Co-Preisträger Friedensnobelpreis

#school4all – für barrierefreie Bildung

Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung
Kambodscha Mosambik

In allen Bundesländern sind die Sommerferien nun endgültig vorbei. In Deutschland drücken die Kinder wieder die Schulbank. Doch nicht in allen Ländern können Kinder zur Schule gehen. 32 Millionen Kinder mit Behinderung haben keinen Zugang zu Bildung. Manche werden sogar vor der Außenwelt versteckt oder eingesperrt. Wir möchten, dass alle Kinder in allen Ländern lernen können. Denn alle Kinder haben ein Recht auf Bildung! #school4all!

Dank seiner neuen Prothese und seiner Schulbegleiterin kann Samadou nun ganz normal zur Schule gehen.

Dank seiner neuen Prothese und seiner Schulbegleiterin kann Samadou nun ganz normal zur Schule gehen. | © Erwan Rogard/ HI

Wir kümmern uns in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und in Lateinamerika um Tausende Kinder. Denn wir sind fest überzeugt, dass dank Bildung der Teufelskreis zwischen Behinderung und Armut durchbrochen werden kann.

Kinder brauchen langfristige Unterstützung

Die kleine Kanhara aus Kambodscha geriet im Alter von nur drei Jahren in einen schweren Verkehrsunfall und verlor dabei einen Arm und ein Bein. Mit jedem Wachstumsschub braucht sie eine neue Prothese, die an ihre Bedürfnisse und Umstände angepasst wird. Handicap International (HI) versorgt sie regelmäßig mit neuen Prothesen und stärkt ihre Muskeln durch professionelle Physiotherapie. Dank der Hilfsmittel kann sie wieder allein laufen, ist unabhängiger und kann selbstständig zur Schule gehen. Kanhara ist nur eines von vielen Kindern, das unsere Unterstützung braucht. 

Kanhara kann mit Hilfe ihrer Beinprothese an der Tafel stehen. | © Pascale Jérôme/HI 

HI macht Schulen barrierefrei

Um Kindern mit Behinderung den Schulalltag zu erleichtern, fördern wir den Bau von Rollstuhlrampen, passen Möbel an oder gestalten Toiletten behindertengerecht um. Jedoch kann schon der Weg zu den Bildungseinrichtungen für Kinder mit Behinderung zur großen Herausforderung werden. Die 14-jährige Chelsia aus Mosambik kennt das Problem – ihr langer Schulweg ist sandig, in der Regenzeit oftmals matschig und mit ihrem Rollstuhl kaum zu bewältigen. Mit Hilfe ihrer Schulfreunde, die sie auf ihrem Weg begleiten, gelingt es Chelsia trotzdem jeden Tag den Unterricht zu besuchen.

Wir schulen Lehrkräfte

Besonders wichtig ist auch die angemessene Betreuung von Kindern mit Behinderung in der Schule. Handicap International schult daher Lehrkräfte, damit sie besser auf die Kinder eingehen können. „Die Kinder brauchen mehr Zeit, mehr Hinwendung, andere Aufgaben“, erklärt Domingos Antonio Limene, einer der 288 Lehrer, die bereits erfolgreich von HI fortgebildet wurden. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen wie beispielsweise Kinder mit Seh- oder Hörschwierigkeiten in die erste Bank zu setzen oder ihnen mehr Platz geben, wenn diese grobmotorische Störungen haben. 

Lehrer/-innen während eines Fortbildungs-Workshops. | ©  Huberta von Roedern/HI

Der Kampf gegen die gesellschaftliche Stigmatisierung von Menschen mit Behinderung ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Durch Aufklärung und Überzeugungsarbeit erreichen wir, dass betroffene Eltern von Kindern mit Behinderung ihre Angst verlieren. Durch die Zusammenarbeit mit zuständigen Bildungsministerien tragen wir dazu bei, dass sich auch in der Gesellschaft die Sichtweise auf Menschen mit Behinderung zum Positiven wandelt.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Bildungsseiten.

 

17 September 2019
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Mädchen mit Behinderung dürfen oftmals nicht in die Schule gehen. Anlässlich des Internationalen Tages der Bildung am 24. Januar ruft die gemeinnützige Organisation Handicap International (HI) dazu auf, diese Ungerechtigkeit und Benachteiligung zu bekämpfen. Eine Untersuchung, die HI in Ländern der Sahelzone durchgeführt hat, zeigt, dass Mädchen mit Behinderung in vielen Familien als „Strafe“ oder „Tragödie“ angesehen werden. Nur wenige dürfen die Schule besuchen. Ein Mädchen zu sein und eine Behinderung zu haben, stellt eine doppelte Diskriminierung dar. So unterstützt Handicap International in Burkina Faso, Mali und Niger diese Kinder, schult Lehrer, klärt auf, spricht mit den Eltern und stärkt lokale Behindertenorganisationen. 

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Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), stuft die derzeitige Lage in vielen Entwicklungsländern als dramatisch ein. Im Interview mit HI warnt Müller davor, dass an den Folgen der Corona-Pandemie in Afrika mehr Menschen sterben werden als am Virus selbst.