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Rechte von Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung haben die gleichen Rechte wie alle andren: Ein Leben in Würde, Bildung, Arbeit, Meinungsfreiheit, Sport, Freizeit und vieles mehr. Die Durchsetzung und Förderung dieser Rechte und der Kampf gegen den Ausschluss schutzbedürftiger Menschen aus der Gesellschaft ist deshalb eines der wichtigsten Anliegen von Handicap International.

Der Tunesier Abdelghani fährt mit seinem Rollstuhl nahe an   die Wahlurne heran und wirft seinen Wahlschein hinein.

Rechte für Menschen mit Behinderung in Tunesien: Abdelghani darf seine Meinung äußern und an den Wahlen teilnehmen wie alle anderen auch. | © A. Vincens de Tapol / Handicap International

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
 

Die Realität sieht für diese größte Minderheit der Welt – sie machen 15% der Weltbevölkerung aus, also über eine Milliarde Menschen – anders aus. Kinder mit Behinderung gehen nur selten zur Schule und so fehlt häufig die Basis für ein selbstbestimmtes Leben. Diskriminierungen auf sozialer, aber auch auf technischer Ebene verhindern die Integration in den Arbeitsmarkt – und zwingen somit viele Menschen mit Behinderung in die Armut. Es entsteht ein Teufelskreis aus Armut und Behinderung.

Wir möchten dem entgegenwirken. Wir sehen Menschen mit Behinderung nicht als Bittsteller, sondern als gleichberechtigte Menschen. Die Wahrung ihrer Rechte gehört daher seit unserer zu unseren wichtigsten Anliegen

Gesellschaftspolitische Unterstützung

Die Verabschiedung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung im Jahr 2006 war ein Meilenstein in der politischen Arbeit zum Thema Behinderung. Handicap International hat auf allen Ebenen eine entscheidende Rolle bei ihrer Entwicklung gespielt.
Seitdem fördern wir die Ratifizierung dieser Konvention in immer mehr Ländern. Gleichzeitig Unterstützung wir ihre Umsetzung in den Ländern in enger Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen von Menschen mit Behinderung. Wir helfen mit bei der Ausarbeitung von nationalen Gesetzen und politischen Maßnahmen, die Menschen mit Behinderung die vollwertige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Barrierefreie Zugänge

Rechte und Gesetze bilden die Grundlage – aber für die Verwirklichung der Rechte ist mehr notwendig. Menschen mit Behinderung benötigen einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen, Dienstleistungen und Infrastrukturen in allen Bereichen (Schule, Verwaltung, Transporte etc.). Dazu müssen Barrieren abgebaut werden: In den Köpfen, in Gebäuden und in der gesamten Gesellschaft.

Mit unseren Projekten sorgen wir deshalb dafür, dass Behinderungen keine Ursache dafür sind, dass Infrastrukturen, Transportmittel, Informationen etc. nicht erreicht werden können. Durch Aufklärung der Gesellschaft oder die Anpassung von Einrichtungen reduzieren wir direkt Barrieren. Beispiele sind der Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderung, die Konstruktion von Zugangsrampen zu Gebäuden, die Schulung von Architekten und Materialien in Braille-Schrift (Blindenschrift) im Bildungssektor.

Unterstützung von lokalen Organisationen

Unser Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderung ihre Rechte selbst durchsetzen und verteidigen können. Dafür unterstützen wir lokale Organisationen, damit sie legitime Sprecher der Menschen mit Behinderung werden.

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Geflüchtete mit Behinderung sind weltweit einem besonderen Risiko der Ausgrenzung ausgesetzt. Unsere Bedarfsanalyse zur Versorgungslage und Lebenssituation von Geflüchteten mit Behinderungen in Deutschland zeigt, dass diese Personengruppe auch in unserem Land nur schwer an der Gesellschaft teilhaben kann. Im Jahr 2003 gründeten wir daher das Projekt ComIn in München. Basierend auf den weltweiten Aktivitäten von Handicap International fördert ComIn die Integration von Migrant/-innen und Flüchtlingen mit Behinderung in München. Die Förderung der SKala-Initiative ermöglicht es HI, grundlegende Strukturen mit bundesweiter Wirkung für Flüchtlinge mit Behinderung aufzubauen. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO und fördert bundesweit etwa 100 Non-Profit-Organisationen.

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HI

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Die Korean Federation for the Protection of the Disabled (KFPD) arbeitet mit Unterstützung von Handicap International daran, die Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention in der Demokratischen Volksrepublik Korea weiter zu stärken. Dafür bieten wir gemeinsam u.a. Rehabilitationsleistungen an und versuchen die Bildungsangebote für Menschen mit Behinderungen zu verbessern.