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Hilfe für die besonders Schutzbedürftigen in Kakuma

Nothilfe
Kenia

Die Arbeit von Handicap International im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia zielt besonders auf die Hilfe für Menschen mit Behinderung und andere besonders schutzbedürftige Menschen ab.

Blick auf provisorische sanitäre Einrichtungen.

Für Menschen mit Behinderung ist es ein ernstes Problem, Verteilungsstellen für Lebensmittel, Wasserstellen, Gesundheitszentren und Schulen zu erreichen | © E.Cartuyvels/Handicap International

Mehr als 180.000 Flüchtlinge leben im Kakuma Flüchtlingslager. Weil das Camp so dicht bevölkert ist, ist es umso schwerer für besonders schutzbedürftige Menschen, Zugang zu humanitären Leistungen zu bekommen. Für Menschen mit Behinderung ist es ein ernstes Problem, Verteilungsstellen für Lebensmittel, Wasserstellen, Gesundheitszentren und Schulen zu erreichen. Dazu kommt, dass in dem Flüchtlingslager mehr als die Hälfte der Menschen mit Behinderung bereits schwere Menschenrechtsverletzungen erfahren haben.

Kinder werden oft diskriminiert, erfahren verbale oder sexuelle Gewalt und sind dadurch besonders schutzbedürftig. Wir haben Kinder mit Behinderung in Häusern angekettet gefunden, damit sie nicht herumwandern und nicht physisch oder verbal misshandelt werden. Um den Schutz und die Selbstständigkeit von Menschen mit Behinderung zu verbessern, haben wir seit Mai 2014 mehr als 13.000 Rehabilitationssitzungen für mehr als 1.400 Menschen durchgeführt. Das ist eine der höchsten Prioritäten von Handicap International.

Probleme in der Zugänglichkeit Humanitärer Hilfe

Das Kakuma Flüchtlingslager im Nordwesten Kenias wurde 1992 eröffnet. Mehr als 180.000 Flüchtlinge aus 13 Ländern leben in diesem Camp. 40 % der Flüchtlinge stammen aus dem Südsudan, ca. 30 % aus Somalia. Flüchtlinge aus Äthiopien, Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea, Uganda, Rwanda, Sudan, Burkina Faso und Kamerun leben ebenfalls in hier. Nachdem die Kämpfe im November 2013 im Südsudan ausbrachen, kamen 43.000 neue Menschen im Camp an. Sie leben hauptsächlich im Bereich „Kakuma 4“. Wegen der hohen Dichte an Menschen bekommen Flüchtlinge nur sehr schwer Zugang zu humanitären Leistungen, insbesondere der Gesundheitsversorgung, Wasser, Nahrung, Bildung, Rehabilitation und psychologische Unterstützung.

Nach unserer Einschätzung leben ungefähr 18.000 Menschen mit Behinderung in dem Flüchtlingslager Kakuma, etwa ein Zehntel. Diese Menschen sind besonders schutzbedürftig und werden viel eher Opfer von physischer und verbaler Gewalt, werden ausgegrenzt und leiden unter Diskriminierung. Eine der höchsten Prioritäten von Handicap International liegt also im Schutz dieser Menschen.

Ein umfassender Einsatz

Handicap International arbeitet seit April 2014 im Kakuma Flüchtlingslager. Auf der einen Seite identifizieren wir die besonders Schutzbedürftigen, beurteilen ihre Bedürfnisse (vor allem in der Rehabilitation) und fördern den Zugang zu den humanitären Basisleistungen. Unsere Teams führen auch Rehabilitationssitzungen durch, stellen Mobilitätshilfen zur Verfügung und passen Prothesen und Orthesen an.

Handicap International bildet außerdem die Teams der anderen humanitären Organisationen aus, um Menschen mit Behinderung in ihre Arbeit einzubeziehen (z.B. durch Tipps für die Rehabilitation und Kurse für Gebärdensprache). Außerdem werden Familien dazu angeleitet, selbst rehabilitative Versorgung durchzuführen.

Handicap International bietet Maßnahmen zur Sensibilisierung und Advocacy durch, um Diskriminierung und Gewalt gegenüber Menschen mit Behinderung zu bekämpfen. Diese Maßnahmen verbessern deren Inklusion in der Gesellschaft und ihre Lebensbedingungen.

13 Juli 2015
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