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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Jemen: Angriffe auf die Zivilbevölkerung müssen sofort gestoppt werden

Politische Kampagnenarbeit
Afghanistan Irak Syrien

Nach gescheiterten Friedensverhandlungen im August, sieht sich der Jemen einer erneuten Eskalation des Konflikts gegenüber. Im Zentrum der Gewalt steht dabei die Zivilbevölkerung.

Zu sehen ist ein Junge mit amputiertem Unterbein. Sein Väter hält ihn fest auf seinem Schoß. Beide blicken traurig in die Kamera.

Mehr als ein Drittel der Streubombenopfer weltweit sind Kinder. (Archivbild Afghanistan) | © Jaweed Tanveer / Handicap International

Die vergangene Woche forderte eine besonders hohe Zahl an zivilen Opfern. Bei einem Angriff auf eine Schule in der Provinz Sadaa wurden 10 Kinder getötet und 28 verletzt. Zwei Tage später wurde ein durch Ärzte ohne Grenzen unterstütztes Krankenhaus zum Ziel von Luftschlägen der von Saudi-Arabien geführten Koalition. Dabei starben 11 Menschen und es blieben Dutzende Verletzte zurück.

In einer gemeinsamen Presseerklärung mit den Hilfsorganisationen Care, Oxfam, Save the Children, Mercy Corps und Intersos, verurteilt Handicap International die Bombenangriffe aufs Schärfste und fordert alle beteiligten Parteien dazu auf, die damit verbundenen ständigen Völkerrechtsverletzungen zu beenden. Außerdem soll eine unabhängige Untersuchung der Angriffshandlungen erwirkt werden.

„Angriffe auf zivile Einrichtungen wie Schulen oder  Krankenhäuser haben verheerende Konsequenzen für die Zivilbevölkerung.  Sie sind inakzeptabel und verwerflich. Handicap International fordert die vollständige Aufklärung der Umstände dieser Angriffe und appelliert an alle Konfliktparteien, die Bombardierung der Zivilbevölkerung sofort einzustellen.“

- Anne Héry, Politische Direktorin der Föderation Handicap International

Nach Schätzung der Vereinten Nationen wurden zwischen April und August 2016 272 Menschen im Jemen getötet und 543 verletzt. Aufgrund der täglichen Angriffe mussten seit Beginn des Konflikts mehr als 2,8 Millionen Menschen ihre Heimat  verlassen. 2015 fielen 60 Prozent der im Jemen bei Kampfhandlungen getöteten und verletzten Kinder Luftangriffen zum Opfer.

Explosivwaffen werden besonders häufig in den besiedelten Gebieten Jemens eingesetzt und fordern auch in anderen Konflikten wie in Syrien, der Ukraine oder Afghanistan täglich hohe zivile Verluste. Die Bomben sind tödlich und verursachen schwerste Verletzungen wie Verbrennungen, offene Wunden und Brüche. Diese Verletzungen können zu lebenslangen Behinderungen und psychologischen Traumata führen. Die Angriffe zerstören außerdem Unterkünfte und wichtige zivile Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser und zwingen die Menschen vor Ort zu Tausenden zur Flucht.

Ein weiteres Problem stellen die langfristigen Folgen für die Menschen vor Ort dar, denn die Reste der Explosivwaffen bleiben auch lange Zeit nach dem eigentlichen Konflikt in den betroffenen Gebieten liegen und sind dadurch eine permanente Gefahr für die lokale Bevölkerung. Die Rückkehr in ihre Heimat ist dadurch oftmals nur unter höchster Lebensgefahr möglich.

Die internationale Gemeinschaft muss den Angriffen auf die Zivilbevölkerung endlich ein Ende setzen.

Damit solche Szenen in Zukunft der Vergangenheit angehören:

Jetzt Petition "Keine Bomben auf Wohngebiete" unterzeichnen

16 August 2016
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Der am heutigen Donnerstag veröffentlichte Landminen Monitor 2019 berichtet das vierte Jahr in Folge über außergewöhnlich hohe Unfallzahlen mit Landminen und Blindgängern. Der aktuelle Monitor verzeichnet für das Jahr 2018 6.897 getötete und verletzte Menschen, wobei die Dunkelziffer immer höher ist. Auffällig ist insbesondere, dass 3.789 Menschen durch improvisierte Minen getötet oder verletzt wurden – dies ist die höchste jemals vom Monitor registrierte Zahl. Die hohen Opferzahlen sind hauptsächlich auf bewaffnete Konflikte in Afghanistan, Libyen, Nigeria, Syrien und anderen aktuellen Konfliktgebieten zurückzuführen. Der Ottawa-Vertrag über das Verbot von Landminen ist vor 20 Jahren in Kraft getreten. Vom 25. bis 29. November treffen sich hierzu die Vertragsstaaten zur Überprüfungskonferenz in Oslo, Norwegen. Handicap International (HI) fordert die Staaten auf, das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen und Druck auf die Kriegsparteien auszuüben, damit sie den Einsatz dieser menschenverachtenden Waffen beenden.

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Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

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