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Londoner Konferenz sucht Mittel und Wege zur Hilfe für syrische Flüchtlinge

Irak Jordanien Libanon Syrien

Vertreterinnen und Vertreter aus über 80 Staaten nahmen am 3. und 4. Februar an einer hochrangig besetzten Geberkonferenz in London teil. Dabei ging es um die Unterstützung für Syrien und die Nachbarstaaten. Schwerpunkte bildeten der Schutz für der Zivilbevölkerung, die Nahrungsversorgung sowie Bildung.

Ein Mann mit Prothese stützt sich im stehen an seinen Physiotherapeuten um die Sohle seiner Prothese auf einem Tennisball kreisen zu lassen.

Der Konflikt in Syrien hat schon viel zu viele unschuldige zivile Opfer gefordert. | © Frederik Buyckx / Handicap International

Vor der Konferenz forderte Handicap International die teilnehmenden Staaten gemeinsam mit 90 anderen Organisationen zu mehr Engagement auf

Gemeinsam mit über 90 anderen Organisationen forderte Handicap International im Vorfeld der Konferenz mehr Mittel für die sofortigen und längerfristigen Bedürfnisse von Flüchtlingen und Aufnahmeländern. Zudem sollten die Staaten sich für den verstärkten Schutz der Zivilbevölkerung in und außerhalb Syriens einsetzen, Aufnahmeländer unterstützen, Barrieren für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt und im Gesundheitssystem abbauen uvm.

Handicap International forderte die Staaten außerdem auf, die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, älteren Menschen und Kriegsverletzten zu berücksichtigen. Wir machten darüber hinaus auf den mittel- und langfristigen Bedarf an Rehabilitation aufmerksam. Und als Expertenorganisation für die Beseitigung der fatalen Folgen von explosiven Waffen, forderten wir die Teilnehmenden der Konferenz in London dazu auf, humanitäre Minenaktion frühzeitig und ausreichend zu finanzieren und die Opfer explosiver Kriegsreste zu unterstützen.

Die Konferenz bedeutet einen guten Anfang

Während der Konferenz verurteilten die teilnehmenden Staaten die Verletzungen des internationalen humanitären Rechts in Syrien. Einige Staaten machten großzügige Finanzzusagen. Zu den - 9 Milliarden Dollar, die laut UN für 2016 benötigt werden fehlen noch etwa 3 Milliarden. Gleichzeitig müssen die beteiligten Akteure sicherstellen, dass die Hilfe auch dort ankommen kann, wo sie benötigt wird. Die Menschen müssen außerdem sicher und legal Zuflucht auch in Ländern außerhalb der Region finden können – vor allem in Europa. Die Aufnahmebedingungen sollten deshalb verbessert werden und die Wahrung der Grundrechte gestärkt werden.

Kein Geld der Welt wird ausreichen, um Kinder vor explosiven Waffen – allen voran Fassbomben – zu schützen. Die wahllose Bombardierung der Zivilbevölkerung Syriens muss gestoppt werden. Eingekesselte, verhungernde Menschen müssen geschützt werden. Genauso wie Menschen, die aus bürokratischen Gründen oder schlicht wegen der Gewalt keinen Zugang zu Nahrung, Wasser und Unterkünften haben. Diplomatischer Druck muss auf alle Konfliktparteien ausgeübt werden, um das internationale humanitäre Recht und verpflichtende Resolutionen des UN Sicherheitsrates durchzusetzen. Anne Héry, Advocacy Direktorin der Föderation Handicap International.

HIER finden Sie die Empfehlungen der Organisationen zur Londoner Konferenz.

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8 Februar 2016
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Die jüngste Militäroffensive im Nordosten Syriens droht tausende Zivilist/-innen von Hilfe abzuschneiden und treibt viele in die Flucht, die oft schon vorher innerhalb Syriens geflohen waren. Davor warnen 15 Hilfsorganisationen, darunter Handicap International. CARE, Ärzte der Welt und Oxfam. Sie fordern die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in dicht besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen. 


 

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Handicap International hat die neue Studie „The Waiting List“ veröffentlicht. Sie befasst sich mit den unmittelbaren und langfristigen Bedürfnissen der Menschen, die von den Bombardierungen in Syrien betroffen sind. Die Studie erscheint im Vorfeld der „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“, die am 1. Oktober 2019 in Wien beginnt.

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Zwei Jahre nach der Rückeroberung der Stadt Mossul am 10. Juli 2017 liegt der westliche Teil der Stadt weiterhin in Trümmern und ist mit tausenden explosiven Kriegsresten verseucht. Noch immer harren etwa 500.000 Geflüchtete in Flüchtlingscamps aus. Die Versorgung tausender Verletzter ist äußerst schlecht. Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, endlich auf diese humanitäre Tragödie zu reagieren. Außerdem muss die internationale Gemeinschaft dafür sorgen, dass explosive Waffen nicht länger in Städten und Dörfern eingesetzt werden.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ