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Kenia

Handicap International unterstützt besonders schutzbedürftige Menschen in Kenias Flüchtlingslagern. Weiter wichtige Bereichen sind Verkehrssicherheit, Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern sowie in Mutter-Kind-Gesundheit. Außerdem gibt es ein regionales Projekt in Kenia und Tansania, um die Rechte von Menschen mit Behinderung zu fördern und die Internationale Behindertenrechtskonvention umzusetzen.

Handicap International - Kenia

© B. Blondel / Handicap International

Laufende Aktivitäten

In Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt, bieten wir Reha-Versorgung für besonders schutzbedürftige Menschen an, vor allem für Menschen mit Behinderung. Wir verteilen außerdem Mobilitätshilfen wie Krücken und Rollstühle und sorgen dafür, dass auch besonders schutzbedürftige Menschen (Menschen mit Behinderung, alleinstehende Frauen, ältere Menschen etc.) Zugang zu humanitärer Hilfe haben.

Unsere Teams in den Lagern von Kakuma bilden Pflegefachkräfte in der häuslichen Pflege von Menschen mit Behinderung und älteren Menschen aus und bieten Rehabilitationstrainings in den Gemeinschaften und den Gesundheitszentren an. Vertretungen von Menschen mit Behinderung werden speziell geschult, damit sie die Bevölkerung für das Problem der Gewalt gegenüber Frauen und allen anderen Menschen mit Behinderung sensibilisieren können.

In Kenia, Burundi und Ruanda kämpfen wir mithilfe des Projektes  "Ubuntu Care", gegen sexuelle Gewalt an Kindern – vor allem an Kindern mit einer Behinderung. Unsere Fachkräfte klären Kinder, Familien, andere Hilfsorganisationen sowie lokale Autoritäten über die Rechte von Kindern mit Behinderung auf und arbeiten am Aufbau eines sozialen und rechtlichen Schutzsystems.

Gleichzeitig klären wir verschiedene ethnische Gruppen in Nord-West-Kenia über die Gefahren von Leichtwaffen auf. Wir informieren die Bevölkerung und sorgen für enge Verbindungen zwischen Sicherheitsbehörden und Gemeindemitgliedern.

Gemeinsam mit der Polizei arbeiten wir außerdem an der Verbesserung der Verkehrssicherheit mit dem Ziel einer verbindlichen Gesetzgebung. Lokale NGOs schulen wir im Umgang mit diversen Medien zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Im Zuge dessen führen wir eine Studie über die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen von Verkehrsunfällen durch.

Darüber hinaus fördern wir lokale Organisationen und lokale Serviceanbietende zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheitsversorgung in zwei Armenvierteln in Nairobi.

Neues aus den Projekten

Aktionstag  „Gemeinsam gegen die Hungersnot“
© DFC/Oellers

Aktionstag „Gemeinsam gegen die Hungersnot“

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages  „Gemeinsam gegen die Hungersnot“ am Freitag, 9. Juni, ruft Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Hilfe und Spenden für die Hungersnot in Afrika auf.

Hungersnot in Ostafrika: Inklusion der Schutzbedürftigsten in die humanitäre Hilfe
© E.Cartuyvels/Handicap International

Hungersnot in Ostafrika: Inklusion der Schutzbedürftigsten in die humanitäre Hilfe

Seit 2016 leiden 20 Millionen Menschen im Südsudan, in Somalia, im Jemen und im Nordosten Nigerias unter einer schlimmen Nahrungsmittelkrise. Sie wurde ausgelöst durch eine Dürre, die seit mehreren Monaten in einigen Ländern Ostafrikas vorherrscht: in Somalia, Kenia, Äthiopien, Dschibuti, Uganda, Südsudan und in geringerem Ausmaß auch in Tansania. In manchen Ländern wird die schwere Lebensmittelknappheit noch zusätzlich durch Konflikte verstärkt. Handicap International setzt sich dafür ein, dass die besonders schutzbedürftigen Menschen Zugang zur humanitären Hilfe erhalten.

Projekt zur Gewaltreduzierung in Kenia
© Till Mayer

Projekt zur Gewaltreduzierung in Kenia

Gorrety wagt sich zwischen die Fronten

Zwischen den Völkern der Pokot und Turkana schwelt ein blutiger Kleinkrieg, bei dem gewalttätige Überfälle zum Alltag gehören. Um die Situation zu entschärfen, haben wir in Kenia ein Projekt zur Reduzierung von Waffengewalt ins Leben gerufen. Fotojournalist Till Mayer hat dieses Projekt für uns besucht.

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Hintergrund

Kenia ist eine ehemalige britische Kolonie, die 1963 die Unabhängigkeit erlangte. Nach gewaltsamen Unruhen nach den Wahlen von 2007-2008 scheint das Land, trotz der Terrorgefahr aus dem Osten nahe der somalischen Grenze, wieder einen gewissen Grad an Stabilität erreicht zu haben.

Zwar wächst die Wirtschaft, dennoch herrschen im Land nach wie vor Armut und Ungleichheit. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, muss mit weniger als einem Dollar pro Tag leben. Die Bedingungen für Menschen mit Behinderung bleiben schlecht, vor allem im Bereich Bildung, Gesundheitsversorgung, Prävention und im Kampf gegen sexuelle Gewalt.

Das Land hat eine enorme Flüchtlingspopulation, vor allem im Nordosten und Nordwesten des Landes. Das Camp Dadaab beherbergt circa 350.000 Flüchtlinge, hauptsächlich aus Somalia. In Kakuma leben mehr als 180.000 südsudanesische Flüchtlinge.

Kenia ist eines der ärmsten Länder der Welt (auf Rang 145 von 188 Ländern im Human Development Index). Diese Armut hat einen großen Einfluss auf die Lebensverhältnisse der Bevölkerung.

Weltweites Engagement: