Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Weltflüchtlingstag 20. Juni: Geflüchtete mit Behinderung haben es besonders schwer

Inklusion
Deutschland

Knapp 70 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Das sind im Durchschnitt täglich 44.400 Menschen, die aufgrund von Konflikten und Verfolgung fliehen müssen. Jedes Jahr am 20. Juni würdigt das UN-Flüchtlingshilfswerk all diese Millionen Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Besonders schwierig ist die Situation für Menschen mit Behinderung. So wie beispielsweise für Mohamad Jolo. Der blinde Musiker aus Rakka in Syrien kam 2015 mit der Hilfe eines Freundes aus Aleppo nach Deutschland. Der Anfang war voller Barrieren. Inzwischen ist er gut integriert. In München unterstützt die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI) im Rahmen des Projekts „ComIn“ Geflüchtete und Migrant/-innen mit Behinderung durch Beratung und spezielle Kurse.

Mohamad Jolo aus Syrien lebt jetzt in Köln

Mohamad Jolo aus Syrien lebt jetzt in Köln | © Wolfram Buttschardt/HI

Mohamad Jolo, 34, ist seit seiner Kindheit blind. Die Flucht gelang ihm nur, weil ihn ein Freund aus Aleppo begleitete. Von der Türkei aus ging es mit dem Schlauchboot zuerst nach Griechenland, dann nach Mazedonien und Serbien. 2018 konnte er seine Frau und Kinder nachholen. Geflüchtete mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen brauchen oftmals spezielle Hilfe, um sich integrieren zu können. Viele leiden an den Folgen von Verletzungen in Kriegs- und Krisengebieten.

„Am Anfang war es sehr schwer. Inzwischen engagiere ich mich in meiner neuen Heimat Köln sowie bei Handicap International. Ich möchte auch anderen Menschen Mut machen", sagt Mohamad Jolo.

Selbstständigkeit: ComIn hilft bei Integration

ComIn, ein Projekt von Handicap International, kümmert sich in München um diese Menschen. Viele der Betroffenen kommen regelmäßig und nehmen an verschiedenen Kursen teil oder werden beraten. Im Idealfall werden sie so lange unterstützt, bis sie mobil und selbstständig eigene Ziele in die Hand nehmen können. ComIn hilft mit Rollstühlen, Blindenstöcken, Computer- und Deutschkursen, mit Brailleschrift oder Excelkursen. Außerdem bietet ComIn Beratungen zu behinderungsspezifischen Themen wie auch für die Betreuer/-innen und Angehörigen an. Projektleiterin Ricarda Wank:

„Für Flüchtlinge mit Behinderung oder chronischer Erkrankung stellt die Flucht in ein unbekanntes Land eine außergewöhnlich hohe Belastung dar. Die Erwartungen und Hoffnungen auf Eingliederung und Partizipation werden oft nur sehr langsam oder unzureichend erfüllt. Beratung und Kurse helfen nicht nur ganz konkret, sondern schaffen auch soziale Netzwerke, denn viele hier möchten richtig in Deutschland ankommen und sich ein Leben aufbauen – wir versuchen ihnen dabei zu helfen.“

Interviewpartner:

Gerne organisieren wir für Sie Interviews mit Mohamad Jolo und Ricarda Wank.

 

 

17 Juni 2019
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

HI vom Deutschen Spendenrat zertifiziert
Deutscher Spendenrat
Öffentlichkeitsarbeit

HI vom Deutschen Spendenrat zertifiziert

Handicap International e.V. ist am 12. Mai mit dem Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. ausgezeichnet worden. Dieses bestätigt, dass der gemeinnützige Verein hohe Qualitätsvorgaben einhält und zertifiziert eine zweckgerichtete, wirtschaftliche und sparsame Mittelverwendung der Spenden- und Fördergelder. 

Corona: Geschlossene Läden, kein Einkommen
© HI
Inklusion Nothilfe

Corona: Geschlossene Läden, kein Einkommen

Meryam lebt in Äthiopien. Ihren Lebensunterhalt finanziert sie mit dem Verkauf von Erdnüssen. Aufgrund der Ausgangssperren kann sie derzeit aber nichts verkaufen, was für die ganze Familie schlimme Folgen hat. Gegenseitige Hilfe ist lebenswichtig, sagt Meryam, die in diesen schwierigen Zeiten von HI (Handicap International) unterstützt wird.

Ausgangssperren schlimm für Kinder mit Behinderung
© HI
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

Ausgangssperren schlimm für Kinder mit Behinderung

Darunter leiden besonders die Kinder mit Behinderung. So wie die siebenjährige Samina, die erst seit kurzem bei einer Kindergruppe mitmachen durfte und Reha-Maßnahmen erhielt. Die Eltern waren so glücklich über die ersten Fortschritte. Doch dann kam das Virus und seitdem muss Samina wieder zuhause bleiben. Das HI-Team verteilt nicht nur Hygiene-Kits, sondern auch Lebensmittel, da viele Familien in den Flüchtlingscamps bitter arm sind und es keine Gelegenheitsjobs mehr gibt.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ