Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Kenia

Handicap International (HI) unterstützt besonders schutzbedürftige Menschen in Kenias Flüchtlingslagern. Weitere wichtige Bereiche unserer Arbeit sind der Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern mit Behinderung, die Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit und der Chancen auf Arbeit sowie die Stärkung der politischen Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Kinder im Flüchtlingslager Dagahaley, HI Kenia

Kinder im Flüchtlingslager Dagahaley, HI Kenia | © B. Blondel / HI

Laufende Aktivitäten

Im Flüchtlingslager Dadaab im Nordosten von Kenia leben aktuell 240.000 registrierte Geflüchtete und Asylsuchende. Im Camp in Kakuma, im Nordwesten von Kenia, leben mehr als 180.000 Geflüchtete (Zahlen des UNCRH, Juni 2018). Handicap International (HI) arbeitet in beiden Camps und bietet Reha-Versorgung für besonders schutzbedürftige Menschen an, vor allem für Menschen mit Behinderung. Außerdem verteilt HI Mobilitätshilfen wie Krücken und Rollstühle und sorgt dafür, dass auch besonders schutzbedürftige Menschen Zugang zu humanitärer Hilfe bekommen. Zudem bildet HI Teams aus, um die Bedürfnisse der besonders Schutzbedürftigen zu erfassen.

HI kämpft in Kenia gegen sexuelle Gewalt an Kindern – vor allem an Kindern mit Behinderung. Unsere Fachkräfte klären Kinder, Familien, andere Hilfsorganisationen sowie lokale Autoritäten über ihre Rechte nach der UN-Kinderrechtskonvention und der UN-Behindertenrechtskonvention auf und helfen den Überlebenden und ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten, sofortige und langfristige Hilfe zu bekommen.

Neues aus den Projekten

Die Angst vor Corona
© HI
Nothilfe Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Die Angst vor Corona

Das Leben war nicht gut zu Frau Dhahabo. Von ihren acht Kindern sind nur noch sechs am Leben. Sie lebt mit zwei von ihnen im Flüchtlingslager Kalobeyei und ist von den anderen vier getrennt: zwei von ihnen sind in Nairobi  und zwei in Äthiopien. Sie lebt in einem Haus aus getrockneten Lehmwänden und Plastikplanen, mit zwei Enkeln und einer schwerhörigen Tochter.

Zwei starke Frauen schenken Hoffnung in Kenia
© John Wessels/HI
Öffentlichkeitsarbeit

Zwei starke Frauen schenken Hoffnung in Kenia

Zum Weltfrauentag am Sonntag, den 8. März, stellen wir zwei bedeutende Kenianerinnen vor, die für Frauen mit Behinderung eine bessere Zukunft schaffen. Beide sind Teil von Organisationen, die sich für Frauenrechte einsetzen.

Nicole Atieno in Kenia: Rührende Begegnungen
© Neil Thomas/HI
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

Nicole Atieno in Kenia: Rührende Begegnungen

Supermodel Nicole Atieno aus Dresden besucht für HI das Flüchtlingslager in Kakuma, im Grenzdreieck zu Südsudan und Uganda. Die aus Kenia stammende 21-Jährige kommt direkt von ihrem letzten Shooting in New York, fährt Stunden über staubige und holprige Sandpisten, um auf das Schicksal der über 180.000 Geflüchteten aufmerksam zu machen. Insgesamt betreut HI mehr als 6.000 Geflüchtete in den Lagern. Physiotherapie, Prothesenanpassung und psychische Therapie sind Schwerpunkte. Aber HI hilft auch mit Kleinkrediten, damit sich Frauen mit Behinderung ein eigenes Leben aufbauen können. Für sie ist es oftmals unmöglich, Wasser oder Essensrationen abzuholen. So führt Anett Poni, die als 4-Jährige Kinderlähmung hatte und aus dem Südsudan geflohen ist, inzwischen ein kleines Restaurant und versorgt damit ihre 6 Kinder.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Kenia

Kenia ist eine ehemalige britische Kolonie, die 1963 die Unabhängigkeit erlangte. Die umstrittenen Parlamentswahlen 2017 führten zu Demonstrationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Zivilist*innen und Ordnungskräften, was die Instabilität im Land verschärfte und dazu beitrug, dass immer mehr Menschen Hilfe und Schutz benötigen.  

Anfang 2017 führte eine Dürre dazu, dass sich der Zustand in den trockenen Regionen Kenias stark verschlechterte. Das führte zu einer erhöhten Nahrungsunsicherheit und einer schlechteren Gesundheits- und Ernährungsversorgung zu einer Zeit, in der auch die politische Situation unstabiler wurde. In diesem Kontext ist das Wohlergehen von Menschen mit Behinderung und anderen besonders schutzbedürftigen Menschen besonders bedroht. Auch der Zugang zu Bildung und Gesundheitsleistungen ist gefährdet.

Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 69
Eröffnungsdatum des Programms: 1992
 

Weltweites Engagement: