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Gaza: Explosive Kriegsreste dürfen Wiederaufbau nicht behindern

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Palästina

Der Konflikt 2014 verursachte große Zerstörungen im Gazastreifen. Die Teams von Handicap International sind aktuell vor Ort, um die Gefahren durch explosive Kriegsreste einzudämmen.

Trümmerberge in der Stadt. Auf einem Trümmerteil steht als Grafitti "Love Gaza" geschrieben.

Die Trümmer in Gaza sind verseucht von explosiven Kriegsresten | © J-B. Richardier / Handicap International

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden im Gazastreifen etwa 18.000 Häuser zerstört. Unter den Trümmern befinden sich schätzungsweise zwischen 7.000 und 10.000 nicht explodierte Sprengsätze, wodurch alle an den Aufräumarbeiten beteiligte Personen großen Gefahren ausgesetzt sind.  

Im Rahmen des Gaza-Wiederaufbauplans werden vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) Verträge mit privaten Unternehmen geschlossen, um die Trümmer zu entfernen, was die Voraussetzung für die Durchführung von Wiederaufbauarbeiten darstellt. Der United Nations Mine Action Service (UNMAS) führt Programme zur Aufklärung über die Gefahren von Minen mit diesen Vertragspartnern durch.

Jedoch sind die Vereinten Nationen nicht in der Lage, die Gesamtsumme aller erforderlichen Aufräumarbeiten zu finanzieren. "Da die Menschen so schnell wie möglich in ihre Häuser zurückkehren wollen, wird ein Großteil der Arbeit von den Familien selbst alleine oder gemeinsam mit lokalen Unternehmen durchgeführt werden", erklärt Guillaume Zerr, Projektleiter in den palästinensischen Gebieten von Handicap International. "In den meisten Fällen wird daher keine professionelle Anleitung vorhanden sein."

Handicap International arbeitet deshalb mit kleinen lokalen Unternehmen und denjenigen Bewohnern des Gazastreifens zusammen, die die Aufräumarbeiten privat und  ohne Beaufsichtigung durchführen. Es wurde ein einfaches und pragmatisches Programm für Risikobewusstsein umgesetzt, das die Menschen darüber aufklärt, was zu tun ist und wie sie sich richtig verhalten. "Wir wollen mindestens 1.000 Geschäftsleute und kleine Unternehmen in den ersten drei Monaten der Intervention erreichen", so Guillaume. Geplant ist, das Programm über das gesamte Jahr 2015 fortzusetzen.

Der Aktionsplan sieht vor, die am schlimmsten betroffenen Stadtteile zu besuchen, sich den Menschen zuzuwenden, die an den Aufräumarbeiten beteiligt sind, von Tür zu Tür zu gehen, Flugblätter zu verteilen oder Meldungen weiterzuleiten. "Es ist wichtig, mit den Menschen in situ zu sprechen, d.h. unmittelbar dort, wo die Arbeit stattfindet", erklärt Frédéric Maio aus der Abteilung Minen von Handicap International. "Wir werden außerdem mehrere Workshops oder Gruppenarbeiten mit dem Zweck der Sensibilisierung durchführen."

Guillaume erläutert: „ Wir empfehlen allen Personen, die denken, einen Sprengsatz gefunden zu haben, unser Team umgehend zu informieren. Wir werden dann einen Fachmann beordern, um das Objekt zu identifizieren. Wenn es sich um nicht explodierte Kriegsreste handelt, markiert und sichert das Team von Handicap International den Bereich und verständigt den UNMAS. Unsere oberste Priorität ist es, die Zahl der Unfälle gering zu halten, indem wir immer und immer wieder darauf hinweisen: Wenn Sie ein verdächtiges Objekt finden, rufen Sie einen Fachmann!"

Frédéric fügt hinzu: „Diese Arbeit wird dazu beitragen, dass der Wiederaufbauprozess so reibungslos wie möglich ablaufen kann. Es ist sehr wichtig, dass sowohl Familien nach Hause zurückkehren können, als auch die kleinen Unternehmen ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Außerdem gilt es sicherzustellen, dass - so weit wie möglich - die explosiven Kriegsreste nicht den Wiederaufbauprozess behindern. Unser Ziel ist es, die Risiken und die Zahl der Unfälle deutlich zu reduzieren."

26 Februar 2015
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