Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

ATT Vertrag: Kampf gegen die Weiterverbreitung von Waffen

Minen und andere Waffen
Deutschland Libyen Mali

Laut dem UN Vertrag über den Waffenhandel (ATT) dürfen Staaten keine konventionellen Waffen in bestimmte Drittstaaten exportieren. Das ist ein bedeutender Schritt gegen die Weiterverbreitung von Waffen. Handicap International engagiert sich in 20 Ländern, um die Bevölkerung über die Gefahren von leichten Waffen und explosiven Kriegsresten aufzuklären.

Aufklärungsbroschüre gegen explosive Waffen in Libyen

Aufklärungsbroschüre gegen explosive Waffen in Libyen | © Handicap International

In vielen Ländern wie Libyen oder auch Mali stellen Waffen eine tägliche Bedrohung für die Bevölkerung dar. So klären unsere Expertinnen und Experten seit Februar 2016 die Bevölkerung im Norden Malis über die Gefahren explosiver Kriegsreste und leichter Waffen auf.

„Wir müssen unbedingt die Zahl der Unfälle senken. Dazu appellieren wir eigentlich nur an den gesunden Menschenverstand: Keine Waffen in Kinderhand, überlasst den Waffengebrauch den Profis, also der Armee und der Polizei.“ - Pascal Mvogo, Leiter des Projekts zur Reduzierung bewaffneter Gewaltakte in Mali

Im Norden Malis, ebenso wie in Libyen, ist fast jeder bewaffnet. Die Aufklärungsveranstaltungen sind deshalb nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Um langfristig die Verbreitung von Waffen zu stoppen, muss die internationale Gemeinschaft an einem Strang ziehen. Der Vertrag über den Waffenhandel ist deshalb ein großer Schritt nach vorn.

Der Vertrag über den Waffenhandel ist ein großer Schritt zu mehr Sicherheit für die Zivilbevölkerung

Der Text sieht vor, dass jeder Teilnehmerstaat seine Waffenexporte kontrolliert. Waffen dürfen nicht exportiert werden, wenn die Gefahr besteht, dass sie zu Angriffen auf die Zivilbevölkerung oder deren Eigentum eingesetzt werden. Ebenso muss vor der Transaktion geprüft werden, ob die verkauften Waffen dazu eingesetzt werden könnten, ein internationales Embargo zu umgehen, einen Völkermord oder andere schwere Verletzungen von Menschenrechten zu begehen, oder ob diese Waffen terroristischen oder kriminellen Organisationen in die Hände fallen könnten.

Der Vertrag verpflichtet die Staaten, die jeweiligen Waffenkäufer zu evaluieren und vor der Exportentscheidung die Gefahr in Betracht zu ziehen, dass die verkauften Waffen möglicherweise an gefährliche Nutzer weitergeleitet werden könnten. Jetzt ist entscheidend, dass die Teilnehmerstaaten ihre Verpflichtung, jeden Waffenexport zu evaluieren, strikt erfüllen, damit der Vertrag tatsächlich Wirkung zeigt.“

In Libyen und Mali sind die Waffen der Milizen Teil des legalen Handels. In Libyen werden die vom Staat erworbenen Waffen oft gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt oder landen irgendwann in den Händen von Milizen. Langfristig muss der Vertrag solche Situationen verhindern.

1 April 2016
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Landminen Monitor 2019:  Das vierte Jahr in Folge besonders viele Minenunfälle
© Gilles Lordet/HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Landminen Monitor 2019: Das vierte Jahr in Folge besonders viele Minenunfälle

Der am heutigen Donnerstag veröffentlichte Landminen Monitor 2019 berichtet das vierte Jahr in Folge über außergewöhnlich hohe Unfallzahlen mit Landminen und Blindgängern. Der aktuelle Monitor verzeichnet für das Jahr 2018 6.897 getötete und verletzte Menschen, wobei die Dunkelziffer immer höher ist. Auffällig ist insbesondere, dass 3.789 Menschen durch improvisierte Minen getötet oder verletzt wurden – dies ist die höchste jemals vom Monitor registrierte Zahl. Die hohen Opferzahlen sind hauptsächlich auf bewaffnete Konflikte in Afghanistan, Libyen, Nigeria, Syrien und anderen aktuellen Konfliktgebieten zurückzuführen. Der Ottawa-Vertrag über das Verbot von Landminen ist vor 20 Jahren in Kraft getreten. Vom 25. bis 29. November treffen sich hierzu die Vertragsstaaten zur Überprüfungskonferenz in Oslo, Norwegen. Handicap International (HI) fordert die Staaten auf, das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen und Druck auf die Kriegsparteien auszuüben, damit sie den Einsatz dieser menschenverachtenden Waffen beenden.

Der Weg zu einer politischen Erklärung gegen Bomben auf Wohngebiete
© HI
Minen und andere Waffen

Der Weg zu einer politischen Erklärung gegen Bomben auf Wohngebiete

Am Montag, den 18. November, trafen sich Staatsdelegationen, Streitkräfte, UN-Organisationen und die Zivilgesellschaft bei den Vereinten Nationen in Genf. Sie begannen die Gespräche über eine politische Erklärung gegen den Einsatz von explosiven Waffen in bewohnten Gebieten.

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019:  Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig
© C.Briade/HI
Inklusion Nothilfe

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019: Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig

Auf dem Humanitären Kongress in Berlin diskutieren Expert/-innen über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise. Der Klimawandel verstärkt die Anzahl der Katastrophen und Konflikte weltweit. Für Menschen mit Behinderung sind die Barrieren nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen besonders hoch und oftmals werden sie in der humanitären Hilfe übersehen. Handicap International fordert mehr Teilhabe für die, die am meisten Schutz benötigen. Humanitäre Helfer müssen im Notfall inklusiv denken und diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ