisengeschüttelten Heimat nach Ruanda gebracht.

Jane* mit Mario Galla vor ihrer Unterkunft. | © Neil Thomas/HI

Von HI bekam sie eine neue Fuß-Schiene

Durch eine undiagnostizierte Krankheit im Kindesalter ist ihr Fuß deformiert und sie hat große Schwierigkeiten beim Laufen. Ihr Fuß steckt in einem speziellen Schuh und wird von einer Schiene gestützt. Mithilfe eines Gehstocks bewegt sie sich mühsam fort. „Das Leben im Camp ist schwierig vor allem mit einer Behinderung. Außerhalb des Camps bekäme ich niemals eine Arbeit“, flüstert sie. Eigentlich ist sie Näherin, aber in ihrer aktuellen Lage kann sie diesem Beruf nicht mehr nachgehen. Schüchtern erzählt sie Mario ihre Geschichte. Mario lauscht und lässt auch sie mit gedämpfter Stimme an seinem Leben teilhaben, fragt sie nach ihrem Schicksal. Was Jane alles durchgemacht hat und wie sie ihre Situation meistert, beeindruckt ihn sehr:

„Die Situation muss man als Frau allein mit fünf Kindern erstmal stemmen. Sie ist wirklich taff und doch so bescheiden und ruhig. Das imponiert mir.“ 

Das tägliche Leben im Camp ist nicht einfach, selbst Wasser oder Feuerholz holen, wird zum Problem. Das Camp Mahama für burundische Geflüchtete liegt etwa 3 1/2 Autostunden von der ruandischen Hauptstadt Kigali entfernt, nicht weit der Grenzen zu Burundi und Tansania. Fast 60.000 Menschen finden hier Platz, über die Hälfte davon sind Kinder. Von Handicap International wurde Jane ein Jahr nach ihrer Ankunft im Camp nach Kigali geschickt, wo man ihr eine neue Schiene für ihren Fuß anfertigte. Damit kann sie jetzt besser laufen. Auch ihre beiden ältesten Kinder können ihr mittlerweile unter die Arme greifen. Der Besuch von Mario im Camp hat sie sehr überrascht.

„Das ist das erste Mal, dass jemand wie er mich besucht und sich mit mir unterhält“, gesteht sie schüchtern.

Foto: Jane* mit ihren fünf Kindern

*Name geändert

                                                                                                                                                                                       

                                                                                                                                                                                                               

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 

                                                                                                                                                                                                             

8 März 2019
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