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Jordanien

In Jordanien unterstützt Handicap International vor allem besonders schutzbedürftige oder verletzte Flüchtlinge des syrischen Konflikts. Außerdem fördern wir mit diversen Projekten die Anerkennung der Rechte von Menschen mit Behinderung im Land.

Ein Handicap International Physiotherapeut untersucht Qasem, ein 10-jähriges syrisches Mädchen mit Mikrosomie, Jordan.

© Dan Giannopoulos / Handicap International

Laufende Aktivitäten

Mehr als 650.000 Menschen sind vor dem syrischen Konflikt nach Jordanien geflohen. Nach Monaten der Bombardierung sind sie oft völlig desorientiert und benötigen hochwertige Betreuungsangebote. Das gilt vor allem für Verletzte und besonders schutzbedürftige Menschen.

Seit dem Sommer 2012 setzen wir uns für Geflüchtete in Jordanien ein. Im Flüchtlingscamp von Za’atari, das im Moment von 80.000 syrischen Flüchtlingen bewohnt wird, haben wir ein Rehabilitationszentrum eröffnet. Die Mitarbeitenden des Zentrums bieten physiotherapeutische Behandlungen an und versorgen Verletzte mit Prothesen und Orthesen. Die gleichen Dienste bieten unsere Teams außerdem in Krankenhäusern und Kliniken an.

Handicap International hat außerdem feste und mobile Anlaufstellen "Behinderung und Schutzbedürftigkeit" aufgebaut, um die besonders schutzbedürftigen Menschen mit den richtigen Mitteln zu unterstützen: Rehabilitationssitzungen, Prothesen, Mobilitätshilfen (Krücken, Rollstühle etc.), psychosoziale Versorgung, Begleitung zu anderen humanitären Diensten sowie finanzielle Unterstützung, damit die Menschen selbständig lebenswichtige Güter kaufen (Wasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung) oder ihre Unterkunft bezahlen können. Für den Fall, dass die Menschen nach Syrien zurückkehren wollen, sensibilisieren wir sie für die Gefahren explosiver Kriegsreste. Unsere Projekte für syrische Flüchtlinge in Jordanien haben seit Beginn rund 160.000 Menschen geholfen.

Über die Nothilfeprojekte hinaus unterstützen wir in Jordanien Organisationen von Menschen mit Behinderung dabei, für eine bessere Anerkennung ihrer Rechte zu kämpfen.

Neues aus den Projekten

Ulrike Folkerts bei Opfern von Explosivwaffen in Jordanien
© Ursula Meissner/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Ulrike Folkerts bei Opfern von Explosivwaffen in Jordanien

Im Rahmen ihrer Reise nach Jordanien besucht die HI-Botschafterin und Tatort-Schauspielerin Ulrike Folkerts Frauen, die Opfer von Angriffen mit Explosivwaffen wurden. Hier erhalten Sie Einblick in die berührenden Geschichten.

HI-Botschafterin Ulrike Folkerts besucht Rehazentrum in Jordanien
© Ursula Meissner/HI
Öffentlichkeitsarbeit Rechte von Menschen mit Behinderung

HI-Botschafterin Ulrike Folkerts besucht Rehazentrum in Jordanien

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts engagiert sich seit vielen Jahren an der Seite von HI. Derzeit besucht sie Jordanien, um sich mit syrischen Geflüchteten und Menschen mit Behinderung auszutauschen. Am Dienstag, 18. September begleitete sie mehrere Patienten in einem Rehabilitationszentrum.

Jordanien: „Jetzt kann mein Bruder sogar zur Schule gehen!
© Elisa Fourt / HI
Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Jordanien: „Jetzt kann mein Bruder sogar zur Schule gehen!

Ali, 4, lebt in Jordanien. Er leidet an Zerebralparese und besucht seit einigen Monaten die Einrichtung einer Partnerorganisation von Handicap International  (HI), wo er durch Physio- und Beschäftigungstherapiemaßnahmen gefördert wird.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Jordanien

Ein stabiles Land trotz des massiven Zustroms an syrischen Flüchtlingen.

Ein stabiles Land trotz des massiven Zustroms an syrischen Flüchtlingen.

Jordanien belegt im Index für menschliche Entwicklung (HDI) einen mittleren Platz, auch es erhebliche Ungleichheiten innerhalb der Bevölkerung gibt. Trotz der mehr als 650.000 syrischen Flüchtlinge ist das Land eines der stabilsten in der Region. Unter den neuen Flüchtlingen befinden sich immer mehr besonders schutzbedürftige Menschen. Sie kommen oft ohne eigene Mittel und orientierungslos an und benötigen sofortige Hilfe.

Laut einer im April 2014 im Libanon und in Jordanien durchgeführten Studie von Handicap International in Zusammenarbeit mit HelpAge International, weisen 5,7% der Flüchtlinge, d.h. mehr als 90.000 Menschen, schwere Verletzungen auf. Darüber hinaus führen drei von vier Verletzungen aufgrund ihrer Schwere und fehlender medizinischer Versorgung zu dauerhaften Behinderungen.

Situation der Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung gehören zu den besonders schutzbedürftigen Gruppen innerhalb der jordanischen Bevölkerung. Das gilt vor allem für die Bevölkerung von ländlichen und abgelegenen Gebieten.

 

Der Schutz ihrer Rechte hat im Jahr 2008 mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (CRPD) einen wichtigen Schub bekommen. Doch nach wie vor werden Menschen mit Behinderung sehr wenig an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt.

Weltweites Engagement: