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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Was sind Streubomben

Streubomben sind Waffen, die mehrere hundert Minibomben enthalten, die als Submunitionen bezeichnet werden. Sie sind so konzipiert, dass sie über große Flächen verstreut werden und deshalb nie ausschließlich militärische Ziele treffen. Bis zu 40 Prozent der Submunitionen explodieren nicht beim Aufprall. Wie Antipersonenminen können sie durch den geringsten Kontakt ausgelöst werden. So töten und verstümmeln sie Menschen während und nach Konflikten.

Zahlreiche Länder sind betroffen: Über Laos feuerten die USA während des Vietnamkrieges zum Beispiel 260 Millionen Submunitionen ab, im Libanon warf Israel in nur wenigen Tagen über vier Millionen ab. 5 bis 40 Prozent der abgefeuerten Submunition explodiert nicht beim Aufprall. Als Blindgänger wirken Streubomben wie Landminen. Deshalb haben Handicap International und andere Organisationen der Landminenkampagne 2003 die Internationale Koalition gegen Streubomben (CMC) gegründet, die mit ihrem Engagement 2008 einen Verbotsvertrag erreichte. Doch weiterhin werden Streubomben immer wieder von Staaten eingesetzt, die den Vertrag noch nicht unterzeichnet haben. Also setzen wir uns mit unseren Bündnispartnern weiter für ein weltweites Verbot von Streumunition ein – und dafür, dass die betroffenen Gebiete geräumt und die Opfer nachhaltig unterstützt werden.

Entminer suchen in einem Reisfeld in Laos nach Streubomben

Entminder suchen in einem Reisfeld in Laos nach Streubomben.

Die Zivilbevölkerung bildet den Großteil der Opfer von Streumunition: bisher wurden nachweislich 21.614 Zivilistinnen und Zivilisten Opfer von Streumunition (Stand Ende 2017), die tatsächliche Anzahl der zivilen Opfer dürfte aber bei über 56.000 liegen. In Berichtsjahr 2017 stammten 99 Prozent der gemeldeten Unfälle aus der Zivilbevölkerung, davon viele Kinder. Auch Jahrzehnte nach dem Konflikt besteht für Millionen Menschen die Gefahr durch Blindgänger. 26 Staaten und 3 Gebiete sind 2017 durch nichtexplodierte Munition betroffen.

 

Wichtige Fakten:

  • 26 Staaten und 3 Gebiete sind 2017 durch nichtexplodierte Munition betroffen
  • 21 Staaten haben seit Ende des Zweiten Weltkrieges Streumunition eingesetzt (USA, Frankreich, Großbritannien Israel, Russland…).
  • Seit dem In-Kraft-Treten der Oslo Konvention 2010 wurde von StreumunitionsEinsätzen in Kambodscha 2011 (durch Thailand), in Libyen 2011 und 2015, in Syrien 2012 bis heute, im Sudan 2012 und 2015, im Südsudan (2014), in der Ukraine (2014-2015) und im Jemen 2015 bis heute (durch die SaudiArabische Koalition) berichtet.
  • 33 Staaten haben seit den 50er Jahren Streumunition hergestellt, 15 davon produzieren vermutlich auch 2017 noch Streumunition oder behalten sich dies vor
  • Mindestens 16 Staaten haben seit den 1950er Jahren an mindestens 60 Staaten Streubomben exportiert.

Kunstinstallation mit Resten von Streubomben in Laos

Kunstinstallation mit alten Streubomben-Resten

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ