Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Nichtregierungsorganisationen fordern verstärkte Aufnahme syrischer Flüchtlinge

Minen und andere Waffen Nothilfe Öffentlichkeitsarbeit
Syrien

Die Aufstockung der humanitären Hilfe allein reicht nicht mehr aus. Mindestens 5 Prozent der syrischen Flüchtlinge sollten bis Ende 2015 in Drittländern aufgenommen werden.

Ein Kind im Rollstuhl sitzt einsam in einem Flüchtlingscamp

Die Situation für die schwächsten und gefährdetsten Flüchtlinge aus Syrien wird immer dramatischer. | © Chris Huby / Handicap International

Eine Koalition von über 30 internationalen Nichtregierungsorganisationen, darunter CARE, Oxfam, Save the Children, World Vision, Amnesty International, Handicap International, Ärzte der Welt und Islamic Relief, fordert von den teilnehmenden Staaten der morgen stattfindenden Konferenz des UN-Flüchtlingshilfswerks in Genf, dass bis Ende 2015 mindestens fünf Prozent bzw. 180.000 syrischen Flüchtlingen ein sicherer Zufluchtsort gewährleistet wird.

Auf der Konferenz sollen Möglichkeiten der humanitären Aufnahme besprochen werden. Gegenwärtig hat sich die internationale Gemeinschaft zu einer Aufnahme von weniger als zwei Prozent der syrischen Flüchtlinge in Drittstaaten über einen unbestimmten Zeitraum verpflichtet. Dieses Kontingent reicht nach Einschätzung der Organisationen nicht aus.
Bis Ende dieses Jahres werden fast 3,6 Millionen Menschen in die Nachbarstaaten Syriens geflohen sein. Die Anrainerstaaten haben enorme Großzügigkeit gezeigt, doch aufgrund des Zustroms von Flüchtlingen stoßen diese Länder an die Grenzen ihrer Infrastruktur und ihrer Sozialsysteme. In der Türkei und im Libanon sind bereits jeweils über eine Million Flüchtlinge registriert. Jordanien hat 618.000 Menschen aufgenommen und der Irak, der selbst Millionen Binnenvertriebene zu verzeichnen hat, beherbergt momentan 225.000 syrische Flüchtlinge.

Die Situation für die schwächsten und gefährdetsten Flüchtlinge aus Syrien wird immer dramatischer. Einige – darunter kranke Kinder, die ohne schnelle Behandlung sterben werden – können in der Region schlicht nicht überleben. Finanzielle Hilfszusagen für humanitäre Programme alleine reichen nicht mehr aus. Die wohlhabenden Nationen dieser Welt müssen Verantwortung übernehmen und den syrischen Flüchtlingen den Schutz und die Unterstützung gewähren, den die Nachbarländer Syriens nicht mehr leisten können.

Dies ist eine der schlimmsten Flüchtlingskrisen seit dem Zweiten Weltkrieg, die Millionen Menschen vor allem Frauen und Kinder, aus ihrer Heimat vertreibt. Die Regierungen, die sich am 8. Dezember in Genf treffen müssen die internationale Solidarität zeigen, die jetzt so dringend benötigt wird.

Die Organisationen fordern, dass mindestens 180.000 der schutzbedürftigsten Menschen, darunter Überlebende von Folter, Menschen mit akuten medizinischen Problemen, alleine geflohene Kinder und besonders bedrohte Frauen, Aufnahme in Drittländern erhalten. Diese wurden bereits vom UN-Flüchtlingshilfswerk identifiziert. Die Aufnahme der Schutzbedürftigsten  entlastet auch Syriens Nachbarstaaten von den kurzfristigen Kosten, die bei Behandlung, Unterstützung und Schutz dieser Menschen entstehen.

Weil es an ausreichender Unterstützung für die Versorgung von Flüchtlingen fehlt, erhöhen Syriens Nachbarländer nun vermehrt die Grenzkontrollen. Syrische Zivilisten können deshalb dem brutalen Bürgerkrieg nicht mehr entkommen. Wohlhabende Staaten müssen ihre Beiträge erhöhen und gleichzeitig die Nachbarländer Syriens stärker unterstützen, damit die Grenzen offen bleiben. Keine Grenze gemeinsame Grenze mit Syrien befreit nicht von der Verantwortung

Die Koalition um CARE, Oxfam, Save the Children, World Vision, Amnesty International, Handicap International, Ärzte der Welt und Islamic Relief fordert zudem die Golfstaaten und Länder in Lateinamerika, die sich bislang nicht an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligt haben, dazu auf, sich nun den Aufnahmeprogrammen anzuschließen. Zudem gebe es viele zusätzliche, innovative Wege der Flüchtlingshilfe, zum Beispiel Studienplätze an Universitäten sowie Arbeitserlaubnisse. Bei allen Maßnahmen müsse der Schutz in Übereinstimmung mit der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 aufrechterhalten werden.

9 Dezember 2014
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Streubomben: Die tödliche Gefahr im Fokus
© Nicolas Axelrod/HI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Streubomben: Die tödliche Gefahr im Fokus

München, 28. August 2019. Der am 29. August veröffentlichte Streubomben Monitor 2019 zeigt, dass es weiterhin weltweit Opfer durch Streubomben gibt. In Syrien wurden erneut Angriffe mit diesen menschenverachtenden Waffen verzeichnet. In insgesamt acht Ländern und einem Gebiet wurden Menschen durch explosive Reste getötet oder verletzt. 99 Prozent der Opfer stammten aus der Zivilbevölkerung. Vom 2. bis 4. September fand in Genf die Konferenz der Mitgliedsstaaten des Oslo-Vertrags statt. Dieser Vertrag verbietet den Mitgliedsstaaten den Einsatz, die Herstellung, die Lagerung und Weitergabe von Streumunition. Gemeinsam mit der internationalen Kampagne CMC war HI in Genf dabei, um die Staaten an ihre Verpflichtungen zu erinnern. Erfreulicherweise sind bereits 99 Prozent der Streubomben aus Beständen der Vertragsstaaten vernichtet und auch die Räumung betroffener Gebiete macht Fortschritte - selbst wenn erste Verlängerungsanträge gestellt werden mussten. Die Räumung ist lebensnotwendig, da Streubomben durch ihre vielen Blindgänger eine tödliche und langfristige Bedrohung für die lokale Bevölkerung darstellen.  

Rohingya: Die Bürger von Nirgendwo
© Abir Abdullah/HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Rohingya: Die Bürger von Nirgendwo

Am Sonntag, 25. August 2019, jährt sich die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar zum zweiten Mal. Die muslimische Minderheit ist in ihrem Heimatland systematischer Verfolgung  ausgesetzt. Vor zwei Jahren eskalierte die Gewalt und führte zur Flucht von 741.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch. Laut Vereinten Nationen leben dort derzeit über 911.000 Menschen in Flüchtlingscamps in der Region Cox’s Bazar - dem sogenannten größten Flüchtlingslager der Welt. Die Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“, zu denen auch Handicap International gehört, helfen den Menschen seit Ausbruch der Krise.

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls
© Gilles Lordet / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls

Am Montag, 19. August, ist Welttag der Humanitären Hilfe. Anlass genug, einen unserer engagierten Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen. Tichaona Mashodo leitet das mobile Einsatzteam im Südsudan. Im Interview blickt er auf die letzten zehn Jahre seines humanitären Engagements zurück.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ