Gehe zum Hauptinhalt

Schusswunden erfordern langfristige Rehabilitation

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Palästina

Für Menschen, die Schussverletzungen erlitten haben, ist eine langfristige medizinische Versorgung notwendig. Nach einer Operation kann es Monate oder Jahre dauern, bis ihre Mobilität mithilfe von Reha-Maßnahmen wieder vollständig hergestellt ist. In dieser langen Genesungszeit leben die Patienten vorübergehend mit einer Behinderung und können nicht arbeiten. Alaa ist einer von hunderten Betroffenen. Er wird von HI betreut und hat vor kurzem mit den Reha-Maßnahmen begonnen.

Ein Physiotherapeut von HI untersucht Alaas Bein

Ein Physiotherapeut von HI untersucht Alaas Bein | © Hardy Skills/HI

Die Kugel traf Alaas rechtes Bein direkt über der Ferse und hinterließ eine offene Wunde. Seine Nerven wurden schwer geschädigt und er kann deshalb sein Bein nicht kontrollieren. Auf dem Fuß kann er nicht einmal richtig auftreten.

„Nachts ist der Schmerz unerträglich. Ich weiß nicht, wann und ob ich jemals wieder Auto fahren kann. Ich muss meine Familie unterstützen, schauen Sie uns an“, sagt er und zeigt auf seine vier Kinder.

Die Patienten sind oft arm

Alaa arbeitete vorher als Taxifahrer und musste ein Auto mieten. Seine Einnahmen variierten von Tag zu Tag, je nachdem, wie viele Fahrten er machte. Er lebt in einem sehr kleinen und baufälligen Haus in Nord-Gaza. Die Decke ist mit vielen Löchern versehen und bietet nur wenig Schutz vor Regen und Kälte im Winter.

„Zum Glück bekomme ich humanitäre Hilfe. Ich brauche Physiotherapie und habe nicht genug Geld, um selbst dafür aufzukommen. Ich hoffe, dass man mir helfen wird, bis ich wieder auf die Beine komme. Ich muss so schnell wie möglich zurück zur Arbeit.“

Vorübergehende Behinderung

Alaa verbringt den Tag damit, auf Krücken zwischen seinem Bett, dem Wohnzimmer und dem Hauseingang hin-und herzulaufen. Von dort aus kann er die Straße, die Passanten und seine Nachbarn sehen:

„Es ist, als würde man hinter Gittern leben“, sagt er. „Ich kann nicht arbeiten, deswegen habe ich kein Geld. Heute hat mir mein Nachbar zwei Hähnchen gebracht und meine Gasflasche aufgefüllt.“

Lange Therapie

HI unterstützt Alaa seit zwei Wochen. An den meisten Tagen bekommt er Besuch von einem Physiotherapeuten und einem Psychologen. Es dauert lange und erfordert viel Entschlossenheit, um sich von einer Schusswunde zu erholen. Alaa wird zwei weitere Operationen brauchen, um den Schaden an seinem Bein zu beheben.

„Wenn es mir wieder besser geht, hätte ich gerne mein eigenes Taxi. Aber angesichts meines aktuellen Zustands wäre es vielleicht einfacher, ein kleines Geschäft zu eröffnen.“

Über 14.600 Menschen wurden seit Beginn der Demonstrationen in Gaza im März verletzt. Fast 8.000 Verletzte mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Allein im letzten Monat hat HI schon mehr als 500 Menschen mit Nachsorge, Rehabilitation und psychosozialer Unterstützung geholfen. Außerdem versorgt HI die bedürftigen Menschen mit Krücken, Rollatoren und Rollstühlen.

 

News und Geschichten aus unseren Projekten im HI-Newsletter! Jederzeit kündbar. ==> hier klicken

2 Juli 2018
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Verheerende Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderung
© Imani Rugenge / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Verheerende Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderung

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember

Die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben von Menschen mit Behinderung sind in den ärmsten Ländern verheerend. Darauf macht die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI) anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember aufmerksam. Die medizinische Grundversorgung ist oftmals eingeschränkt. Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen erhalten kaum Informationen über das Infektionsrisiko. Kliniken sind selten barrierefrei. In einigen Ländern hat der Lockdown besonders dramatische Folgen, da sich Menschen mit Behinderung nur schwierig mit Lebensmitteln versorgen können. Viele sind isoliert.

Hilfe für venezolanische Geflüchtete in Kolumbien
© Coalición LACRMD
Nothilfe Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Hilfe für venezolanische Geflüchtete in Kolumbien

Die Corona-Pandemie verschärft die ohnehin schon schwierige Lage für venezolanische Geflüchtete in Kolumbien. Der Lockdown, die Sicherheitslage, der psychische Stress und die geringe staatliche Hilfe belasten viele der rund 4 Millionen Venezolaner*innen schwer. Unsere Teams helfen mit Lebensmittel- oder Hygienekits und kümmern sich um die, die besonders viel Unterstützung brauchen: Menschen mit Behinderung, alleinerziehende Mütter oder Ältere.

Beirut drei Monate danach
© Tom Nicholson/ HI
Nothilfe

Beirut drei Monate danach

Die Lage in Beirut ist aufgrund der Explosion im August 2020 weiterhin angespannt. Das Land steht zudem vor großen gesellschaftlichen und finanziellen Herausforderungen.