Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Mit Expertise gegen Covid-19

Nothilfe Vorsorge und Gesundheit
International

Handicap InternationaI (HI) prüft derzeit die Einsatzmöglichkeiten, um Menschen mit Behinderung und andere Risikogruppen sowie die eigenen Teams vor dem Coronavirus zu schützen. Dabei soll das Fachwissen aus früheren Nothilfeaktionen und die Erfahrung aus Cholera oder Ebola-Epidemien für den Schutz der besonders gefährdeten Menschen eingesetzt werden.

Archivbild Pakistan - Mann wäscht sich gründlich die Hände

Archivbild Pakistan | © Dominique Pichard / HI (Archive HI)

Die Covid-19-Epidemie breitet sich in allen 60 Ländern, in denen wir tätig sind, mit hoher Geschwindigkeit aus. Einige melden ihre ersten Fälle, während andere bereits einen exponentiellen Anstieg der Betroffenen und Todesfälle verzeichnen. Die Ausbreitung des Coronavirus könnte in unseren Einsatzländern zu gesundheitlichen Katastrophen führen.

Ressourcen anpassen

Wir setzen unsere Arbeit für die schutzbedürftigsten Menschen mit unseren üblichen Aktivitäten z.B. im Bereich der Rehabilitation und Inklusion fort – wo immer dies möglich ist, ohne die eigenen Teams in Gefahr zu bringen. Derzeit untersucht HI angesichts der aktuellen und neuartigen Krise, welche die besten Einsatzmethoden sind und wie die Ressourcen entsprechend angepasst werden müssen. Die Einsätze sollen zu den jeweiligen Covid-19-Handlungsstrategien passen, die von nationalen Behörden der betroffenen Länder und von allen relevanten Akteuren umgesetzt werden. 

Die besonders Gefährdeten vor Covid-19 schützen

Eines unserer Ziele wird es sein, sich um gefährdete Bevölkerungsgruppen zu kümmern, vor allem ältere Menschen und Menschen mit Behinderung, aber auch Menschen, die in Flüchtlingslagern auf engstem Raum zusammenleben und dadurch besonders gefährdet sind.

In den ärmsten Ländern der Welt stellen die schwachen Gesundheitssysteme in Verbindung mit humanitären Krisen ein hohes Risiko für die Bevölkerung dar. Am 19. März schlug UN-Generalsekretär Antonio Guterres angesichts der Ausbreitung der Epidemie in diesen Ländern Alarm. Wenn durchschnittlich 15 bis 20 Prozent der Betroffenen in Krankenhäusern behandelt werden müssen (sechs Prozent davon auf einer Intensivstation), werden die Gesundheitssysteme dieser Länder die Krise allein nicht bewältigen können.

HI wird daher zur Prävention beitragen und sicherstellen, dass auch Menschen mit Behinderung und andere Schutzbedürftige angemessen aufgeklärt werden. Darüber hinaus planen wir für unsere lokalen Partner vor Ort, zum Beispiel Organisationen von Menschen mit Behinderung und lokale Behörden, unterstützend tätig zu werden.

Die nötigen Mittel beschaffen

Wir werden zusätzliche Ressourcen, vor allem finanzielle Mittel, benötigen. Darüber hinaus brauchen unsere Teams Spezialkleidung und -ausstattung, die derzeit weltweit knapp ist und über die wir nur sehr begrenzt verfügen. Aber wir werden alles tun, um so viele Menschen wie möglich zu schützen und die Übertragungskette von Covid-19 zu durchbrechen. Danke, dass Sie uns dabei helfen! Hier erfahren Sie mehr zu unserer Arbeit in diesen Zeiten.

Expertise im Kampf gegen Epidemien

Unsere Fachkenntnisse aus früheren großen Epidemien können uns dabei helfen, die Schwächsten zu schützen. 2016 arbeitete HI in Sierra Leone aktiv daran mit, die Ausbreitung der Ebola-Epidemie einzudämmen. Unter anderem verwalteten unsere Teams vor Ort den einzigen zentralen Rettungsdienst des Landes, der Ebola-verdächtige Patient/-innen transportierte und ihre Häuser desinfizierte.

27 März 2020
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Biden-Administration revidiert Trumps Landminenpolitik
© J-J. Bernard/HI
Minen und andere Waffen

Biden-Administration revidiert Trumps Landminenpolitik

Die US-Regierung hat dem Verteidigungsministerium erneut untersagt, Antipersonenminen zu entwickeln, zu verwenden oder weiterzugeben, mit Ausnahme von Antipersonenminen auf der koreanischen Halbinsel. Gemäß der neuen Richtlinie werden die USA alle Bestände an Antipersonenminen zerstören, die nichts mit Korea zu tun haben, und sie werden keine anderen Staat ermutigen, diese Waffen einzusetzen.

Einigung auf Abkommen gegen Bombardierungen in Wohngebieten
© HI
Minen und andere Waffen

Einigung auf Abkommen gegen Bombardierungen in Wohngebieten

Am Freitag, den 17. Juni, einigten sich zahlreiche Staaten und internationale Organisationen in Genf auf einen finalen Text eines internationalen Übereinkommens über Explosivwaffen in bewohnten Gebieten - und viele haben bereits zugesagt dieses zu unterstützen.

Rashid kann wieder laufen
© HI
Nothilfe

Rashid kann wieder laufen

Rashids Familie musste 2018 aus dem Kongo fliehen und lebt seither im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia. Der Junge konnte schon als Kleinkind nicht richtig laufen, da seine Knie verformt waren. Er hatte keine Freunde und wurde oftmals von anderen Kindern gehänselt. 2021 wurde Rashid operiert und bekommt nun regelmäßig Physiotherapie. Er ist einer von 15.000 Geflüchteten in Kakuma, die HI betreut.