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Kinder mit Behinderung gehören auch in die Schule

Inklusion
Mali

Mohammed ist ehrenamtlich für HI in seiner Gemeinde tätig. Jeden Tag durchforstet er auf seinem Motorrad die Viertel von Timbuktu, auf der Suche nach Kindern mit Behinderung, die keine Schule besuchen.

Mohammed trifft die Mutter eines Kindes mit Behinderung in Timbuktu

Mohammed trifft die Mutter eines Kindes mit Behinderung in Timbuktu | © DS Production/HI

Mohammed ist einer unserer vier Gemeindefreiwilligen, die in den HI-Projekten zur inklusiven Bildung in Timbuktu/Mali mitarbeiten. Er deckt die Distrikte Hamabangou und Sareikeyna ab, wo auch er selbst wohnt. Seine Hauptaufgabe ist es, Kinder mit einer Behinderung ausfindig zu machen, die in diesen Vierteln wohnen und aus unterschiedlichen Gründen keine Schule besuchen.

„Wir entdecken die Kinder oft erst, nachdem wir mehrere Treffen mit den Gemeinden, den religiösen Oberhäuptern und Eltern hatten. Das ist sowohl für die Einschulung der Kinder sehr wichtig, als auch für ihre medizinische Versorgung. Wenn ein Kind einmal ausfindig gemacht wurde, dann haben wir schon die Hälfte seiner Probleme bewältigt.“

Vermittlung der Kinder an geeignete Einrichtungen

Die  Gemeindefreiwilligen organisieren im zweiten Schritt eine Reihe von Gesprächen mit den Eltern. Mohammed wurde dafür ausgebildet, die Behinderung eines jeden Kinds genau einzuschätzen und eine Liste seiner speziellen Bedürfnisse zu erstellen. Dann gibt er die Informationen an die Teams von HI weiter, sodass die Kinder an nahe gelegene Schulen vermittelt werden können, in denen geschulte Lehrkräfte auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung eingehen. Parallel dazu kann Mohammed bei Bedarf auch als Schnittstelle zwischen Kindern und medizinischen Einrichtungen fungieren, in denen die Kinder kostenlos eine angemessene Versorgung mit Rehabilitationsmaßnahmen erhalten.

Sensibilisierung und Aufklärung über Behinderung

Neben dieser Arbeit als Vermittler spielen die Gemeindefreiwilligen auch eine sehr wichtige Rolle bei der Sensibilisierung und Aufklärung der Familien. Mohammed trifft sich mit Eltern, die oft mit der Situation des eigenen Kindes überfordert sind. Viele kennen das Potenzial ihres Kindes nicht und fragen sich, warum sie es überhaupt zur Schule schicken sollten. In der Folge bleiben viele Kinder mit Behinderung zuhause und haben nur sehr eingeschränkten Kontakt zur Außenwelt.

Doch seit Mohammed mit seiner Arbeit begonnen hat, kann er positive Veränderungen feststellen:

„Dank unserer Sensibilisierungskampagne haben viele Leute angefangen zu verstehen, warum sie ihren Kindern erlauben sollten, das Haus zu verlassen – weil es ihr Wohlbefinden steigert und sie Kontakte mit anderen Menschen knüpfen.“

In den ersten Monaten, nachdem Mohammed ein Kind ausfindig gemacht hat, geht er regelmäßig auf Hausbesuche. So verfolgt er die Fortschritte der Kinder nach ihrer Einschulung. Seit Sommer 2016 wurden 129 Kinder aus Timbuktu mit der Unterstützung von HI in Grundschulen eingeschult. Dennoch haben weltweit immer noch 32 Millionen Kinder mit Behinderung keinen Zugang zu Schulbildung.

Die Kampagne #school4all

Im Juli 2018 startete HI die weltweite Kampagne #school4all, um allen Kindern den Zugang zur Schule zu ermöglichen. Inklusion ist einer der Grundpfeiler der Organisation, die sich in 31 Ländern dafür einsetzt, dass mehr als 144.000 Kinder eine Schulbildung erhalten.

Das Projekt LIRE

Das Projekt LIRE wurde im Juli 2016 in Mali ins Leben gerufen. Es zielt darauf ab,  inklusive Bildung und damit auch ein Klima des Friedens und der Harmonie innerhalb der Gemeinschaft in der Stadt Timbuktu zu fördern. Neben den oben genannten Aktivitäten führen die Teams von HI auch eine großangelegte Sensibilisierungskampagne sowie Schulungsprogramme für Lehrpersonal an mehreren städtischen Schulen über die Themen Behinderung und Inklusion durch.

8 Februar 2019
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