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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

China

Handicap International ist in China seit mehr als 16 Jahren vor allem in armen und ländlichen Gebieten aktiv. Wir arbeiten mit der Zivilgesellschaft und der Regierung zusammen, um die gesellschaftliche Inklusion von besonders schutzbedürftigen Menschen und Menschen mit Behinderung zu fördern. Dabei wollen wir auch ihren Zugang zu Bildung und die Inklusion in die Arbeitswelt unterstützen. Wir führen Rehabilitationsmaßnahmen durch, insbesondere mit Opfern von regelmäßig auftretenden Naturkatastrophen (Erdbeben in Sichuan in den Jahren 2008 und 2013, und in Yunnan in 2014).

Rehabilitationssitzung , HI China

Rehabilitationssitzung, HI China | © E. Mogster / HI

Laufende Aktivitäten

Beim Auftreten von schweren Naturkatastrophen wie Erdbeben oder starken Überschwemmungen in China leisten wir den Opfern Soforthilfe. Die ersten Einsätze fanden zwischen 1998 und 2000 in den Provinzen Guangxi, Heilongjiang und in der Mongolei statt, später auch in Szechuan, das in den Jahren 2008 und 2013 von Erdbeben erschüttert wurde, sowie in Yunnan im August 2014. Wir setzen uns für eine schnelle Hilfe der besonders Schutzbedürftigen ein. Auch bieten wir Rehabilitationsmaßnahmen an und stellen Menschen mit Behinderung Gehhilfen und dringend benötigte Geräte wie Prothesen und Rollstühle zur Verfügung. Wir begleiten die Opfer der letzten Erdbeben weiterhin mit Rehabilitationsangeboten und psychosozialer Unterstützung und bieten auch auf nationaler Ebene Rehabilitationsmaßnahmen an, um Menschen mit Behinderung eine angemessene Pflege zu ermöglichen.

Wir tragen zur Schaffung einer inklusiven Sozialpolitik bei, die es schutzbedürftigen Menschen erlaubt, aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben. Dafür arbeiten wir mit einer Anzahl von Partner/-innen sowohl in der Regierung als auch in der Zivilgesellschaft zusammen. Durch die Zusammenarbeit stellen wir sicher, dass inklusive Sozialpolitik auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und besonders schutzbedürftiger Menschen eingeht. Die angestoßenen Projekte konzentrieren sich nicht nur auf physische Rehabilitation, sondern auch auf den Zugang von Menschen mit Behinderung zu Bildung und Arbeit sowie ihre soziale Inklusion und die Stärkung ihres Wissens in den Bereichen Sexualität und reproduktive Gesundheit. Außerdem setzen wir uns auch für Menschen mit einer mentalen Behinderung ein und helfen ihnen, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Neues aus den Projekten

Schweres Erdbeben in China: Handicap International ist vor Ort Nothilfe

Schweres Erdbeben in China: Handicap International ist vor Ort

Ein schweres Erdbeben hat die chinesische Provinz Sichuan erschüttert. Ein Team von Handicap International ist vor Ort. Wichtig ist es u.a. zu verhindern, dass die Verletzten, die nicht evakuiert werden, permanente Beeinträchtigungen entwickeln.

 Interview mit Olivier Champagne: Die chinesischen Patienten sind so dankbar
© William Daniels / Handicap International
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Interview mit Olivier Champagne: Die chinesischen Patienten sind so dankbar

Olivier Champagne ist am 22. Juni 2008 in China gelandet, sechs Wochen, nachdem die Erde bebte. Als Physiotherapeut hat er Schulungen für die Mitarbeiter vor Ort erteilt und zwei Wochen lang Patienten in zwei der größten Krankenhäuser von Chengdu betreut. Eine erste Mission für Handicap International, aber für Olivier vor allem ein humanitäres Abenteuer, das für ihn nicht erfüllender sein könnte.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in China

Mit etwa 1,4 Milliarden Einwohnern ist China aktuell noch das bevölkerungsreichste Land der Erde. Mehr als 85 Millionen Menschen mit Behinderung leben dort,  die Mehrheit von ihnen unter sehr schwierigen Bedingungen.

Laut der letzten aktuellsten Umfrage zum Thema Behinderung liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen von Menschen mit Behinderung bei weniger als 50% des nationalen Durchschnittseinkommens. Nur ein Drittel der Menschen mit Behinderung, die Rehabilitationsmaßnahmen benötigen, hat auch Zugang zu ihnen, und nur 20% derer, die auf eine Mobilitätshilfe (wie eine Prothese oder einen Rollstuhl) angewiesen sind, verfügen über die finanziellen Mittel, diese zu kaufen. Das Bildungssystem und die Arbeitswelt sind für Menschen mit Behinderung ebenfalls nur schwer zugänglich.

Zwar befindet sich das Land in einem Modernisierungsprozess, doch das schnelle Wirtschaftswachstum wird vom Auftreten neuer Ungleichheiten begleitet. Eine der beunruhigenden Folgen ist die wachsende Ungleichheit zwischen den armen Regionen im Landesinneren und den reichen Regionen im Osten und Süden. Auch im Westen des Landes leben zahlreiche Menschen unter der Armutsgrenze. Die Menschen mit Behinderung in dieser Region sind besonders schutzbedürftig.

Darüber hinaus wird China oft von Naturkatastrophen heimgesucht und die Provinzen sind regelmäßig von Erdbeben und starken Überflutungen betroffen.

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