Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Schusswunden erfordern langfristige Rehabilitation

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Palästina

Für Menschen, die Schussverletzungen erlitten haben, ist eine langfristige medizinische Versorgung notwendig. Nach einer Operation kann es Monate oder Jahre dauern, bis ihre Mobilität mithilfe von Reha-Maßnahmen wieder vollständig hergestellt ist. In dieser langen Genesungszeit leben die Patienten vorübergehend mit einer Behinderung und können nicht arbeiten. Alaa ist einer von hunderten Betroffenen. Er wird von HI betreut und hat vor kurzem mit den Reha-Maßnahmen begonnen.

Ein Physiotherapeut von HI untersucht Alaas Bein

Ein Physiotherapeut von HI untersucht Alaas Bein | © Hardy Skills/HI

Die Kugel traf Alaas rechtes Bein direkt über der Ferse und hinterließ eine offene Wunde. Seine Nerven wurden schwer geschädigt und er kann deshalb sein Bein nicht kontrollieren. Auf dem Fuß kann er nicht einmal richtig auftreten.

„Nachts ist der Schmerz unerträglich. Ich weiß nicht, wann und ob ich jemals wieder Auto fahren kann. Ich muss meine Familie unterstützen, schauen Sie uns an“, sagt er und zeigt auf seine vier Kinder.

Die Patienten sind oft arm

Alaa arbeitete vorher als Taxifahrer und musste ein Auto mieten. Seine Einnahmen variierten von Tag zu Tag, je nachdem, wie viele Fahrten er machte. Er lebt in einem sehr kleinen und baufälligen Haus in Nord-Gaza. Die Decke ist mit vielen Löchern versehen und bietet nur wenig Schutz vor Regen und Kälte im Winter.

„Zum Glück bekomme ich humanitäre Hilfe. Ich brauche Physiotherapie und habe nicht genug Geld, um selbst dafür aufzukommen. Ich hoffe, dass man mir helfen wird, bis ich wieder auf die Beine komme. Ich muss so schnell wie möglich zurück zur Arbeit.“

Vorübergehende Behinderung

Alaa verbringt den Tag damit, auf Krücken zwischen seinem Bett, dem Wohnzimmer und dem Hauseingang hin-und herzulaufen. Von dort aus kann er die Straße, die Passanten und seine Nachbarn sehen:

„Es ist, als würde man hinter Gittern leben“, sagt er. „Ich kann nicht arbeiten, deswegen habe ich kein Geld. Heute hat mir mein Nachbar zwei Hähnchen gebracht und meine Gasflasche aufgefüllt.“

Lange Therapie

HI unterstützt Alaa seit zwei Wochen. An den meisten Tagen bekommt er Besuch von einem Physiotherapeuten und einem Psychologen. Es dauert lange und erfordert viel Entschlossenheit, um sich von einer Schusswunde zu erholen. Alaa wird zwei weitere Operationen brauchen, um den Schaden an seinem Bein zu beheben.

„Wenn es mir wieder besser geht, hätte ich gerne mein eigenes Taxi. Aber angesichts meines aktuellen Zustands wäre es vielleicht einfacher, ein kleines Geschäft zu eröffnen.“

Über 14.600 Menschen wurden seit Beginn der Demonstrationen in Gaza im März verletzt. Fast 8.000 Verletzte mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Allein im letzten Monat hat HI schon mehr als 500 Menschen mit Nachsorge, Rehabilitation und psychosozialer Unterstützung geholfen. Außerdem versorgt HI die bedürftigen Menschen mit Krücken, Rollatoren und Rollstühlen.

2 Juli 2018
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019:  Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig
© C.Briade/HI
Inklusion Nothilfe

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019: Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig

Auf dem Humanitären Kongress in Berlin diskutieren Expert/-innen über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise. Der Klimawandel verstärkt die Anzahl der Katastrophen und Konflikte weltweit. Für Menschen mit Behinderung sind die Barrieren nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen besonders hoch und oftmals werden sie in der humanitären Hilfe übersehen. Handicap International fordert mehr Teilhabe für die, die am meisten Schutz benötigen. Humanitäre Helfer müssen im Notfall inklusiv denken und diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten
©CARE, 2017
Nothilfe

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten

Naturkatastrophen passieren immer wieder und sind selten vorhersehbar. Deshalb hilft HI in 16 besonders gefährdeten Ländern, um die Menschen besser darauf vorzubereiten und beispielsweise die Häuser widerstandsfähiger zu machen. Im Fokus unserer Unterstützung: Hilfe für Menschen mit Behinderung, ältere Personen und Kinder. In einem unserer Projekte fördern wir nachhaltige Baumethoden, die starken Stürmen standhalten können.

HI hilft den Geflüchteten aus Venezuela
© HI
Nothilfe

HI hilft den Geflüchteten aus Venezuela

Kolumbien hat über eine Million Venezolaner und Venezolanerinnen aufgenommen, die aus ihrem Land geflüchtet sind. HI leistet dort Nothilfe für diese schutzbedürftigen Menschen. Seit 2013 herrscht in Venezuela eine schwere ökonomische, politische und soziale Krise. Der Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung, zu Lebensmitteln und sanitären Einrichtungen ist erheblich zurückgegangen. Die humanitären Bedürfnisse sind beträchtlich. Mindestens 3,4 Millionen Venezolaner sind aus ihrem Land geflohen, davon 2,7 Millionen in die Länder Lateinamerikas und der Karibik. Über eine Million von ihnen haben Zuflucht im Nachbarland Kolumbien gefunden.
 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ